Im Oktober 2005 krönte Nawadi Jaabir seine Schaukarriere mit Top-Ten-Auszeichnungen in drei verschiedenen Dressurklassen der nordamerikanischen National-Schau - der größten Araberschau weltweit. Der Wallach war der erfolgreichste Ägypter der gesamten Nationals. Davor hatte er schon zahlreiche regionale Schauen gewonnen und war auch aus Turnieren mit Pferden aller Rassen gewinnreich hervorgegangen. Nawadi Jaabir ist ein Sohn von AK Nawadi, dem Erstgeborenen der Stute AK Nawaal, die einige Monate vor den Nationals im Alter von 24 Jahren verstarb.

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AK Nawaal im Alter von sieben Jahren
AK Nawaal war eine Tochter von The Egyptian Prince (Morafic x Bint Mona), der am 2. Juli 1967 auf der Gleannloch-Farm zur Welt gekommen war. Ursprünglich hieß er nach seinem Familienstamm „Seglawi Jedran“, aber seine neuen Besitzer Bon und Joanne Thorndike gaben ihm einen neuen Namen. „Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass ich auf der Weide stehe und 'Komm her, Seglawi Jedran rufen würde“, erklärt Joanne. „Also suchten wir nach einem anderen Namen für ihn und kamen schließlich auf The Egyptian Prince. Ein Name, der ihm sicherlich nicht geschadet hat!“
Als John Thorndike die Gleannloch-Farm besuchte, um sich nach einem zukünftigen Beschäler für sein Gestüt umzuschauen, war er von Seglawi Jedran vor allem deshalb angetan, weil ihn seine Mutter begeisterte. „Sie ragte aus der Herde heraus“, so Bob. Es war Bint Mona, eine Schimmelstute von Nazeer aus der Mona (Sid Abouhom x Moniet El Nefous). Der Vater des Jährlings war Morafic, ebenfalls von Nazeer, aber aus der Mabrouka (der Vollschwester zu Mona). Morafic war mindestens so beeindruckend wie Bint Mona und Bob entschied, den gemeinsamen Sohn der beiden zu kaufen.

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AK Nawaals Vater The Egyptian Prince
Mehrere Jahre später verpachteten die Thorndikes The Egyptian Prince an das Gestüt „Carousel Arabians“ von Don und Peggy White. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits schneeweiß und eine außergewöhnliche Schönheit. Was noch wichtiger war: Er hatte sich als Vater hervorragender Fohlen etabliert. „Ich kann mich noch immer an seine wunderschönen schwarzen Augen erinnern“, sagt Peggy White. „Wir haben ihm nie einen Spitznamen gegeben. Ihn umgab eine Würde, die das einfach nicht erlaubte. Es hätte nicht zu ihm gepasst. Wir nannten ihn immer The Prince und nie 'Princey' oder ähnlich niedliches. Er war nicht niedlich. The Prince benahm sich königlich, elegant, wie ein Herr. Und er hatte einen wunderbaren Charakter.“
Jeden Morgen wanderte er den Hügel auf seiner Weide hinauf und kam erst wieder zurück in den Stall, wenn es dunkel wurde. „Er war immer ein Gentleman. Seine Weide lag direkt neben der seiner Stuten und Fohlen und es war nur ein einfacher Holzzaun dazwischen. Aber das war kein Problem“, berichtet Peggy White.
The Prince war bekannt dafür Fohlen mit besonders harmonischem Körper und kräftiger Hinterhand, der in Amerika so beliebten geraden Oberlinie und extrem hübschen Köpfen zu liefern. Obwohl er bis zu 49 Fohlen pro Jahr zeugte, waren nur wenige rein ägyptische darunter. Das änderte sich erst, als er 1979 von Jarrell McCracken erworben wurde, dem Besitzer der Bentwood-Farm. Zu dieser Zeit war Bentwood das größte Gestüt für Ägypter in Nordamerika.

