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DAS
GROSSE ÄGYPTER-INTERVIEW
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Züchter ägyptischer Araber gehören zu einer ganz speziellen Gruppe von Menschen - sie sind meist künstlerisch veranlagt, gebildet, neugierig und widmen sich hingebungsvoll ihrer Leidenschaft. Dazu kommt oft ein Faible für das Mystische. Wir baten einige dieser Züchter unsere Fragen zu beantworten und ihre Erfahrungen mit uns zu teilen. Es sind sicher Züchter darunter, die einige von uns zum ägyptischen Araber geführt haben - oder noch führen werden! Haben Sie teil an ihren Gedanken... |
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F: Warum züchten Sie arabische Pferde? Photo: van Lent jr Omar Sakr, "Cha Cha" Sakr und die Stute SES Marah (Halim El Nefous x Masada Belisimma) Omar Sakr, Gestüt Sakr, Ägypten: Das Züchten von Pferden bleibt mein leidenschaftlichstes Hobby. Ich züchte Pferde, weil ich die Schönheit dieser Tiere bewundere und weil ich mich für ihre Geschichte interessiere. Natürlich fühle ich mich als Ägypter auch verpflichtet diese Rasse zu bewahren, die unbestritten zu Ägyptens Kultur gehört. Kurz gesagt, die Gründe sind emotional, künstlerisch und historisch. Nayla Hayek, Gestüt Hanaya, Schweiz: Ich glaube, daß jeder, der einmal etwas mit arabischen Pferden zu tun hatte von einem "Virus" befallen wird. Da ich mit vielen anderen Rassen Erfahrungen habe, kann ich sagen, daß der Araber für mich in seiner Art einmalig ist!
Carmel Rowley vom Gestüt Piersons View mit einem Hengstfohlen von Simeon Stav Carmel Rowley, Pearsons View Arabians, Australien: Da ich Pferde schon immer liebte - solange ich denken kann - bin ich davon überzeugt, daß ich dazu bestimmt bin mit Pferden zu leben. Als ich 1992 heiratete fragte ich meinen Mann, falls wir einmal Pferde züchten werden, welche Rasse es dann sein sollte. Sein Antwort war klar: "Araber!" Wenn wir schon Pferde züchten, dann sollen es auch die schönsten sein! Von da an waren es immer nur arabische Pferde. Ich sehe in ihnen nicht nur die Schönheit, sondern auch ihre reiche Geschichte und ihre Verbundenheit mit den Menschen, die einmalig ist. Dr. Ulrika Nilsson, Nafud Asil Arabians, Schweden: Schon als Kind entdeckte ich die Schönheit und Intelligenz des arabischen Pferdes. Als ich dann später mein erstes Pferd kaufte, mußte es natürlich ein Araber sein. Ein arabisches Pferd zu besitzen ist so viel mehr als nur zu reiten und ich begann mich für die verschiedenen Blutlinien und für die Zucht zu interessieren. Ägyptische Araber faszinierten mich am meisten und ich befaßte mich damit dieses Blut für die Zukunft zu bewahren. F: Was sind die drei wichtigsten Eigenschaften, über die ein Araber verfügen muß? Omar Sakr: Typvoller Kopf, Eleganz und Temperament.
Photo: van Lent jr. Einer von Nayla Hayeks Hengsten - Hanaya Moheb (Monzer x Manaya) Nayla Hayek: Charakter, Charisma und korrektes Gebäude. Carmel Rowley: Arabischer Typ, korrektes "arabisches" Gebäude und allgemeine Harmonie.
Photo: Mattson Ulrika Nilssons Hengstfohlen Nafud Rayhan (Shahin x Saghira) Dr. Ulrika Nilsson: Nur drei Eigenschaften auszuwählen erscheint mir sehr schwierig. Doch wenn es sein muß, dann würden es Kopf und Hals sein, Schweifhaltung und das allgemeine Gesamtbild - eine trockene Erscheinung im Gegensatz zu anderen Rassen. F: Für viele Züchter ist "Typ" gleichbedeutend mit "Kopf". Stimmen Sie zu?
Photo: van Lent sr. Nayla Hayek und ihre Stammstute Kodwa (Shadwan x Alifa) Nayla Hayek: Sicher hat der Kopf auch mit Typ zu tun. Aber Typ ist für mich die gesamte Ausstrahlung eines Arabers. Ich kenne viele Englische Vollblüter und Quarter Horses, die bildhübsche Araberköpfe haben, aber für mich nie dem Araber-Typ gleichkämen. Die hohe Schweifhaltung hat für mich zum Beispiel auch sehr viel mit "Typ" zu tun!
