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Dr. Santoro - StraightEgyptians.com

Das sind die Fakten: Das Gestüt "La Frasera" gehört zu den erfolgreichsten Zuchtstätten arabischer Pferde in Italien. Nationale und internationale Schauerfolge sind keine Seltenheit, vielmehr eine Selbstverständlichkeit.

Im Konzert der italienischen Ägypterzüchter spielen Dr. Francesco Santoro und seine Frau Serenella seit Jahren die "erste Geige".Pferde wie Shahil, Ansata Nefer Isis oder Frasera Futura sind untrennbar mit dem Namen La Frasera verbunden. Doch der große Erfolg ist kein Zufall. Die unendlich große Leidenschaft der Gestütsbesitzer machte ihn möglich. Sie reisten (und reisen noch immer) in alle Länder der Welt, um sich arabische Pferde anzusehen. "Sehen und lernen" gehört zu ihren Prinzipien. Trotz des anstrengenden beruflichen Lebens von Dr. Santoro - er ist Kinderarzt in einem römischen Krankenhaus - steht er dem italienischen Araberzuchtverband (ANICA) seit sechs Jahren als Vorsitzender zur Verfügung.

 

Warum haben Sie sich ausgerechnet für arabische Pferde entschieden?

Ich war schon immer von der Schönheit dieser Pferde fasziniert. Ich habe davon geträumt einmal ein solches Pferd zu reiten und zu besitzen. Arabische Pferde sind edel und "nervig", doch gleichzeitig willig, gelehrig und anhänglich. Diese Kombination hat mich von Anfang an gefesselt. Es ist nicht einfach arabische Pferde zu züchten - insbesondere rein ägyptische - ,wenn man sich das Ziel setzt den charakterlichen Zügen seiner Pferde die gleiche Aufmerksamkeit zu widmen wie den körperlichen Merkmalen. Aber es ist aufregend. Wissen Sie, es ist eine ständige Herausforderung, die sich Jahr für Jahr mit der Geburt der Fohlen wiederholt. Da hat man quasi eine Kontrolle und merkt, ob die eigene Erfahrung und das Wissen ausgereicht haben. Vielleicht reicht ein Menschenleben aber gar nicht, um seine Ziele in der Pferdezucht wirklich zu erreichen!

Shahil als Fohlen - StraightEgyptians.com

Shahil als Fohlen

 

Was verbinden Sie mit dem Wort "Typ"?

Es ist eines der schwierigsten Dinge überhaupt das Wort "Typ" verständlich zu definieren. Man kann einige Dinge aufzählen: Die Eleganz, die Harmonie des Körpers, der Ausdruck der großen dunklen Augen, die hohe Schweifhaltung, die weit geöffneten Nüstern, die feine Haut, die wie Seide glänzt...

...Sie geraten ins Schwärmen...

...ja, und es geht noch weiter: Zum Typ des arabischen Pferdes gehört natürlich auch der edle Kopf mit dem charakteristischen "dish", die feinen Knochen, die das Gesicht erscheinen lassen wie chinesisches Porzellan. Aber das alles reicht noch nicht aus, um den Typ zu charakterisieren. Denn Typausstrahlung hat etwas mit Emotionen zu tun, die einen packen, wenn man einen Araber sieht. Mit Gefühlen, die einem sagen: "Das ist ein arabisches Pferd!" Es ist die Verkörperung dessen, was man als Ideal vor dem inneren Auge hat. Ein Gemälde von Carl Vernet aus Fleisch und Blut.

Welche Pferde waren Ihre ägyptischen Anfänge?

Wir begannen mit Stuten, deren Pedigrees uns ideal erschienen, um die fundamentalen Charakteristika des arabischen Pferdes zu erhalten. Das waren Hadiya Sharaf (Moniet El Sharaf x Bint El Hadiyi), eine Saqlawi Jedran Ibn Sudan und Imperial Safeeka (Ibn Safinaz x Abas Mareekah), eine Kohailan Ajuz. Natürlich auch Ansata Nefer Isis (Prince Fa Moniet x Ansata Nefertiti), eine Dahmah Shahwania.

 

Foto: Grasso   Frasera Futura   - StraightEgyptians.com

Foto: Grasso

Frasera Futura

Dann kam die zweite Generation mit Stuten wie Frasera Madkoura (Madkour x Hadiya Sharaf), Frasera Halina (Madkour x Sharika v. The Egyptian Prince) und Frasera Nefisa (Imperial Al Kamar x Imperial Madayyah).

Und heute?