Photo: Johnny Johnston
The Egyptian Prince auf der Bentwood-Farm
„Ich hatte ihn noch nie gesehen“, erinnert sich Lisa Lacy, die Tochter von Jarrell McCracken. „Natürlich kannte ich Morafic und hielt seine Mutter Bint Mona für eine der exquisitesten Stuten, die man sich vorstellen kann. Ich hatte sie oft auf der Gleannloch-Farm gesehen. Also kannte ich sein Pedigree und auch einige seiner Nachkommen. Von den Fotos wusste ich, dass er schneeweiß war und einen schönen Kopf besaß. Aber das war auch schon alles. Wie er wirklich aussah, wusste ich nicht.“
Natürlich hatte auch ihr Vater schon viel von ihm gehört und war besonders von seinem Pedigree fasziniert, aber auch er hatte ihn noch nie gesehen. Das Zuchtprogramm der Bentwood-Farm konzentrierte sich auf den Hengst Ibn Moniet El Nefous (Morafic x Moniet El Nefous), für den über die Jahre etliche der besten Ägypterstuten aus aller Welt zusammengekauft worden waren. Da seine Töchter nun im zuchtfähigen Alter waren, suchte man nach einem passenden Hengst für sie. Der Zeitpunkt stimmte, denn The Egyptian Prince stand zum Verkauf. Jarrell McCracken sicherte ihn sich für 550 000 Dollar. Ein stolzer Preis für einen zwölfjährigen Hengst, den er noch nie gesehen hatte!
Er kam im Dezember 1979 auf der Bentwood-Farm an, gerade als sich die gesamte McCracken-Familie auf dem Salon du Cheval in Paris befand. Lisa Lacy erinnert sich an ihre Heimkehr: „Ich rannte als erstes in den Stall. Ein Blick und ich wusste, dass er genauso aussah, wie ich ihn mir vorgestellt hatte. Er sah Bint Mona so ähnlich wie kein anderer!“

Photo: Randi Clark
The Egyptian Prince verbrachte seine letzten Jahre bei "Arabians Ltd." in Texas
Eine der schönsten Prince-Töchter war zweifellos die Fliegenschimmelstute AK Nawaal. Ihre Mutter, die braune Dahmah Shahwaniah (von Ansata Ibn Halima), war eine Tochter des berühmten Gleannloch-Imports Bint Maisa El Saghira (von Nazeer), die erste Nazeer-Tochter, die bei den amerikanischen Nationals siegreich in Erscheinung getreten war.
AK Nawaal kam am 12. Mai 1981 zur Welt und verbrachte ihre ersten unbeschwerten Lebensjahre auf den unendlichen Weiden der Bentwood-Farm. Von Anfang an war sie etwas Besonderes und stach aus der Gruppe heraus. Selbst als Jährling, für viele Pferde die ungünstigste Phase, sah sie wie eine Prinzessin aus. „Ich sah sie zum ersten Mal als Jährling auf der Bentwood-Farm“, erinnert sich der bekannte Züchter Willi Poth. „Sie war bezaubernd. Ich bewunderte sie von Herzen und versuchte sie zu kaufen. Leider vergeblich!“
Mit vier Jahren wurde sie zum ersten Mal gedeckt und brachte im Jahr darauf den Hengst AK Nawadi (von Shaikh Al Badi) zur Welt. Er sollte der Vater des am Anfang erwähnten Wallachs Nawadi Jaabir werden. Wiederum ein Jahr darauf wurde seine Vollschwester AK Desert Rose geboren. Obwohl noch sehr jung, galt AK Nawaal damals schon als eine der schönsten Stuten der Bentwood-Herde. Sie war eines jener Wesen, deren Schönheit so exotisch und deren Temperament so angenehm ist, dass es ein Privileg aber auch eine wahre Freude ist, sie zu besitzen. Viele hätten ein Vermögen gegeben, um sie ihr Eigen zu nennen, aber die McCrackens trennten sich um keinen Preis der Welt von ihr.

