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40 Jahre Ansata - Die Chronik eines Erfolgs |
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Ansata Ibn Halima, Ansata Bint Mabrouka und Ansata Bint Zaafarana 1958: Zwei Stutfohlen und ein Hengst erblicken im heißen Wüstensand das Licht der Welt: Bint Mabrouka (Nazeer x Mabrouka), Bint Zaafarana (Nazeer x Zaafarana) und Ibn Halima (Nazeer x Halima). Drei Schimmel, drei extreme Schönheiten, drei Pferde, die Geschichte schreiben werden. Doch noch ahnt niemand etwas davon. Die Fohlen stehen im Schatten ihrer Mütter auf den sandigen Koppeln und genießen ihr Leben. Doch schon bald wird nichts mehr so sein wie es einmal war, denn die "Ansata-Zeitrechnung" hat begonnen. 1959: Zwei junge Amerikaner - Don und Judith Forbis - bereisen den Orient auf der Suche nach einem Traum: dem klassischen arabischen Pferd. Beide ergänzen sich auf ideale Weise: Sie ist künstlerisch, intuitiv, spirituell und belesen. Trotzdem besitzt sie einen scharfen analytischen Verstand. Er steht mit beiden Beinen auf der Erde, ist ein geradeaus denkender Realist. Und doch hat er sich seine Kindheitsräume bewahrt. Zusammen sind sie ein unschlagbares Team. Die Endstation ihrer Reise ist Ägypten. Hier erfüllen sich ihre Träume. Sie stehen den Pferden leibhaftig gegenüber, die sie so lange gesucht haben. Drei von ihnen werden erworben und nach Amerika verschifft. Dort trägt man sie mit dem Präfix "Ansata" vor ihren eigentlichen Namen in das Register ein. Das Ansata-Kreuz oder "der Schlüssel des Lebens", ein häufiges Motiv in ägyptischen Reliefs, symbolisiert die Fortpflanzung von Lebewesen der gleichen Spezies. Es steht als Symbol für die ewige Fortdauer des Lebens und der Unsterblichkeit. Es wird sich als glückliche Wahl erweisen.
Ansata Bint Mabrouka 1964, Chickasha, Oklahoma/USA: Am 27. Mai kommt das erste "Ansata"-Fohlen zur Welt. Es ist ein Hengst, der zu Ehren des berühmten ägyptischen Züchters den Namen Ansata Ali Pasha erhält. Der Vater: Ansata Ibn Halima, die Mutter: Ansata Bint Zaafarana. Der Anfang ist gemacht. Und was für ein Anfang! Vier Jahre später wird aus Ali Pasha ein "Canadian Top Ten Stallion". Ansata Bint Mabrouka steht ihrer Schwester im übrigen nicht nach. Auch sie bringt ein Hengstfohlen zur Welt, das nach einer züchterischen Ikone benannt wird: Ansata Abbas Pasha. Fast zwanzig Jahre später ist er der erste Ansata-Hengst in Deutschland und Vater des Welt-Champions Sherif Pasha. Ansata Bint Mabrouka wird noch zwei Hengstfohlen und einem Stutfohlen das Leben schenken und danach nie wieder aufnehmen. Ihre Tochter stirbt als Fohlen, doch die Söhne Ansata Ibn Sudan (v. Ansata Ibn Halima) und Ansata Shah Zaman (von ihrem Vollbruder Morafic) werden die wichtigsten Beschäler bis in die 80iger Jahre auf Ansata sein.
Ansata bint Mabrouka und Ansata Bint Bukra 1965, El Zahraa, Kairo/Ägypten: "Der wunderschönen Bukra in die Augen zu blicken, heißt die Seele Ägyptens zu sehen." Wie oft hat Judith Forbis von Bukra geträumt? Und von ihren einzigartigen Kindern? Ghazal verzaubert Deutschland, Yeslam bricht auf Ägyptens Rennbahnen alle Rekorde und im Yemen betört sein schneeweißer Vollbruder Ghazal I den König. Himmlische Geschöpfe, doch wen die Götter lieben holen sie früh zu sich: Alle drei sterben jung. Doch Judith Forbis erhält von ihrem Vater ein Geschenk, für das sie ihm ewig dankbar sein wird: Die Tochter der Bukra und des Nazeer, die großartige Hosnia. Genauso berückend wie ihre Brüder, genauso wertvoll in der Zucht und der wichtigste Baustein des Ansata-Gestüts. Ihre Töchter, Enkelinnen und Ur-Enkelinnen werden die Hengste hervorbringen, die weltweit Beachtung und Bewunderung erfahren - von Ansata Halim Shah über Ansata Imperial und Ansata El Salaam bis zu den jungen "Stars" Ansata Sinan, Ansata Iemhotep, Ansata Sokar und Ansata Hejazi. Alle lassen sich in der Mutterlinie direkt auf Hosnia zurückführen - oder auf "Ansata Bint Bukra", wie sie Judith Forbis nach ihrem Import im Sommer 1965 tauft.
