Von Nancy
Pierce
Im letzten
Juli sah ich ihn. Es war auf seinem Heimatgestüt "Kehilan
Arabians". Da flog er förmlich aus dem Stall, ein eleganter,
weißer Hengst - aufgrund von Krankheit und Alter etwas weich
im Rücken, aber voller Feuer und Kraft, aufmerksam und kühn.
Makhsous bewegte sich wie ein Tänzer an der Führleine.
Es ließ keinen Zweifel daran, dass er wusste, wer der König
des Gestüts war.

Photo: Jerry
Sparagowski
Das
war meine erste Begegnung mit diesem alabasterweißen Hengst,
über den ich schon so viel gehört und gelesen hatte.
Er war ein Sohn des bekannten ägyptischen Hengstes Sultann
und war bekannt für seinen trockenen, männlichen Kopf,
den langen, hervorragend angesetzten Hals, die fliegenden Bewegungen
seines athletischen Vaters - und nicht zuletzt für die vielen
Champions, die er hervorgebracht hatte. Ihn nun leibhaftig zu
sehen, war wie eine Reise zurück in die Vergangenheit: Vor
mir stand ein Stück lebendig gewordene Geschichte - 24 Jahre
alt und von einer unglaublich virilen Ausstrahlung.

Photo: Johnny
Johnston
Seine
Mutter Nabda
Gezüchtet
wurde er von Stanley White, dem ehemaligen Trainer von Don Ford,
der seinerzeit Makhsous' Vater Sultann aus Ägypten importiert
hatte. Später wurde er in das Zuchtprogramm der Gleannloch-Farm
eingegliedert und im Jahr 1992 - als die Gleannloch-Farm ihre
Tore für immer schloß - erwarben ihn Herb und Jean
Rogers und ihre Töchter für ihr Gestüt Kehilan.
Sein Vater Sultann erwartete ihn bereits, denn er verbrachte dort
seinen Lebensabend.

Photo: Johnny
Johnston
Sultann, der
Vater von Makhsous
Makhsous
zeugte weniger als 200 Fohlen, doch unter ihnen befanden sich
alleine drei amerikanische National-Champions, ein kanadischer
Reserve-National-Champion, ein internationaler Champion, zahllose
Regional-Champions und Sieger des Egyptian Events. Seine erfolgreichsten
Nachkommen lieferte er mit der Stute Bint Jadi - vier Champions
wurden geboren, von denen Kuraafi zum amerikanischen National-Champion
der Junghengste gewählt wurde (aus einer Klasse mit 44 Teilnehmern)
und sich Zaarif mit dem Titel des kanadischen Reserve-National-Champion
schmücken darf.

Zaarif (Makhsous
x Bint Jadi)
Seine
vielleicht bekannteste rein ägyptische Tochter ist die bezaubernde
Bint Haddiyah (x Haddiyah von Amaal), die mehrere Championate
in Schau- aber auch in Reitklassen verbuchen konnte. Der Makhsous-Sohn
Extream (x Glenglade Spice) kam in Scottsdale in die "Top
Ten", bevor er nach Saudi-Arabien exportiert wurde und dort
National-Champion wurde. Die Makhsous-Tochter Ziba Jalisa (x Kahleela)
war doppelte amerikanische National-Championesse in der "Working
Cow Horse"-Klasse. Das heißt, dort wird die Arbeit
"am Rindvieh" bewertet. Die Kinder von Makhsous sind
also durchaus auch zu Leistung unter dem Sattel fähig.

Photo: Judith
Wagner
Die Makhsous-Tochter Amurath Grey Dawn
Amurath
Grey Dawn (x Ramses El Haia) ist zweifellos eine der schönsten
Makhsous-Töchter. In Paris zog sie beim Welt-Championat in
die Gruppe der besten Zehn ein und war auch beim Egyptian Event
in den USA erfolgreich. Interessant zu erwähnen, dass alle
Nachkommen von Makhsous, die bei den amerikanischen oder kanadischen
National-Schauen an den Start gingen, sich immer platzieren konnten!

Photos: Gigi
Grasso
Die Makhsous-Söhne Makhnificent KA und Marquis
I
Die
Makhsous-Söhne Makhnificent KA und Marquis I standen bereits
seit einigen Jahren auf seinem Heimatgestüt bereit, um das
Erbe des Vaters anzutreten. Makhnificent KA hat unzählige
Siege auf seinem Konto und platzierte sich bei den amerikanischen
Nationals in der Top-Ten-Gruppe. Der jüngere und extrem typvolle
Marquis I (x Antigua Dance) schlug sich erfolgreich auf dem Egyptian
Event. Der König ist tot - nun schlägt ihre große
Stunde!

Photo: Javan
Schaller
Makhsous
in all seiner Schönheit
Am
6. Oktober tat der König seinen letzten Atemzug. Obwohl man
es ihm nicht ansah und er sich bis zum Schluss tapfer hielt, hatte
er bereits vor einigen Jahren einen Herzanfall erlitten. Nun machte
sein krankes Herz nicht mehr mit. Seine Besitzerin Becky Rogers
berichtet:
"Nach
seinem Herzanfall lebte Makhsous ohne Beschwerden. Er blieb der alte Haudegen, der er immer gewesen war. Doch plötzlich
kam selbst er nicht mehr gegen sein schwaches Herz an. Er kämpfte
voller Mut bis zum Ende. Erst hofften wir noch auf eine Verbesserung
seines Zustandes, doch es sollte nicht sein... Er selbst hätte
niemals aufgegeben, doch wir waren es Makhsous schuldig eine Entscheidung für ihn zu treffen."

Photo: Nancy
Pierce
Makhsous
im Juli auf seinem Heimatgestüt
Obwohl
sein Stall nun leer steht, besteht kein Zweifel, dass Makhsous
sein Gestüt nicht wirklich verlassen hat. Das Zepter des
Königs wurde an seine Nachkommen weitergereicht und sie und
ihre Kinder und Kindeskinder werden sein Erbe in die Welt hinaustragen
und für alle Zeiten bewahren.