Photo: Nicole Sachs
AK Nawaal im Alter von zwanzig Jahren in Deutschland
Ende der achtziger Jahre machte die Bentwood-Farm bankrott und die meisten Pferde kamen unter den Hammer. Am 23. Juli 1988 versteigerte Sotheby's in wenigen Stunden 104 Stuten, die meisten von ihnen mit Fohlen bei Fuß und/oder tragend. Viele Züchter aus allen Teilen der Welt waren gekommen, um zu schauen – und zu kaufen. Baron Zichy-Thyssen aus Argentinien war einer von ihnen. Er hatte schon lange ein Auge auf AK Nawaal, ihre Mutter Dahmah Shahwaniah, auf Nawaals Halbschwester AK Salimah Sharaf (von Moniet El Sharaf) und auf den Halbbruder Ibn Dahman (von Ibn Hafiza) geworfen – und nun war die Zeit gekommen, um zuzugreifen. Aber er war nicht der einzige, der sich für Nawaal interessierte. Als sie im Ring erschien, sah sie wie die Verkörperung arabischer Schönheit und Anmut aus. Ein wenig schüchtern stand sie da und versuchte ihr kleines Hengstfohlen AK El Nawaal (von AK El Zahra Moniet) vor den vielen fremden Menschen zu schützen, die sie noch nie zuvor gesehen hatte. Ihre zarte Erscheinung und ihre zauberhafte Art zogen die Menschen in Bann und man überbot sich gegenseitig, um ihrer habhaft zu werden. Als der Hammer fiel, stand der Verkaufspreis bei unglaublichen 220 000 Dollar und Baron Zichy-Thyssen hatte den Zuschlag erhalten! Unnötig zu erwähnen, dass dies der Spitzenpreis der gesamten Auktion war. Den zweithöchsten Preis erzielte AK Salima Sharaf, die Zichy-Thyssen 115 000 Dollar wert war. Der Durchschnittspreis pro Pferd betrug 16 724 Dollar und das mag einen kleinen Hinweis auf AK Nawaals Qualitäten geben.
Die gesamte „Familie“ reiste nach Argentinien: Nawaal und ihr Fohlen wurden von ihrer Tochter AK Desert Rose, der Mutter Dahmah Shahwaniah und den Geschwistern Ibn Dahman und AK Salimah Sharaf begleitet.

Photo: Johnny Johnston
AK Nawaals Halbbruder Ibn Dahman begleitete sie nach Argentinien
In ihrem neuen argentinischen Zuhause wurde Nawaal wie eine Königin behandelt. Sie wurde nie auf einer Schau gezeigt. Wer sie sehen wollte, musste auf das Gestüt kommen. Und die Menschen kamen – von überall her. Nawaal bekam fünf Fohlen in Argentinien, von denen ihre Tochter ZT Bint Nawaal (von Ruminaja Bahjat) das Schönste war.

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AK Nawaals Enkeltochter ZT MARIISIY (Imperial Madheen x ZT Bint Nawaal)
Willi Poth hatte Nawaal nicht vergessen. Er besuchte sie in Argentinien und als er sie dort wiedersah, wusste er, dass er sie einfach haben musste. Aber der Baron war nicht an Geld interessiert und wollte sich ohnehin nicht von ihr trennen. Aber ihm gefiel Willi Poths Hengst Ibn El Moniet, der in Europa durch seinen extremen Typ und seine exotischen Fohlen kein unbeschriebenes Blatt war. Nach langen Diskussionen hatte Willi Poth, was er haben wollte: Er tauschte Ibn El Moniet gegen die Stuten AK Sherifa (von Ansata El Sherif) und AK Nawaal! „Sie war ein selten schönes Wesen“, sagt Willi Poth noch heute. „Ich fühlte mich wie der glücklichste Mann auf Erden. Nun hatten wir Nawaal endlich bei uns auf dem Gestüt in Frankreich. Manchmal gehen Träume eben doch in Erfüllung!“ Aber sie währen nicht lange. Pferdehaltung ist teuer und Rechnungen müssen bezahlt werden. Es war eine schwere Entscheidung. „Um ehrlich zu sein, eine der schwierigsten in meinem Leben“, gibt Willi Poth zu. Er musste sich wieder von Nawaal trennen und verkaufte sie an Rosemarie Kolsters „Authentic Egyptian Stud“ in Deutschland. „Wenn ich die Augen schließe, kann ich sie noch immer vor mir sehen“, schwärmt er. „Ihre Schönheit war mit Worten kaum zu beschreiben!“

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AK Nawaals Tochter Ni'ma Abadi in Ägypten
„Als ich Nawaal auf einem kurzen Video sah, war mir klar, das sie genau die Stute war, nach der ich so lange gesucht hatte“, sagt Rosemarie Kolster. Kurz nach Nawaals Ankunft auf ihrem Gestüt brachte sie ein ausgezeichnetes Stutfohlen, Nadeemah (von ZT Sahjat), zur Welt, das mittlerweile zu einer ausdrucksstarken Mutterstute herangewachsen ist.