Ansata Ibn Halima und Judith Forbis 1969: Ansata Ibn Halima schreibt amerikanische Schaugeschichte: Er und sein Sohn Ansata Ibn Sudan (x Ansata Bint Mabrouka) stehen in der "Top Ten" der U.S, Nationals! Vater und Sohn zusammen unter den zehn besten Hengsten des Landes - das hat es noch nie zuvor gegeben. Die Begeisterung ist kaum zu beschreiben.
Ansata Ibn Sudan und sein Sohn Ansata Abu Sudan 1971, Oklahoma City, Nordamerika: Im November werden die "U.S. Nationals" zum Triumph rein ägyptischer Pferde. Dr. Marsafi, der Nachfolger von General v. P.-Szandtner bei der EAO, ist aus Kairo angereist und kann sich von der Qualität seiner Zöglinge überzeugen. Morafic, Sameh und Ansata Ibn Halima sind die Väter des Erfolges der diesjährigen Schau. Der große Höhepunkt ist die Hengstklasse. 83 Konkurrenten sind angetreten, um sich vor Publikum und Richtern miteinander zu messen. Wer erringt den Titel? Bald ist es entschieden: Der Fliegenschimmel Ansata Ibn Sudan hat es geschafft! Er, der Sohn von Ansata Ibn Halima und Ansata Bint Mabrouka besiegt sie alle! Vorläufiger Höhepunkt für Züchter und Besitzer Don und Judith Forbis. 1980: In Amerika gilt der Applaus der Ansata-Ibn-Halima-Tochter Fa Halima, die zur National-Championesse gekürt wird. Lorbeerkranz für Ansata Ibn Halima: Er ist einer von nur fünf Hengsten, die einen National-Champion und eine National-Championesse hervorbringen. 1981:Im September wird das Ansata-Gestüt nach Mena in Arkansas verlegt. Ansata Ibn Halima, Ansata Bint Bukra und Ansata Bint Nazeer sind die letzten Nazeer-Kinder, die Don und Judith Forbis begleiten. Ansata Bint Mabrouka starb in Chikasha, Ansata Bint Zaafarana und Ansata Bint Misuna fanden ihre letzte Ruhe in Lufkin. Doch auch Ansata Ibn Halima ist nicht unsterblich: Am 17. September, einen Tag nach seinem 23. Geburtstag, kehrt er zurück an die Seite seiner Mutter in den warmen Sonnenschein Ägyptens.
Ansata Halim Shah 1983, Albuquerque, Nordamerika: Im Oktober wählt die "Jury" den jungen Ansata Halim Shah (Ansata Ibn Halima x Ansata Rosetta v. Ansata Shah Zaman x Ansata Bint Bukra) in die "Top Ten" der "U.S. National Futurities". Judith Forbis bezeichnet den unfertigen Dreijährigen als "Hoffnungsträger" und zukünftigen "Hauptbeschäler" ihres Gestütes. "Nach 'Sudan' wird er der größte Star, den wir je gezüchtet haben!" Besitzt sie eine Kristallkugel? Paris, Frankreich: Im Dezember gewinnt Mizan Taj Halim, ein Sohn von Ansata Ibn Halima das Welt-Championat. Und der in Europa noch völlig namenlose, aber erstklassig typvolle Ansata Halim Shah erreicht den Reserve-Platz im Welt-Championat der jungen Hengste. Danach reist er nach Deutschland. Er deckt einige ausgewählte Stuten des "Katharinenhofes" von Dr. Hans-Joachim Nagel. Marbach und Ungarn entsenden ihre besten Stuten. Weitere handverlesene Gaststuten werden angenommen. Das alles vollzieht sich in relativer Stille. Die Öffentlichkeit nimmt kaum Notiz.