Simeon Stav (Asfour x Simeon Safanad), der Hauptbeschäler von Pearsons View Carmel Rowley: Typ bedeutet für uns das Gesamtbild, das einen Araber ausmacht. Die Balance und Harmonie des Körpers, die Qualität der Haut. Der Kopf muß mit großen, ausdrucksstarken Augen ausgestattet sein, die Nüstern müssen fein und erweiterungsfähig sein, die Ohren klein und nach innen gerichtet. Wir bevorzugen ein gedishtes Profil. Ein Araber sollte auf den "Zehenspitzen" tanzen - den Schweif in der Luft, mit einem freien, raumgreifenden Trab und mit kadenziertem Galopp. Dr. Ulrika Nilsson: Nein, ich stimme ganz und gar nicht zu. Die Gesamterscheinung eines Pferdes bestimmt seinen Typ - ein guter Kopf, ein schön angesetzter, geschwungener Hals, ein kurzer Rücken, hohe Schweifhaltung, trockenes Aussehen, Ausstrahlung - einfach alles zusammen. Der Kopf ist natürlich sehr wichtig, denn ein hübscher Kopf mit ausdrucksstarken Augen macht es leichter sein Pferd wirklich gern zu haben - und darum geht es schließlich bei der Pferdehaltung. Aber für mich persönlich muß ein typvoller Araber so viel mehr besitzen als ein hübsches Gesicht.
Photo: Vesty Omar Sakrs Champion-Stute AK Nouasha (Ansata Abbas Pasha x AK Nouara) Omar Sakr: Es kann keine Frage geben - natürlich ist der Kopf das erste, was Züchter an einem ägyptischen Araber fasziniert. Meine persönliche Meinung: kein Kopf, kein Typ! Der Kopf ist das Hauptattribut eines Arabers und er unterscheidet ihn von allen anderen Rassen... Wenn man Menschen zuhört, die ein arabisches Pferd beschreiben, dann geht es immer um die Augen, die breite Stirn, die Ganaschen, die Nüstern, die Ohren, die Maulpartie. Sechs verschiedene Punkte, die den Kopf betreffen. Verstehen Sie mich nicht falsch, natürlich muß das Gesamtbild stimmen - der Hals, der Körper etc. Aber belügen wir uns nicht selbst - alles andere ist weniger bestimmend als der Kopf. Das erste, was jeder Züchter begutachtet, wenn ein Fohlen geboren wird ist der Kopf. Darum ist es schade, daß auf Schauen die Gänge so überbewertet werden. Ich möchte keineswegs die Bedeutung guter Bewegungen in Frage stellen, doch ich bin der Meinung, sie hängen zu einem großen Teil vom Vorführer des entsprechenden Pferdes ab. Durch geschicktes Aufstellen kann der Vorführer natürlich auch im Stand die guten Punkte eines Pferdes betonen und die weniger guten verdecken. Der Hals, die Oberlinie, Schweifhaltung - alles. Bis auf den Kopf. Das war eine lange Antwort auf eine kurze Frage, aber ich halte sie für sehr entscheidend. F: Nennen Sie ein von Ihnen gezüchtetes Pferd, das Ihrem Ideal am nächsten kommt.
Photo: Mattson Nafud Jawahr (Shahin x Salaamah) Dr. Ulrika Nilsson: Das beste Pferd, das ich gezüchtet habe ist Nafud Jawahr (Shahin x Salaamah). Er kommt meinem Ideal so nah, weil er wunderbar proportioniert ist. Das ist etwas, was mir sehr wichtig ist. Außerdem besitzt er große, schwarze Augen und kleine Ohren, eine kurzen Rücken, einen schön geschwungenen Hals, eine hohe Schweifhaltung und sehr gute Bewegungen. Dieses Pferd - und sein kleiner Bruder Nafud Jalaal (Shahin x Saghira), der eine Kopie seines Bruders darstellt - sind die zwei Pferde, die meinem Ideal am nächsten stehen.
Photo: Filsinger SQR Ghazal (Shaheen x Alidaara) Omar Sakr: SQR Ghazal (Shaheen x Alidarra), ein zweijähriger Junghengst, der in diesem November drei Jahre alt wird. Er kommt meinem Ideal, das ich zu erreichen suche, näher als ich es mir jemals zu träumen wagte. Auch wenn Sie denken, ich prahle - das Risiko gehe ich ein! Er hat einfach alles... einen extremen Kopf, einen gut angesetzten, langen und geschwungenen Hals, einen schönen Körper, vorbildliche Bewegungen und eine exzellente Schweifhaltung. Diejenigen, die ihn schon gesehen haben, werden das bestätigen. Er war zweimal Junioren-Champion und "Most Classic Head"-Champion - und besiegte darin den bis dahin ungeschlagenen Shaheen, seinen eigenen Vater. Jetzt bleibt nur noch abzuwarten, wie er sich vererbt. Er wird im nächsten Jahr die ersten Stuten hier auf unserem Gestüt decken. Carmel Rowley: Es ist unglaublich schwer ein bestimmtes Pferd zu nennen, das unserem Ideal entspricht. Es sind über die Jahre so viele, die einen mit Stolz und Bewunderung erfüllen. Um ehrlich zu sein: Es steckt in jedem Pferd, das wir gezüchtet haben ein kleines bißchen von unserem Ideal. Und nur ein einziges zu nennen, wäre allen anderen gegenüber unfair. Nayla Hayek: Im Augenblick kommen drei Fohlen von Thee Brigadier (The Minstril x Ansata Justina) von diesem Jahr sehr sehr nahe an mein Ideal. Sie sind elegant, typvoll und voller Charisma. F: Welche guten Charakteristika sind am leichtesten herauszuzüchten - welche am schwierigsten zu eliminieren?
