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Welches
Buch liegt neben Ihrem Nachttisch?
”Authentic
Arabian Bloodstock” von Judith Forbis. Danke,
Judi! Welch ein Nachschlagewerk, welche Bilderfülle – und dann auch noch
nach Strains sortiert! Ich halte das Züchten nach Strains für einen weiteren
wichtigen Teil in der Kunst des Züchtens.

Photo:
Little
Abraxas
Abu Hilal
(ET
Crown Prince x AH Abraxas)
Welches
Pferd würden Sie gerne in Ihrem Stall haben?
Seit über 35 Jahren züchte
ich nun arabische Pferde. Es war ein harter Weg. Aus Fehlern lernt man. Ich
bewundere jeden, der es geschafft hat ein Zuchtprogramm zu schaffen, das frei
ist von schlechten genetischen Eigenschaften (Bockhufe, Überbiss, inkorrekte
Fundamente, schwieriges Temperament, viel Weiß im Auge, SCID). Ich weiß,
durch eine einzige falsche Entscheidung kann ich mir solche Fehler einhandeln.
All diese versteckten Faktoren können in den Genen eines bestimmten Pferdes
vorhanden sein. Das ist wichtig für uns. Wir sind mit unserem Zuchtprogramm
an einem Punkt angelangt, an dem die nächste Generation immer ein Stück
besser ist als die davor. Und keine dieser negativen Eigenschaften ist in
unserem Programm vorhanden. Es hat fast ein ganzes Menschenleben lang
gedauert, um uns eine Grundlage zu schaffen, die frei ist von all diesen
Merkmalen – und jede weitere Anpaarung wird auf versteckte Negativmerkmale
überprüft.

Photo:
Little
Abraxas
Hilals Gem -
die
Vollschwester von Abraxas Abu Hilal
Pferdezucht
ist nichts, was man auf die leichte Schulter nehmen sollte. Es bedarf nicht
nur großer Passion, Sie müssen ein fundiertes Wissen aufgebaut haben und
sich ständig weiter bilden. Und gerade dann, wenn Sie sich ganz sicher sind,
dass Sie eine Traumanpaarung gefunden haben, taucht eine Information auf,
die alles umkehren kann.
Nach
all den Jahren reicht es mir nicht mehr ein Pferd zu betrachten und es zu
bewundern, nur weil es hübsch aussieht. Ich habe gelernt, dass viele Faktoren
zu diesem Pferd gehören, die nicht zu sehen, gleichwohl aber ungeheuer
wichtig sind – speziell, wenn es sich um ein Zuchtpferd handelt.
Darum
ist es schwierig Pferde und Anpaarungen zu finden, die auf demselben Konzept
basieren. Es gibt einige Hengste, die wir ausprobieren werden. Und wir hoffen,
Fohlen zu bekommen, die frei von den erwähnten Negativmerkmalen sind. Aber
der Genpool ist sehr klein geworden und die Auswahlmöglichkeiten sind
begrenzt. Einfach "Bint" mit "Ibn" anzupaaren, das macht für
mich keinen Sinn. Vor einer bestimmten Anpaarung sind viele Fragen zu
beachten. Warum? Nun, wenn Sie zehn Jahre lang keine Probleme mit versteckten
Negativmerkmalen hatten, wollen Sie sicher auch in den nächsten zehn Jahren
nichts davon wissen – oder? Die
Natur erschafft und kreiert nach ihrem eigenen Ermessen – allerdings nicht
ohne den Regeln der Genetik zu folgen.
Hier
ist eine Liste der Fragen, die Züchter meiner Meinung nach jedem
Hengstbesitzer stellen sollten bevor
sie ihre Stute zum Decken bringen.
1.
Hat der Hengst etwa Nachkommen mit Bockhufen? Wenn ja, vergleichen Sie die Anzahl
der Fohlen mit Bockhuf mit der Gesamtzahl der gedeckten Stuten. Versuchen Sie
herauszufinden, ob auch die Stute ihren Teil dazu beitrug.
2. Hat der Hengst Nachkommen mit inkorrekten Beinen (z.B. lange weiche Fesseln)? Wenn
ja, wieder die Anzahl der Fohlen mit Fehlern mit der
Gesamtzahl der gedeckten Stuten vergleichen. Und auch hier kann die Stute
beteiligt sein.
3.
Hat der Hengst Nachkommen mit viel Weiß im Auge? Und wieder vergleichen:
Anzahl der Fohlen mit Weiß im Auge – Anzahl der gedeckten Stuten.
4.
Hat der Hengst Fohlen mit Überbiss gezeugt? Auch hier wieder der Vergleich
zwischen Fohlen mit Überbiss und gedeckten Stuten.
5.
Ist der Hengst Überträger der kombinierten Immunschwäche
SCID? Es ist traurig, dass so viele Fohlen sterben müssen oder neue
SCID-Träger werden, weil einige Züchter ihre Hausaufgaben nicht gemacht
haben. Macht es Sinn einen SCID-Träger einer SCID-freien Stute zuzuführen?
Manche Züchter meinen, alles sei in Ordnung, wenn ihre Stute SCID-frei ist.
Das stimmt nicht ganz – mit fünfzigprozentiger Wahrscheinlichkeit kommt ein
Fohlen zur Welt, das SCID-Träger ist!
Diese Fragen – und die Antworten der Hengstbesitzer – liefern Züchtern
wichtige Informationen über geplante Anpaarungen.
Ist
es opportun solche Fragen überhaupt zu stellen? Ich denke ja. Sie helfen bei
aktuellen Zuchtentscheidungen und nützen letztendlich auch nachfolgenden
Generationen. Niemand sollte sich von diesen Fragen angegriffen fühlen –
sie sind das Resultat meiner jahrelangen Erfahrungen. Es geht um die Wahrheit,
um die züchterische Wahrheit. Ich sage das ganz bewusst und richte das an
die Adresse aller Züchter – denn es geht um das arabische Pferd.
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