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Ni'ma Abadi
Rosemarie Kolster brachte Nawaal dann zu Maysoun (Ansata Halim Shah x Maysouna). Diese Anpaarung zeitigte ein herausragendes Ergebnis: die Stute Ni'ma Abadi. Sie reifte zu einer von Nawaals einflussreichsten Töchtern heran, die ihrer Mutter in Schönheit und Anmut nicht nachsteht. „Nacht etlichen Versuchen konnte ich sie 1989 als Jährling kaufen“, sagt Christina Krumm, Besitzerin des Gestüts „Tameri Arabians“. Sie kannte die Stute von Babybeinen an. „Selbst als sie erst ein paar Stunden alt war hatte sie schon eine unglaubliche Ausstrahlung“, sagt sie.

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Ni'ma Abadi mit ihrer Tochter Tameri Nawaal (von Al Kidir)
„Nima ist eine würdige Nachfolgerin ihrer Mutter. Ihr Erbe lebt in ihr weiter. Wir hatten das große Glück, von Nima hintereinander drei außergewöhnliche Töchter zu bekommen: Amira Shahwaniah (von Al Kidir), Tameri Nazeerah (von Abbas Pasha I) und Tameri Nawaal (von Al Kidir).“

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Ni'ma Abadis erstes Enkelkind: Ein Stutfohlen von Amun Re aus der Amira Shahwaniah
„Nima vereinigt alles in sich, was man sich bei einer Zuchtstute wünschen kann. Sie besitzt ein hervorragendes Pedigree, sie ist unglaublich schön, hat einen liebenswerten Charakter, ist eine perfekte Mutter und liefert eine schöne Tochter nach der anderen“, sagt Christina Krumm stolz. In diesem Jahr wurde Nimas erstes Enkelkind geboren. „Natürlich ein Stutfohlen“, lacht die Besitzerin glücklich. „Es ist die Tochter von Amira Shahwaniah und unserem selbst gezogenen Amun Re (von Maysoun).“

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Ni'ma Abadi mit ihrer Tochter Subh Al Khaled (von Amun Re)
Im Jahr 2004 trennte sich Christina Krumm allerdings schweren Herzens von ihrer Nima und verkaufte sie an Scheich Khaled Bagedo. „Auf seiner Al Khaled-Farm in Ägypten werden die Pferde hervorragend versorgt“, sagt sie. Ward Bemong ist der Manager und seine Frau Mieke kümmert sich hingebungsvoll um die Pferde. „Ich trennte mich nur von Nima, weil ich wusste, dass es kaum einen Platz auf der Welt gibt, wo sie es besser haben würde. Und sie kann ihr wertvolles Erbgut weitergeben.“
Kurz nach ihrer Ankunft in Ägypten bekam sie pünktlich zum festgesetzten Termin ihr Fohlen von Amun Re. Sie haben es bereits erraten – es war wieder ein Stutfohlen! Subh Al Khaled kommt ganz nach ihrer Mutter, erbte ihre leichten Bewegungen und den harmonischen Körperbau und dazu die liebenswürdige Art und die große Ausstrahlung. „Letztes Jahr besuchte ich Nima und ihr Töchterchen Subh Al Khaled in Ägypten und war begeistert, wie gut beide aussahen“, sagt Christina Krumm zufrieden.
Letzten April bekam Nima ihr erstes Fohlen vom Gestütspascha El Thay Khemal Pasha. Ein Stutfohlen? Natürlich – oder hätten Sie etwas anderes erwartet...

