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| Von Emma Maxwell | Teil 2 |
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Im Titel: Der Hengst Ruminaja Ali (Shaikh Al Badi x Bint Magidaa) |
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| Hadban Die Pferde des Hadban-Stammes werden von Carl Raswan als ein wenig schwerer beschrieben als die Saklawis und etwas "eckiger" als die Kuhailans; sicherlich eine Kombination, die auf den ersten Blick nicht sehr attraktiv erscheint. Aber es zeigt sich, daß gerade der Hadban-Stamm für den hohen Anteil außergewöhnlicher Vererber in der ägyptischen Zucht verantwortlich ist. Weder die englische, spanische, polnische noch die russische Zucht verfügen über eine Hadban-Enzahi-Stutenlinie Äypten ist die einzige Quelle. |
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| Eine kurze Aufzählung der Hengste, die
dieser kleinen Familie entstammen, sagt alles über die Qualität dieser Linie aus:
Ägypten hatte Nazeer, Ibn Rabdan und Amir Al Badeia; Amerika besitzt The Minstril und
Thee Desperado; in Deutschland gehörten Shaker El Masri, Hadban Enzahi und Ibn Galal
diesem Stamm an; in Marokko wirkte El Sud El Aaly und in Rußland Aswan! Großbritannien
hatte Shakhs (Morafic x Shiaa) und verfügt in dem vor kurzem importierten Simeon Sadik
(Asfour x Simeon Safanad) wieder über einen erstklassigen Vertreter der Hadban-Linie. Bemerkenswert am Rande, daß die australische Züchterin Marion Richmond ihr Gestüt auf einer Hadbah aufbaute der Fuchsstute 27 Ibn Galal-5 (Ibn Galal x Hosna) aus Ungarn. Sie brachte ihr die australische National-Champion-Stute Simeon Safanad (v. Sankt George), die ihr wiederum den US-National-Champion Simeon Shai (v. Ra'adin Royal Star) und natürlich - Halsdons Welt-Reserve-Champion Simeon Sadik lieferte. Auch das bekannte Imperial-Gestüt sicherte sich eine Hadbah als Stammstute: die bekannte Malekat El Gamal (Kayed x Nagdia), gezogen im ägyptischen Albadeia-Gestüt. |
27 Ibn Galal-5 (Ibn Galal x Hosna) |
| Ihre nach Qatar exportierte
Enkelin Sundar Alisayyah (Ruminaja Ali x Imperial Sayyah) ist die Mutter der "Middle
East"- und Qatar-Championesse Kamassayah (v. Imperial Al Kamar) und des Nachfolgers
von Ansata Halim Shah in Qatar, Al Adeed Al Shaqab. Der Hadban-Stamm dominiert auch im Albadeia-Gestüt im Augenblick wahrscheinlich das beste Gestüt Ägyptens durch die Stute Zahia (Sid Abouhom x Samha). Der Hauptbeschäler des Gestüts, Farid Al Badeia (Amir Al Badeia x Farida), stammt ebenso aus ihrer Familie wie die "Superstar"-Stute Ibtehag Albadeia (Badran Albadeia x Halawat Albadeia), die 1997 das ägyptische National-Championat gewann. |
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Kasr El Nile (Tuhotmos x Bint El Nil) |
Aswans Vollschwester Shahrzada (Nazeer x Yosreia) wurde die Mutter der beiden bezaubernden Stuten Serenity Sabra (v. Sameh) und Serenity Shahra (v. Anter). Zuerst wurden sie nach Kanada exportiert und danach gelangten sie in das Imperial-Gestüt. Von dort eroberten ihre Nachkommen die ganze Welt. So war die Shahra-Tochter Imperial Shahra (v. Ansata Imperial) meine absolute Favoritin unter den vielen großartigen Stuten des Gestüts Al Shaqab in Qatar. Shahrzada brachte außerdem Bint El Nil (v. Anter) hervor, deren Sohn Kasr El Nile (v. Tuhotmos) zum Hauptbeschäler des tschechischen National-Gestüts Topolcianky wurde. Die vierte Tochter, Dawlat (v. Anter), wurde von der Bentwood-Farm nach Amerika geholt und war die Mutter von Asjah Ibn Faleh, dem zweimaligen "Rennpferd des Jahres" in den USA. Außerdem war sie die Mutter von AK Sheherazada (v. Shaikh Al Badi), einer von Lodge Farms besten Zuchtstuten. |
| Die meisten ihrer Nachkommen
wurden in den Mittleren Osten exportiert. Ein weiteres berühmtes Mitglied dieser Familie
ist die Welt-Champion-Stute Tiffaha (Jamil x Taghreed).
