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| Von Emma Maxwell | |
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Im Titel: Der Hengst Mourad (Gassir x Mabrouka) |
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| Dieser Artikel beschäftigt sich mit den Stutenfamilien Ägyptens und den Hengstlinien, mit deren Hilfe Nazeer seinen starken Einfluß ausübte. Anschließend werde ich auf die Problematik zu sprechen kommen, die ein Zuchtkonzept mit "limitierten" Blutlinien mit sich bringt. Die andere große Hengstlinie in Ägypten neben Nazeer ist die des Rabdan (geboren 1897). Sein Sohn Ibn Rabdan gründete einige Hengstlinien, die heute immer noch existieren - wenngleich sie überschattet werden vom Einfluß des Nazeer. Seine beiden Söhne Shahloul und Hamdan (beide aus der Bint Radia) erreichten Bekanntheit durch ihre hervorragenden Töchter, aber auch ihre Hengstlinie setzt sich fort. Shahloul kam durch seinen Enkel, dem hübschen Tuhotmos (x Moniet El Nefous) zu Ehren, der wiederum viele schöne Stuten hervorbrachte. Einige dieser Tuhotmos-Töchter bildeten den Grundstock des Gestütes Kauber Platte in Deutschland. Ein weiterer Enkel Shahlouls war Gassir, der viele Jahre von der EAO eingesetzt wurde, ebenso wie dessen Sohn Mourad (x Mabrouka). |
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Gharib (Anter x Souhair) |
Hamdan wurde zur einer der Säulen der "Hamdan Stables" in Ägypten, und sein Sohn Anter kam im Gestüt der EAO intensiv zum Einsatz. Anter lieferte mit Gharib (x Souhair) den schwarzen Hauptbeschäler des Haupt- und Landesgestüts Marbach in Deutschland. Obwohl er am Anfang regelrecht beschimpft wurde nicht so typvoll zu sein wie sein Stallnachbar Hadban Enzahi (Nazeer x Kamla), entpuppte er sich schließlich als sichere Quelle für korrekte, harmonische Pferde mit guten Hälsen und exzellentem Charakter. Ein gutes Beispiel ist sein Urenkel The Minstril (Ruminaja Ali x Bahila). Gharibs Ansehen gewann enorm als sein Enkel Hadidi (Norus x Hebet Allah) im Jahre 1998 das Welt-Championat von Paris gewann. Ein eindrucksvoller Hengst, der auch ein qualitätsvoller Vererber zu sein scheint. |
| Ein weiterer Vertreter der Ibn-Rabdan-Linie
ist der 1945 geborene Sameh (El Moez x Sameera). Er diente dazu die Konformation zu
verbessern; er war ein Garant für eine starke Hinterhand. Sameh hatte einen besonders
bekannten Enkel: den vom Gestüt St. Clair nach Amerika exportierten El Mareekh (Aseel x
Rawayeh). Bis zur Auflösung ihres Gestütes setzten sie den starken aber sehr typvollen
Ibn El Mareekh (El Mareekh x Bint Deenaa) als Hauptbeschäler ein. Es ist sicherlich richtig, wenn man sagt, daß der durchschnittliche Ägypterzüchter sich besser mit Pedigrees auskennt als jeder andere. Normalerweise kann er einem ohne zu zögern die Mutterlinie und den Stamm eines seiner Pferde nennen. Im Gegensatz dazu sieht es auf der "Erzeugerseite" schon schlechter aus. Aber immerhin: Hier reicht das Wissen meist noch bis zum Vater oder Großvater! |
El Mareekh (Aseel x Rawayeh) |
| Warum also kennt sich der Ägypterzüchter im Pedigree-Dschungel so gut aus? Nun, zum einen liegt es daran, daß es einfach weniger Namen gibt, mit denen er sich abmühen muß. Es gibt weit weniger bedeutende Stutenlinien als, sagen wir, in der polnischen oder spanischen Zucht. Und natürlich, weil die wenigen bedeutenden Familien wirklich Unterschiede hinsichtlich ihrer Typerscheinung zeigen. Außerdem basierte das gesamte Konzept der "Pyramid Society" darauf, ausschließlich die Blutlinien Ägyptens zuzulassen. Und das führte zwangsläufig dazu, daß sich die Züchter mit den Pedigrees ihrer Pferde beschäftigen mußten. Die kenntnisreichen Bücher von Judith Forbis sind in diesem Zusammenhang übrigens ein Segen... |