Jamil Mena, Arkansas: Ein Transporter erreicht das Ansata-Gestüt. Wertvolle Fracht aus Deutschland ist an Bord. Der neue Hauptbeschäler Jamil (Madkour I x Hanan v. Alaa El Din), seine Tochter Afifa und sein Sohn Aziz sind angekommen. Doch Amerikas Willkommensgruß ist nicht herzlich. Jamil gilt einigen Ägypterzüchtern als ernstzunehmende Konkurrenz. Und einige wollen ihn "ausschalten". Nur mit knapper Not entgeht er in der Quarantänestation einem Anschlag. Araberzucht ist ein hartes Geschäft - Jamil weht ein kalter Wind entgegen. Doch er fegt die Konkurrenz beiseite. Trotz Ränkeschmiede und Interventionen tritt er in buchstäblich letzter Minute bei den "Nationals" an - und schafft es bis in die "Top Ten". 1985, Deutschland: Die Bombe platzt - Halim Shahs Fohlen kommen zur Welt. Die Züchter sehen sie an und staunen. Sie sehen ein zweites Mal hin und beginnen zu ahnen. Sie sehen sie lange an und begreifen, was sie in ihrem Stall haben. Der Grundstein ist gelegt. Heute wissen wir: Der Einfluß von Ansata Halim Shah in Europa läßt sich mit keinem anderen Ägypterhengst der Neuzeit vergleichen.
Sherif Pasha Paris: Das Welt-Championat gewinnt ein deutscher Hengst. Und erstmalig in der Geschichte ein rein ägyptisch gezogener. Es ist Sherif Pasha, Sohn des Leihhengstes Ansata Abbas Pasha. Ein unglaublicher Erfolg. "Ansata" ist in aller Munde. Amerika: Jamils Fohlen tummeln sich auf Ansatas Weiden. Und nicht nur dort. Denn unzählige Gaststuten kommen zu "Jamilll" (so lautet sein Eintrag im amerikanische Register). Ihre Markenzeichen: Unglaublich große, runde "Apfelaugen", scharf gezeichnete Mäulchen und Bombenbewegungen mit über dem Rücken geschlagenen Schweifen. Amerikas Ägypterzüchter beginnen zu zittern, und Judith Forbis atmet auf: Jamil war die richtige Entscheidung, er führt ihr Gestüt in das nächste Jahrzehnt. Die Blutbasis ist erweitert! Imdal 1986, Paris, Frankreich: Im Dezember erobert Ansata Imperial (Ansata Ibn Sudan x Ansata Delilah) mit seinen Nachkommen die Seine-Metropole: Sein Sohn Imperial Imdal wird Senioren-Weltchampion, ein weiterer Sohn, Imperial Im Tarib, gewinnt das Internationale Championat und Töchterchen Imperial Phanilah sichert sich das Reserve-Championat der weltbesten jungen Stuten. Ansata at the top! 1988, Mena, Arkansas: Am 7. Januar trifft Konkurrenz für Halim Shah ein. Der Schimmelhengst Prince Fa Moniet (The Egyptian Prince v. Morafic x Fa Moniet v. Ibn Moniet El Nefous v. Morafic) hält Einzug. Judith Forbis verspricht sich von ihm mehr Linie und Größe. Geht die Rechnung auf? Ja, denn einige der erfolgreichsten Ansata-Pferde der 90er Jahre werden ihn zum Vater haben.
Ansata El Salaam 1989, Ludwigsburg, Deutschland: Wieder erreicht ein Ansata-Import Europa. Der Jährling Ansata El Salaam, Sohn des wirklich außergewöhnlich schönen, doch leider zu früh verstorbenen Ansata Ibn Shah und der "Starstute" Ansata Samantha berechtigt zu den kühnsten Hoffnungen. Ein kecker, bepelzter Jungmann mit elastisch schwingenden Bewegungen und berauschend schönem, kurzen Gesicht. Ansata El Salaam wird zu einem der gefragtesten Hengste der letzten Jahre. Er gewinnt auf Schauen, und seine Nachzucht überzeugt. Bis heute. Ein Erfolg? Ja, und zwar ein ganz besonderer!
Ansata Nile Pasha 1991,Towerlands, England: Der Fliegenschimmel Ansata Nile Pasha (Jamil x Ansata Nile Dream) schwebt in den Ring und in das Herz des Richters Ferdinand Huemer. Klein, doch ultra-klassisch, hochedel, ausdrucksstark und strahlend schön wird er zum Champion. Das Publikum zollt ihm seine Hochachtung, Huemer kauft ihn. Sein Siegeszug durch Europa beginnt und gipfelt ein Jahr später im Reserve-Championat des "Platin Cups" von Baden-Baden.
