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Der ausdauerndste Schreihals gewinnt! Und das nicht nur bei den Zweibeinern, wie eine jüngst veröffentlichte Studie belegt. Schon an der Dauer des gegnerischen Gewiehers können rivalisierende Hengste erkennen, welche Chancen sie im Wettstreit um die Gunst der Stuten haben. Wer länger schreit, verscheucht allein mit Gewieher vier von fünf potentiellen Rivalen.

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Focus Khemali von Ruminaja Ali

Das ist das Fazit der Beobachtung wilder Pferdeherden auf einer Insel vor der Küste North Carolinas.

Während der Paarungszeit verteidigen die Wildhengste ihre Stutenherden, wobei es immer wieder zu Konflikten mit Rivalen kommt. Solche Begegnungen verlaufen nach festem Ritual: Die Tiere beschnuppern einander zunächst, dann stimmen sie ein lautes Geschrei an. Der Schrei dominanter Tiere beginnt mit einem hohen Ton und bleibt während der gesamten Dauer machtvoll und energiegeladen. Er dauert bei ranghohen Tieren rund 20 Prozent länger als bei den nachgeordneten Hengsten, denen zudem die hohen Anfangstöne fehlen und deren Gewieher schneller verstummt. Auch bei Hengsten domestizierter Pferderassen ist dieses "Dominanzwiehern" zu beobachten. Der Gestütspascha stimmt es an, wenn er am Stall seines jüngeren Nebenbuhlers vorbeigeführt wird. Die Botschaft ist klar: "Junge, noch bin ich hier der Chef!"

Nur in jedem fünften Streitfall genügt der Stimmkampf offenbar nicht, um die Rangordnung festzulegen - es folgt ein heftig ausgetragener Zweikampf auf den Hinterbeinen. Ähnlichkeiten mit dem Verhalten von Geschlechtsgenossen der Spezies Mensch sind natürlich rein zufällig...

Phillip Hollerbusch, Photo: van Lent