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Ibn Moniet El Nefous |
Die Mutterlinien ägyptischer Pferde
können in sechs Stämme unterteilt werden. Historisch gesehen unterscheiden sie sich im
Erscheinungsbild und ich finde, sie tun es auch noch heute. Saklawi Fangen wir mit den Saklawis an, die im besonderen durch die elegante Fuchsstute mit dem außerordentlich feinen Gesicht Moniet El Nefous berühmt wurden. Sie hatte zwei einflußreiche Töchter, Mabrouka und Mouna (von Sid Abouhom). Ihr bedeutendster Sohn neben Tuhotmos dürfte sicherlich Ibn Moniet El Nefous (von ihrem Enkel Morafic) gewesen sein. Mabrouka brachte Morafic zur Welt, die Verköperung des Saklawis: Sein Kopf war lang, schmal und fein, der Hals lang (und ein bißchen eckig), die Beine ebenfalls lang. Seine Vollschwester war Ansata Bint Mabrouka, die den Fliegenschimmel Ansata Ibn Sudan hervorbrachte; eine gößere und elegantere Ausgabe seines Dahman-Vaters Ansata Ibn Halima. |
| Mabrouka war ebenfalls die
Mutter des oben erwähnten EAO-Beschälers Mourad (von Gassir), während Mouna den als
Staatsgeschenk nach Marokko gelangten Burhan (von Morafic) hervorbrachte, der dort sehr
erfolgreich eingesetzt wurde. Sein Blut findet sich heute sogar in Spanien. Die
Mouna-Tochter Bint Mona (von Nazeer) gehört zu den Gründerstuten der Gleannloch-Farm und
wurde die Mutter von The Egyptian Prince (v. Morafic), Mohssen (v. Ansata Ibn Halima) und
der doppelten "US National Top Ten"-Stute Il Muna (ebenfalls v. Morafic). Mouna
gründete in Deutschland mit ihren Töchtern Mahiba und Moneera (beide v. Alaa El Din)
eine Linie ganz besonders edler und feiner, wenngleich im Exterieur ein wenig eckiger
Pferde. Diesem Zweig entstammt der erfolgreiche Hengst Maysoun (Ansata Halim Shah x
Maysouna). In England zeigt der Hengst Crusader
(Salaa El Dine x AK Kastana) heute die typischsten Merkmale eines Saklawis. Er entstammt
der Linie der El Samraa (Inshass), aus der auch Sameh hervorging.
Dem in Crabbet verwurzelten Zweig der Saklawis gehörten die Hengste Hamdan und Shahloul an (und Hamdans Sohn Anter). Die Stute Bint Serra, eines der Stammpferde der Babson-Farm in den USA, gehörte ebenfalls dieser Linie an. Ihr Nachfahre AK El Sennari (Ibn Moniet El Nefous x Il Bint Khedena) ist einer der typischsten Saklawi-Hengste. Er stand ebnfalls eine Zeit in Großbritannien, befindet sich nun aber im königlichen Gestüt von Jordanien. |
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| Dahman Shahwan Der Dahman Shahwan ist im Erscheinungsbild gemäßigter als der Saklawi. Er wirkt weniger langlinig, ist aber trotzdem nicht so solide wie der Kohailan. Das klassiche Beispiel ist Ansata Ibn Halima (Nazeer x Halima): Überaus typvoll, aber runder und breiter in der Knochenstruktur als Morafic. Die tiefen, weit auseinanderstehenden, runden Augen von Ansata Ibn Halima sind die gößten Vorzüge dieses Stammes. Ibn Halima ließ sich zurückführen auf Farida, eine Stute des Prinzen Mohammed Ali. Sie war auch die Mutter des siegreichen Rennpferdes Balance und der Stuten Bint Farida und Ragia. Ragia war die Großmutter von Ansata Ibn Halima und seiner nach Deutschland exportierten Halbschwester Moheba (Sid Abouhom x Halima). Moheba wiederum ist die Urgroßmutter von zwei der besten Hengste die in Deutschland geboren wurden: Malik (Hadban Enzahi x Malikah) und Madkour I (Hadban Enzahi x Moheba II). Maliks Vollschwester Maymoonah ist die Mutter des zeitweilig nach Amerika verpachteten Messaoud (der Vater von Orashan und Imperial Madheen). |