Photo: Christina Krumm
Subh Al Khaled (Amun Re x Ni'ma Abadi) auf der Al Khaled-Farm in Ägypten
AK Nawaals nächstes Fohlen kam 1998 zur Welt „Ich hatte mich entschieden, Nawaal wieder mit einem Sohn von Ansata Halim Shah zu belegen“, erklärt Rosemarie Kolster. Dieses Mal war es ihr eigener, eleganter, weißer Schwan El Ahhim Shah (Ansata Halim Shah x AK Athea von Ibn Moniet El Nefous), der 1997 aus den USA importiert worden war. „Ich war und bin von ihm überzeugt, darum gab ich ihm einige meiner besten Stuten.“ Keine schlechte Entscheidung, wie wir heute wissen. Seine erste Tochter, Nadirah El Shah, war gleich ein Treffer. Sie behielt den Charme ihrer Mutter Nawaal, zeigte aber mehr Linie und die energischen Tritte des Vaters. „Nadirah wusste von Anfang an, dass sie etwas ganz Besonderes war und benahm sich entsprechend“, lächelte Rosemarie Kolster. Sie ist ausnahmslos die Favoritin aller, die auf das Gestüt kommen, ganz egal, ob es sich um versierte Pferdeleute oder um Neueinsteiger handelt. Jeder wird von ihrem Charme verzaubert. Kommen Sie und erleben es selbst...
Richtern aus aller Welt ging es nicht anders: Sie machten sie zur Junioren-Championesse des Egyptian Events und der „Classic Egyptian Show“ in Holland und zur Reserve-Junioren-Championesse der Deutschen National-Schau. Alle Titel gewann sie als Zweijährige.

Photo: Gigi Grasso
Nadirah El Shah (El Ahhim Shah x AK Nawaal)
Ein Jahr später schlug das Schicksal zu. Nadirah El Shah hatte einen beinahe tödlichen Unfall, musste für dreizehn Monate in die Tierklinik. Ihre Verletzungen waren so groß, dass es kaum Hoffnung für sie gab. Doch sie schaffte es, kämpfte und siegte. „Kaum zu glauben, welche Stärke in dieser zarten Stute steckte“, sagt ihre Züchterin. Heute bewegt sie sich vollkommen normal und sieht genauso schön aus wie vor dem Unfall. Eigentlich wurde sie von Jahr zu Jahr sogar noch schöner und femininer, wenn das bei ihr überhaupt möglich ist. „Organisch ist Nadirah wieder vollkommen gesund, doch leider wurde sie bei dem Unfall so stark traumatisiert, dass sie bisher noch nie ein Fohlen bekam“, seufzt Rosemarie Kolster. „Aber ich hoffe auch dieses Jahr wieder, dass es endlich klappt.“ Im Jahr 2003 wurde Nadirah El Shah als „Prämienstute“ des VZAP ausgezeichnet.

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Selbst im Winterfell ist Nadirah El Shah eine Schönheit
Nach Nadirah überraschte Nawaal ihre Besitzerin mit einem Hengstfohlen von Maysoun. Wie nicht anders zu erwarten, war er von Typ und Adel außergewöhnlich. Doch Authentic Ibn Nawaal hat mehr zu bieten: Wer sieht, wie er trabt, ist begeistert vom Schwung seiner Bewegungen, dem schwingenden Rücken mit dem ausgeprägten Widerrist, der schrägen, optimal gelagerten Schulter und er der starken Hinterhand mit der langen Kruppenpartie, seinem „Motor“, der ihm größtmöglichen Schub verleiht. Vielleicht ist es aber sein sanftmütiger Charakter, der ihn so einzigartig und für seine Besitzerin so wertvoll macht. Seine charmante Art etwas zu fordern oder sich zu bedanken, lässt ihn besonders liebenswert erscheinen. Egal, was man von ihm fordert – er sagt zu allem „ja“. „Er kommt meinem Ideal von einem Araberhengst sehr nahe und ich bin sicher, dass er seine Spuren in der Zucht hinterlassen wird“, erklärt Rosemarie Kolster stolz.

Photo: Babette Krall
Authentic Ibn Nawaal (Maysoun x AK Nawaal)
Noch nie hat er sie enttäuscht, vom Tag seiner Geburt an bis heute ist er eigentlich immer besser geworden. Seine Schauerfolge legen beredtes Zeugnis davon ab: Reserve-Champion des Intercups in St. Pölten im Jahr 2000, Reserve-Sieger der National-Schau in Neustadt/Dosse im Jahr 2001, Goldschleife bei der Hengstschau im gleichen Jahr (er war der jüngste Prämienhengst), Junioren-Champion der National-Schau 2002 und Junioren-Champion der Internationalen Schau in Bábolna 2002. Im Jahr darauf legte er seine Hengstleistungsprüfung ab – eine Ausnahme in heutiger Zeit. 2004 gewann sein Sohn Authentic Kiyara den Klassensieg auf dem Egyptian Event in Großbritannien. Kein Wunder, dass er bei deutschen Züchtern sehr beliebt ist.

