Katharinenhof Tag der offenen Tür
Katharinenhof Tag der offenen Tür Dr. Nagel Katharinenhof Tag der offenen Tür

Von Niina Hartmann
Alle Fotos von Nicole Sachs


Salaa El Dine (Ansata Halim Shah x Hanan) & Dr. Nagel


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Es war ein Tag, an den sich alle lange erinnern werden. Viele verschiedene Besucher aus allen Teilen der Welt (Großbritannien, USA, Ägypten, Kuwait, Saudi Arabien) waren angereist, um die Ausstrahlung der Katharinenhof-Araber auf sich wirken zu lassen, ja, um sie "einzuatmen". Offensichtlich fasziniert der ganz eigene, exotische Typ von Dr. Nagels Pferden jene Menschen, die sich von schierer Schönheit angesprochen fühlen. Und Schönheiten gab es an diesem speziellen Tag in der Tat reichlich zu sehen!

NK Nadirah (Adnan x Nashua)

Fünf Stuten bilden die Basis des Katharinenhof-Programms: Die ersten Importe waren Hanan (Alaa El Din x Mona, Inshass) und Mahiba (Alaa El Din x Mouna), die aus Ägypten über Bábolna/Ungarn nach Deutschland kamen. Sie erreichten den Katharinenhof im Jahr 1970. Hanan wurde zur wahren Stammstute des Gestüts. Es gibt kein Pferd, das sie nicht mindestens einmal im Pedigree führt. Tatsächlich kommt sie in den meisten Stammbäumen der jüngeren Katharinenhof-Generation gleich drei- oder viermal (oder sogar öfter) vor. Ihr Sohn Salaa El Dine (von Ansata Halim Shah) diente jahrelang als Hauptbeschäler und gründete eine Hengstlinie, die von seinem Ur-Ur-Enkel Jamal El Dine fortgeführt wird. Ghazalah (von Ghazal) war Hanans fruchtbarste Tochter und lieferte mit Amarilla (von Jamil) ihrerseits eine Tochter, deren weibliche Nachkommen wiederum zu den Eckpfeilern des heutigen Programms gehören. Mahibas Linie wird durch die Stute Layla (Salaa El Dine x Sanaya v. Kais I) repräsentiert, die sich im Aussehen von den anderen Pferden unterscheidet und weniger grazil und überfeinert ist, dafür aber durch mehr Substanz und energische Gänge auffällt.

Über die Jahre folgten den ersten Importen weitere Stuten, doch da ihre Nachkommen Dr. Nagel nicht überzeugten, trennte er sich wieder von ihnen. Zwanzig Jahre nach dem Ankauf von Hanan und Mahiba (die leider nach vier Fohlen starb), zog eine dritte Alaa El Din-Tochter auf dem Katharinenhof ein: Es war die Schimmelstute Lotfeia (x Bint Kamla), die lange Jahre in Bábolna in der Zuchtstutenherde gestanden hatte und ihre restlichen Jahre in Dr. Nagels Gestüt verbringen sollte. Glücklicherweise brachte sie noch drei Fohlen, deren Einfluss heute spürbar ist. Ihre verstorbene Tochter Nashua (von Salaa El Dine) ist gleich durch drei bezaubernde Töchter in der Herde vertreten.

Der extrem trockene Kopf von NK Nadirah

Mitte der achtziger Jahre importierte Dr. Nagel zwei weitere Stuten – dieses Mal aus den USA. Beide waren Töchter seines eigenen Hengstes Jamil (Madkour I x Hanan), beide wurden auf dem Ansata-Gestüt gezogen und beide gingen auf die bekannte Stute Ansata Bint Bukra zurück - einer Vollschwester von Ghazal, dessen Blut über seine Tochter, die oben erwähnte Ghazalah, bereits vorhanden war. Somit schloss sich der Kreis. Die von Dr. Nagel ausgewählten Stuten waren Ansata Prima Rose (Jamil x Ansata Rosetta) und Ansata Gloriana (Jamil x Ansata Ghazia). Jede hinterließ dem Gestüt einen wichtigen Nachkommen von Salaa El Dine: Glorianas Beitrag war die braune Helala, eine "Doppelgängerin" ihrer Ahnin Hanan und Mutter des bekannten NK Hafid Jamil. Prima Rose lieferte die bezaubernd schöne Fliegenschimmelstute Ansata KEN Ranya, deren Sohn Jamal El Dine (von NK Hafid Jamil) der neue Hauptbeschäler des Gestüts ist.