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Hanan (Alaa El Din x Mona, Inshass) |
Abeyyan Der Abeyyan-Stamm entspringt dem Inshass-Gestüt. Genauer gesagt, der Stute El Obeya Om Grees, einer Wüstenstute, die König Farouk als Geschenk dargeboten wurde. Dieser "strain" ist der bedeutendste der vorgestellten, die nicht auf die berühmte Abbas-Pasha-Kollektion zurückgehen. Diese Pferde tendieren zu relativer Größe und sind ebenmäßig und "glatt" in den Formen. Die beiden wichtigsten Stuten dieser Familie waren Töchter von Alaa El Din. Zuerst die Fuchsstute Magidaa (Alaa El Din x Maisa, Inshass), die von der Gleannloch-Farm in die USA geholt wurde. Sie wurde die Mutter von Nabiel ein US-National-Top-Ten-Hengst und von Bint Magidaa, deren Söhne Ruminaja Ali, Ruminaja Bahjat und Alidaar allesamt zu Championatsehren kamen. Dann die prächtige, braune Hanan (Alaa El Din x Mona, Inshass), ebenfalls die Mutter von drei eindrucksvollen Hengsten Salaa El Dine, Jamil und Asfour. Nicht zu vergessen ihre Töchter Ghazala, Ameera, Aroussa, Ashraff und Amal. |
| Hanans Besitzer Dr. Nagel hat
mittlerweile Pferde in seinem Gestüt, die zweimal, dreimal und viermal auf Hanan
ingezogen sind. Der Erfolg gibt ihm recht. Kuhailan Kommen wir zu den Kuhailans. Traditionell besitzen sie kürzere, breitere Köpfe, tiefere Körper und erscheinen im Gesamtbild "runder" als die Vertreter der anderen Stämme. Die Ägypter verfügen gleich über zwei Kuhailan-Stämme über den Rodan des Gestüts Crabbet Park und den Jellabi des Prinzen Mohammed Ali. Die Rodans zeigen noch immer große Ähnlichkeit zu den typischen Crabbet-Arabern: sie sind länger im Rücken und haben bemerkenswert gute Gänge. Die berühmteste Stute war wohl die US-National-Championesse Serenity Sonbolah (Sameh x Bint Om El Saad). Ihr Halbbruder, der feurige Ikhnatoon (v. Farazdac), fungierte bei der EAO bis zu seinem frühen Tod als Hauptbeschäler. |
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| Der große Zuchtstuten-Macher Alaa El Din
(Nazeer x Kateefa) gehörte ebenso zu dieser Familie wie die "deutschen" Hengste
Farag und Kaisoon (beide aus der Bint Kateefa). Und alle drei waren für ihre athletischen
Bewegungsmanieren bekannt. Doch der bekannteste Bewegungskünstler von allen war zweifellos der Multi-Champion Sakr (Sultann x Enayat), ebenfalls ein Rodan. Ebenso zu erwähnen ist die Fuchsstute Romana II (Sameh x Nazeera). Sie zog nicht nur in die "Top Ten" der US-Nationals ein, sondern machte sich in der Zucht durch ihren Enkelsohn Imperial Imdal bemerkbar. Man darf sicherlich feststellen, daß es typisch für diese Linie ist, daß viele Hengste obwohl äußerlich ungewöhnlich attraktiv keine überzeugenden Beitrag für die Zucht leisteten. Und wenn sie sich hervortaten, dann als Lieferanten hervorragender Stuten. Ihre Söhne konnten meist nicht mithalten. Der Jellabi-Stamm erreichte seinen hohen Bekanntheitsgrad durch die Stute Maaroufa (Ibn Rabdan x Mahroussa). |
Serenity Sonbolah (Sameh x Bint Om El Saad) |
| Sie gehörte zu den Babson-Importen und war wahrscheinlich die bedeutendste aller importierten Babson-Stuten. Viele herausragende Ägypter lassen sich in der Mutterlinie auf sie zurückführen. Auf ihre Tochter Fada (Faddan x Aaroufa) gehen Prince Fa Moniet und AK Atallah zurück und natürlich - The Shah (Fabah x Bint Fada), einst britischer National-Champion, der die besten Babson-Eigenschaften verkörperte. Auf Serroufa (Fa Serr x Maaroufa) läßt sich die US-Top-Ten-Stute Roufah (Ibn Fa Serr x Bah Roufa) zurückführen, die Urgroßmutter von Imperials bekannter Champion-Stute BB Ora Kalilah (Orashan x PH Safina). | |
| Und RDM Maar Hala (El Hilal x
Maar Jumana) eine von Amerikas besten ägyptischen Zuchtstuten führt Maarou
(Fay El Dine x Maaroufa ) gleichfalls im Pedigree. Sie ist für die erfolgreichen Hengste
El Halimaar und ET Crown Prince verantwortlich und nicht zu vergessen für
den exotischen Prince Ibn Shaikh. Die Jellabis zeichnen sich durch eine gewölbte Stirn,