Photo: Susanne Bösche
AK Nawaals Sohn Authentic Ibn Nawaal
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Im Jahr 2000 wurde seine Vollschwester Authentic Nawaali geboren. Doch es sollte nicht sein: Bei einem Unfall auf der Weide kam sie ums Leben. „Ich war am Boden zerstört“, erklärt Rosemarie Kolster. „Als dieses bezaubernde kleine Wesen starb, war ich fertig mit der Welt.“ Aber ein Jahr später brachte Nawaal erneut ein Stutfohlen, dieses Mal von Nabeel II (von Maysoun), und Rosemarie Kolster konnte wieder aufatmen. Sie ließ die kleine Authentic Nabeelah nicht aus den Augen und wachte wie eine Löwin über sie. Die Fuchststute, kräftig im Fundament, stark in der Bewegung und ausnehmend harmonisch, erinnert im gesamten Aufriss stark an ihre Großmutter Dahmah Shahwaniah.

Photo: Melanie Groger
Authentic Nabeelah (Nabeel II x AK Nawaal)
Wie ihre ältere Schwester Nadirah El Shah wurde sie auf einigen Schauen gezeigt und errang die folgenden Auszeichnungen: Reserve-Junior-Championesse der Internationalen Schau in Bábolna 2002 und den Klassensieg der „Egyptian Classic Show“ in Tilburg 2002. Als Dreijährige wurde sie ebenfalls in den Status einer VZAP-Prämienstute erhoben – damit ist sie die zweite Nawaal-Tochter, der diese Ehrung zuteil wurde.

Photo: Babette Krall
AK Nawaals Tochter Authentic Nabeelah
Nabeelah hat ihre Züchterin bisher mit zwei Stutfohlen belohnt. Damit scheint sie ihrer Schwester Ni'ma Abadi nacheifern zu wollen. „Ich habe nichts dagegen“, lacht Rosemarie Kolster. Die zwei Töchter der Nabeelah, Authentic Nazira und Authentic Nafisa (beide von El Ahhim Shah), geboren 2005 bzw. 2006, sehen fast wie Zwillinge aus.

Photo: Babette Krall
Das Erbe lebt weiter : Authentic Nafisa (El Ahhim Shah x Authentic Nabeelah)
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Beide sind bezaubernde kleine Varianten ihrer Mutter, allerdings mit extremen Gesichtern. Sie bewegen sich so energisch wie kleine Traktoren und besitzen eine unglaublich große Aufrichtung. Wie ihre Mutter lieben sie Menschen und tun alles, um ihnen nahe zu sein. „Sie sind mehr Hunde als Pferde“, lacht ihre Besitzerin zufrieden. „Ich hoffe sehr, dass ihre Mutter, die in der Blüte ihrer Jahre steht, uns noch mit vielen schönen Fohlen beschenken wird!“

Photo: private
Authentic Nazira (El Ahhim Shah x Authentic Nabeelah)
Mit ihren „deutschen“ Töchtern Nadeemah, Ni'ma Abadi, Nadirah El Shah, Authentic Nabeela und ihrem Sohn Authentic Ibn Nawaal ist der „Elite“-Titel, den Nawaal erhielt, mehr als verdient. Er sollte den Großen der Araberzucht vorbehalten bleiben, die nicht nur selbst dem Zuchtziel entsprechen, sondern durch ihre Nachkommensleistung sicherstellen, dass ihr Erbe weitergetragen wird. Keine Frage, Nawaals Erbe wird weiterleben!
Kurz vor ihrem vierundzwanzigsten Geburtstag starb sie am 9. April 2005. Es war ein schwarzer Tag für alle auf dem Gestüt Authentic Egyptian Arabians. „Nawaal bedeutete mir alles, was ein Pferd einem bedeuten kann", sagt Rosemarie Kolster. „Sie war Freundin, Inspiration, eine überragende Zuchtstute. Mehr kann man nicht verlangen."
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