NK Hind (NK Jamal El Dine x Helala)

In sehr ehrlicher Art und Weise kommentierte Dr. Nagel die vorgeführten Pferde und erklärte, welche Rolle sie in seinem Zuchtprogramm spielen. Er kennt offenbar die Schwächen seiner Pferde genau und hält damit nicht hinter den Berg. Er liebt die feinknochigen, delikaten, exotischen Geschöpfe, fast märchenhafte schöne Wesen und dieses Ziel hat er mit Pferden wie NK Hafid Jamil, NK Nadirah oder NK Hind erreicht. Niemals zuvor habe ich ein Zuchtprogramm kennen gelernt, das mit der gleichen Regelmäßigkeit solche feinen Pferde hervorbringt. Sie sind ohne weiteres als "NK"-Pferde aus jeder Herde herauszukennen. Aber sie sind nicht nur schön, sie besitzen viel Pigment, manchmal rabenschwarze Gesichter, eine stolze Haltung, hohe Schweifhaltung und diese wunderbaren großen, dunklen Augen. Aber wo viel Licht, da ist auch viel Schatten: Einige scheinen die luftigen, Boden verachtenden Gängen verloren zu haben, für die der Araber berühmt ist und fast alle (besonders die jüngeren) zeigen sehr steile Fesseln und extrem feine (zu feine?) Fundamente. Das ist der Preis, den Dr. Nagel für die Exotik und Trockenheit seiner Pferde bezahlen muss - und er und die vielen Käufer seiner Pferde aus dem Mittleren Osten sind nur zu gerne dazu bereit. Das arabische Pferd bietet etwas für jeden Geschmack und diese Pferde inspirieren diejenigen, die auf der Suche nach extremer Schönheit, Trockenheit und eleganter Form sind. Menschen, die im Araber vornehmlich einen Athleten sehen, werden hier nicht fündig. Bevor Kritiker beginnen ihre Messer zu wetzen sollten sie bedenken, dass es Araber von jeher in vielen verschiedenen Typausprägungen gab. Diese zartgliedrigen Schönheiten gehören genauso zur großen Familie des arabischen Pferdes wie, sagen wir, die groben französischen Rennaraber der Manganate-Linie. Beide Typen sind Extrembeispiele, trotzdem haben beide ihre Existenzberechtigung.

Salaa El Dine und sein Urenkel NK Hafid Jamil

"Wie weit kann ich gehen?" Diese Frage stellt sich Dr. Nagel in Bezug auf die Inzucht, die er praktiziert. Wie bereits erwähnt, führen fast alle seine Pferde die Stute Hanan gehäuft im Pedigree - und "frisches" Blut kommt keines dazu. Er experimentiert in einem geschlossenen Zuchtprogramm, das sich auf fünf Stuten und den Hengsten Ghazal, Madkour I und Ansata Halim Shah aufbaut (mit der Ausnahme der Stute Layla, die auch das Blut von Ibn Galal und Kais I führt). Wie oft kann und darf der Name Hanan in einem Pedigree auftauchen, bevor der Abstieg beginnt - oder werden die Pferde im Gegenteil mit jeder weiteren Linie zu ihr immer besser? Das ist das unerforschte Territorium, das Dr. Nagel sich vorgenommen hat zu ergründen.

Die Herde des Katharinenhofs scheint, was ihre Einheitlichkeit betrifft, auf ihrem Höhepunkt zu sein. Sie wurde geformt von einem Mann, dessen Liebe zu arabischen Pferden mit dem Kauf seiner Stammstute Hanan vor mehr als dreißig Jahren begann. Was wir heute sehen ist das Destillat seiner Vision und Zuchtbemühungen - kaum zu übertreffende Exotik und Trockenheit in Reinkultur.

Hier sehen Sie einige der Pferde, die beim Tag der offenen Tür gezeigt wurden:
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This feature was brought to you in August 2005 by:
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