Ansata Halim Shah 1994: Ansata Halim Shah kehrt zum Ursprung des arabischen Pferdes zurück. Judith Forbis verkauft ihn und einen stattlichen Harem ausgewählter Stuten an den Kronprinzen von Qatar. Der kann sich allerdings nicht lange an seinem Kronjuwel erfreuen. Fünf Monate später stirbt der Hengst. Welch ein Verlust für ihn und die Araberzucht!
Ansata Sinan 1995: Ein Prinz erreicht Europa und greift nach dem Thron! Ansata Sinan, Sproß des Prince Fa Moniet und der wunderbaren Ansata Nefara (Halim Shah x Sudarra) wird von Vera und Peter Stoessel-Vocka in ihr Gestüt in der Schweiz importiert. Er fasziniert durch allerhöchsten Adel. Eine Vision von Halim Shah, der nicht sein Vater, sondern sein Großvater ist. Ein großer Wurf ist gelungen! Ansata Sinan nimmt seinen rechtmäßigen Platz ein: Europa-Champion und Welt-Reserve-Champion noch im selben Jahr. Kentucky, USA: Ansata Hejazi (Halim Shah x Sudarra) macht auf dem "Egyptian Event" auf sich aufmerksam: Er gewinnt das Reserve-Supreme-Championat. Bei Judith Forbis gilt Hejazi als "offizieller" Nachfolger seines Vaters.
Ansata Iemhotep 1996, Amerika: Ansata entsendet seit langer Zeit wieder einen Teilnehmer zu den "Nationals". Der Schimmel Ansata Iemhotep, jüngerer Bruder des Ansata Sinan soll sich mit der landesweiten Konkurrenz messen. Ob es überhaupt Sinn hat? In den USA ist der "Show-Araber" gefragt: Der Hals muß lang und schmal sein, die Kruppe gerade und kurz, der Widerrist darf nicht zu sehen sein, Gänge spielen ohnehin keine Rolle. Und der vielzitierte "Typ" ist Auslegungssache. Doch "Hotep" läßt sich nicht übersehen. Mit der Präsenz seines Ur-Ur-Großvaters Ansata Ibn Sudan tritt er auf und hat die Richter in der Tasche. Es reicht nicht zum Sieg, dafür ist er mit seinen drei Jahren noch zu unreif, doch den Sprung in die "Top Hot" - in die Riege der besten Zehn - schafft er mühelos.
Ansata Majesta 1997, Qatar: Das "Festival der Pferde" in Doha, der Hauptstadt Qatars, wird zum Ansata-Festival. Junioren-Championesse: Ansata Marha (Ansata Manasseh x Ansata Meryta). Senioren-Championesse: Ansata Majesta (Ansata Halim Shah x Ansata Malika v. Jamil). Reserve-Senioren-Championesse: Aisha (v. Ansata Halim Shah). Junioren-Champion: der Ansata Halim Shah-Sohn Al Adeed. Und schließlich: der Klassensieg für Ansata Shalim (Ansata Halim Shah x Ansata Nefertari). Welch ein Erfolg!
Judith Forbis 1998: Rückblick, Besinnen, Vorwärtschauen. 40 Jahre
Ansata. Das Ziel ist nah, doch niemals erreicht: das Züchten des "perfekten"
Arabers. Ansata Ibn Sudan kam dem Ideal nah wie kaum ein Zweiter,
und doch übertraf ihn Ansata Halim Shah. Jede Generation bringt neue
Stars hervor, jede Generation bringt Don und Judith Forbis ihrem Ziel
näher. Ausruhen auf den Lorbeeren bedeutet Stagnation. Und Rückschritt.
Kritik am eigenen Pferd und bedingungslose Ehrlichkeit bringen Fortschritt.
Die neue Beschälergeneration läßt neues Blut in die Herde fließen:
Ansata Sokar, Sohn des "Deutschen" Imperial Madheen und
der Ansata Ibn Halima-Tochter Ansata Samantha erwartet seine ersten
Fohlen. Er selbst hat große Ähnlichkeit mit seinem Halbbruder Ansata
El Salaam. Werden seine Fohlen "gelingen"? Die Spannung
ist groß. Ansata Hejazi und Ansata Iemhotep haben sich als Vererber
etabliert. Beider Nachkommen wurden bereits nach Argentinien, Qatar,
Belgien, Holland und Mexiko exportiert. Der Beweis, daß Ansata auch
nach 40 Jahren nichts von seiner weltweiten Bedeutung eingebüßt hat!
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