Heute sind wir bei der dritten Generation angelangt. Zum Beispiel die Stute Frasera Shaghira (Shahil x Frasera Madkoura). Alle Stuten besitzen enormen Typ, aber auch einen korrekten Körperbau und - ganz wichtig - schöne Bewegungen. Wenn man sich die Pferde anschaut, dann weiß man um die genetische Bedeutung des Pedigrees. Dieses Jahr haben wir übrigens zum ersten Mal einen Shahil-Sohn mit einer Shahil-Tochter angepaart. Inshallah!

 

Sie haben Shahil (Maysoun x Shahila v. Ibn Galal) erwähnt. Lassen Sie uns über ihn sprechen. Was bedeutet er Ihnen?

Nach vielen, vielen Versuchen haben wir in Shahil endlich den Hengst gefunden, von dem wir immer geträumt haben. Noch immer danken wir Karin und Günter Maiworm von Herzen, daß sie ihn uns im Alter von nur zwei Wochen verkauft haben. Wir waren fasziniert von seinem Pedigree und gleichzeitig bezauberte uns sein Charisma. Obwohl er so jung war wußten wir, daß wir dieses Mal die richtige Entscheidung getroffen hatten. Sein Pedigree ist die perfekte Verbindung aus deutschen Linien - Ibn Galal (dreimal), Kaisoon und Mahiba - und dem Blut des amerikanischen Ansata Halim Shah.

Was schätzen Sie an ihm besonders?

Seinen extremen Typ. Sein Charisma, den Ausdruck seiner schwarzen Augen und seinen kraftvollen Körper. Außerdem schätzen wir sein Pigment - ein wichtiger Faktor. Seinen Kopf bezeichnen wir im wahrsten Sinn des Wortes als "klassisch"; und die Verbindung von Kopf und Hals ist ideal. Er kam als Rappe zur Welt und noch heute - im Alter von 9 Jahren - ist er noch nicht vollständig "ergraut". Er hat vier schwarze Hufe und schwarze Flecken, die unter dem hellen Fell zu sehen sind. Und er brachte uns fuchsfarbige und braune Fohlen mit weißen Müttern. Aber das allerwichtigste ist für uns sein Charakter: nervig aber ruhig, intelligent, gehorsam und niemals aggressiv. Qualitäten, die er auch an seine Fohlen weitergibt.

Und was bedeutet Shahil für Ihr Zuchtprogramm?

Shahil gibt uns genau das, was wir von ihm wollten. Hervorragendes Pedigree kombiniert mit Typ, Eleganz und Korrektheit.

Wenn Sie die Zeit zurückdrehen könnten, welche Ihrer züchterischen Entscheidungen würden Sie ändern?

Die grundsätzlichen Entscheidungen würde ich nicht ändern. Aber ich wünschte ich hätte drei weitere Leben, um meine Fehler zu erkennen!

Beschreiben Sie das eine Pferd, das Ihrem Ideal am nächsten kommt.

Bis jetzt ist Frasera Futura (Shahil x Ansata Nefer Isis) die Verkörperung unserer Träume. Sie ist jetzt drei Jahre alt. Eine perfekte Synthese unseres Ideals. Auch sie wurde schwarz geboren, und noch heute ist ihr Fell noch dunkel. Jeden Tag erscheint ein neues, helles Haar.

Sie ist groß wie ihre Mutter, hat einen breiten Brustkorb, eine lange Schulter, eine hervorragende Oberlinie und einen unglaublichen Kopf. Wer immer sie sieht ist sprachlos.

Sie feiern große Erfolge im Schauring. Ganz persönlich: Welches war ihr größter Sieg?

Unsere Pferde haben uns in der Tat mit vielen Siegen und Championaten verwöhnt. Doch der für uns wichtigste war sicherlich der Titel der Reserve-Europa-Championesse, den "Nefer" vor drei Jahren in Vichy errang. Sie war Zweite ihrer Klasse und wurde von der Siegerin nur um einen Punkt geschlagen.

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Photo: Silva

Shahil und Dr. Santoro

 

 

Abschließend: Wo liegt für Sie die Zukunft des arabischen Pferdes? Und was ist ihr Wunsch für die arabische Rasse an sich und für ein Pferd, das ihr Gestüt verläßt?

Alles liegt in der Hand der Züchter. Wenn sie sich nicht von der Mode verleiten lassen nur noch Schausieger züchten zu wollen, wenn sie lernen sich mit Pedigrees zu beschäftigen und die Abstammungen ihrer Pferde kennen und auch verstehen (!), wenn sie sich in Bescheidenheit üben und ihre Pferde lieben, dann wird die Zukunft des arabischen Pferdes gesichert sein. Für eines meiner Pferde wünsche ich mir Besitzer, die ihm ein Leben ermöglichen, das noch schöner ist als das, welches es bei uns kennengelernt hat. Und natürlich soll es so geliebt werden wie wir seine Eltern lieben!

Dr. Santoro, vielen Dank für das Gespräch.

Oliver Wibihal