wunderschöne Augen und einen starken Körperbau aus. Manchmal fragt man sich, ob für einige Ägypterliebhaber das Arbeiten mit dem Pedigree nicht wichtiger geworden ist als das Pferd selbst. Ich glaube, dies ist das Hauptbroblem der sogenannten "Erhaltungszüchter", die einen Teil der Äypterszene ausmachen, aber auch unter anderen Blutlinien-Fanatikern immer mehr an Boden gewinnen. Das Babson-Blut ist ein gutes Beispiel. Henry Babson importierte 1932 sechs Pferde in die Vereinigten Staaten: den Hengst Fadl (Ibn Rabdan x Mahroussa) und fünf Stuten. Auf ihnen gründete er sein Zucht-Programm. Die Babson-Pferde hatten eine Menge zu bieten. Schöne Augen, kein Pigment-Verlust, geschwungene Hälse, gute Substanz und schöne Beweungen. Natürlich hatten sie auch schlechte Eigenschaften, die zu Tage traten sie waren klein, entwickelten Senkrücken, verloren an Trockenheit und einige sahen aus wie untersetzte, kleine Ponies. |
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| Bezeichnenderweise begann Henry Babson vor seinem Tod einen Outcross-Versuch mit dem Hengst Ansata Abbas Pasha (Ansata Ibn Halima x Ansata Bint Mabrouka). Doch 40 Jahre später züchten Menschen mit Pferden, die in allen Linien ihres Pedigrees auf die sechs Original-Importe von Henry Babson zurückgehen. Als Grund dafür wird angegeben, daß ein Genpool für spätere Generationen erhalten werden soll. Aus diesem soll dann geschöpft werden doch niemand kann sagen, wann dieser Punkt erreicht sein soll. Und so werden diese Pferde auf dem Papier immer großartiger und rarer. In natura sehen sie jedoch immer weniger beeindruckend aus und zeigen alle Anzeichen klassischer Inzuchtdepressionen. | |
Einer der letzten reinen Babson-Champions war die Stute Roufah |
Es ist eine merkwürdige amerikanische
Errungenschaft: Da entwickelt etwas, das als Marketing-Strategie begann um ein
bestimmtes Produkt aufzuwerten plötzlich eine gefährliche Eigendynamik. Es wird
zu einem Mantra, dem mit religiösem Eifer gehuldigt wird. Aber es kann sich in der
wirklichen Welt nicht behaupten! Babson-Blut stellt eine exzellente Ergänzung zu anderen ägyptischen Linien dar. Aber es kann im wahrsten Sinne des Wortes nicht mehr auf eigenen Beinen stehen. Die letzten reinen Babson-Champions von Bedeutung waren die bezaubernde Roufah und The Shah. Beide kamen in den späten sechziger Jahren zur Welt, und beide brachten herausragende Nachzucht, wenn sie mit Vertretern entfernterer Blulinien angepaart wurden. Auch andere Gruppen, die sich der Zucht bestimmter Blutlinien verschrieben haben, betrachte ich mit gewissen Vorbehalten z.B. die Blue-List- oder Sheykh-Obeyd-Züchter. |
| Es stehen gewiß
schöne Ideen dahinter, doch sie funktionieren einfach nicht. Der Asil Club sieht da auf
den ersten Blick besser aus; er erhält die Blulinien, die auf die Wüstenzucht
zurückgehen. Aber schließlich ist das eine Definition, die alle anderen Stutbücher
ebenfalls für sich in Anspruch nehmen. Außerdem versucht der Asil Club meiner Meinung
nach recht aggressiv seine eigenen Pferde zu vermarkten, indem die Reinheit anderer
oftmals besserer Pferde auf recht unfaire Art angezweifelt wird. Eine interessante Frage ist, ob die Pyramid Society nur eine größere Version dieser Vereinigungen darstellt und ebenfalls die ersten Schritte in eine tödliche Einbahnstraße eingeschlagen hat. Immerhin haben sie ihre Blutlinien die sich im übrigen noch immer wunderbar vermarkten lassen auf eine abgeschlossene Quelle beschränkt: auf das ägyptische Staatsgestüt El Zahraa. Im Gegensatz zu allen anderen Staatsgestüten hat El Zahraa darauf verzichtet seiner Herde neues Blut zuzuführen, um Fehler zu korrigieren und neue Kraft entstehen zu lassen. Sicher, noch immer ist eine gewisse Bandbreite in den Blutlinien vorhanden. Und noch immer kommen einige überdurchschnittliche Pferde zur Welt. Aber es wird immer schwieriger und es ist sicherlich nicht unfair, wenn ich behaupte, daß es fast nicht mehr möglich ist einen Ägypter ohne gewisse negative Eigenschaften zu finden. Natürlich ist es aus heutiger Sicht unmöglich vorherzusagen, ob es in 20, in 50 oder gar in 100 Jahren noch reine Ägypter geben wird, die Pferden anderer Blutlinien im Schauring, auf der Rennbahn oder als Reitpferde noch Konkurrenz machen können. Die polnischen und russischen Staatsgestüte haben sich jedenfalls die Freiheit genommen, einige der wünschenswerten ägyptischen Attribute in ihre Zuchtprogramme zu integrieren, ohne ihren typischen "look" zu verlieren. Dagegen haben die Züchter ägyptischer Pferde immer nur ihren kleinen, limitierten Kreis, aus dem sie ihre Auswahl treffen müssen. Dies macht ihnen den Zuchtfortschritt unendlich schwer und am Ende vielleicht ganz unmöglich. |
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