Ansata Ibn Halima (Nazeer x Halima) |
Madkour I (Hadban Enzahi x Kamla) |
Bint Farida war ihrerseits die Großmutter der einflußreichen Stuten Nefisa (Balance x Helwa) und Abla (Nazeer x Helwa). Zu Nefisas Enkeln gehören die Vollgeschwister El Hilal, Nourah und Negmaa (Ansata Ibn Halima x Bint Nefisaa) und der bekannte "Ramses" Fayek (Nazeer x Fayza II). Abla war eine der beliebtesten Stuten der EAO und brachte in der Anpaarung mit Anter viele gute Stuten. Ein beachtenswertes Trio waren ihre Töchter Looza (Mutter des guten EAO Fuchshengstes Ibn Akhtal), die hübsche Adaweya (Mutter von Mrs. Ratcliffs Ikbal) und Nagat (Großmutter von MA Alishah). Die Stute Deenaa (Sameh x Dahma II) gehörte ebenfalls zum Zweig der Farida. Sie war bekannt dafür, ihren Nachkommen einen exzellenten Körper mit besonders korrekten Beinen und darüber hinaus wunderschöne Augen zu vererben. Ihre Töchter in Großbritannien AK Fanniya und Bint El Sanaa zeigen das in Vollendung. Deenaas Tochter Bint Deenaa (v. Ansata Ibn Halima) wurde die Mutter von drei weltweit einflußreichen Hengsten: Ibn El Mareekh (v. El Mareekh) in Amerika, Anaza Bay Shahh (v. Shaikh Al Badi) in Australien und Anaza El Farid (v. Ruminaja Ali) in Argentinien. |
| Der zweite Dahman-Zweig von Ali Pasha Sherif-Pferden ist der von Obeya. Diese Familie baut größtenteils auf der 1924 geborenen Stute Bint Sabah auf. Sie ist die Mutter von Sheikh El Arab (v. Mansour), der Nazeer einige seiner qualitätsvollsten Partnerinnen lieferte und von Bint Sabah, eine der Gründerinnen der speziellen Babson-Linie. | |
| Diese Linie lieferte die
wunderbare "US National Champion"-Stute Fa Halima (Ansata Ibn Halima x Sabrah)
und Mrs Andersons Kerim Shah, eine typischen Dahman-Vertreter in England. Bint Sabah
war aber auch die Mutter von Bukra, die den "deutschen" Ghazal (v. Nazeer)
hervorbrachte und seine Vollschwester Ansata Bint Bukra. Diese wiederum ist die
Großmutter von Ansata Halim Shah, einem idealen Dahman mit dem für diese Linie
typischen, kurzen Kopf. Eine andere Bint Sabah-Tochter, Layla, war die Mutter von Sid
Abouhom und die Großmutter der Stute Kamar, die als Gründerin der Pharrah-Dynastie Geschichte machte.
Eine kleinere und ein wenig andere Dahman-Familie ist die der Stute Durra. Sie entspringt in Bahrain. Diese Familie ist berühmt für ihre sich hervorragend bewegende "Park"-Championesse Bint Maisa El Saghira (Nazeer x Maisa), zu deren Nachkommen Shaikh Al Badi, Amaal (beide von Morafic) und die großartige Dahmah Shahwaniah (v. Ansata Ibn Halima) zählen. |
Amaal (Morafic x Bint Maisa El Saghira) |
| Zu Dahmah
Shahwaniahs bekanntesten Töchtern gehört wiederum die Stute AK Nawaal (v. The Egyptian
Prince), die von Graf Zichy-Thyssen beim "Bentwood Dispersal" für über 100 000
Dollar ersteigert wurde. Mittlerweile steht AK Nawaal in Deutschland. Fortsetzung folgt... |
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