Photo: Anders Eine von Nayla Hayeks gewinnreichsten Stuten ist Elf Layla Walayla Nayla Hayek: Hübsche Köpfe sind am leichtesten herauszuzüchten, Körpermängel am schwierigsten zu beseitigen. Dr. Ulrika Nilsson: Es ist schwer allgemeingültige Aussagen zu treffen, denn meiner Meinung nach hängt das von den einzelnen Individuen (Genotyp) ab, die sie gewählt haben. Doch am leichtesten sind hübsche Köpfe zu züchten und am schwierigsten eine gute Schulter und ein kurzer Rücken, besonders wenn Sie einen Elternteil mit einer schlechten Schulter oder eben einem langen Rücken haben.
Simeon Shaina (Asfour x Simeon Safand), Stammstute von Pearsons View Carmel Rowley: Über die Jahre hinweg haben wir Pferde der Blutlinien erworben, von denen wir erwarten konnten, daß sie nicht nur die Vorfahren in ihren Pedigrees repräsentieren, sondern auch unserem Ideal entsprechen. Ihre Eigenschaften stellen uns vollkommen zufrieden - wir müssen nur da und dort den Typ verstärken. Natürlich glauben wir nicht an "Perfektion" im eigentlichen Sinn - weder bei Menschen noch bei Tieren. Jeder hat seine eigene Interpretation eines Ideals, so daß man niemals alle zufriedenstellen kann. Darum versuchen wir das auch gar nicht erst. Unser Ziel sind arabische Pferde, die uns durch ihre Schönheit ins Auge stechen - ungeachtet irgendwelcher sogenannter "Fehler"! Omar Sakr: Ich glaube, daß durch richtige Auslese und Geduld mit der Zeit jedes gewünschte Attribut heran- oder herausgezüchtet werden kann. Es ist eine Sache der genetischen Kombination. Generell kann kein noch so guter Hengst eine wirklich schlechte Stute verbessern, es sei denn, bestimmte Merkmale wären in seinem Pedigree fixiert. Und selbst dann wird die kommende Generation noch Träger der schlechten Merkmale sein. Ich finde, daß man einen schönen Kopf leicht herausarbeiten kann. Doch die Augen sind weit schwieriger. Eine schlechte Kruppe ist ebenfalls ein Albtraum und extrem schwer loszuwerden. Das erreicht man nur durch radikale Auslese oder sehr selektives Züchten. Züchter in aller Welt haben immer wieder darauf hingewiesen, daß die Beine arabischer Pferde - und besonders ägyptischer Pferde - schaurig schlecht seien. Ich glaube das nicht, und ich denke, daß dieses Thema übertrieben wurde. Aufgrund ihres kleinen Genpools sind Araber vielleicht anfälliger gegenüber Beinproblemen als andere, aber ich finde es weit schwieriger eine schlechte Kruppe oder Oberlinie loszuwerden als die Beine meiner Pferde zu verbessern. Bewegungen sind übrigens auch so eine Sache - ich halte die Stute in diesem Bereich für sehr einflußreich. F: Für welche Disziplin eignet sich der Araber ganz besonders?
Photo: Mattson Ulrika Nilssons Stute Salaamah (Ramses x Savannah) Dr. Ulrika Nilsson: Das arabische Pferd kann für alle Disziplinen des Reitsports verwendet werden, aber es kann natürlich nicht auf hohem Niveau mit anderen, spezialisierten Rassen konkurrieren. Der Araber wurde wirklich nicht für den modernen Sport gezüchtet, sondern für ein Nomadenleben. Wenn er im Sport eingesetzt wird, dann mit dem größten Erfolg auf Distanzritten. Carmel Rowley: Wir haben unsere Pferde in einer Reihe von verschiedenen Disziplinen ausprobiert. Persönlich würde ich es begrüßen, wenn Ausdauer- und Distanzritte in Australien stärker beachtet würden. Ohne jede Frage sind arabsche Pferde gute Reit- und Springpferde, doch im Distanzsport sind sie einfach phantastisch. Nayla Hayek: Westernreiten, Distanzreiten, Springen und Dressur nach ihren Möglichkeiten. Der Araber ist das vielseitigste Pferd, daß ich kenne. Es gibt natürlich Rassen, die speziell für einzelne Disziplinen gezüchtet werden, und diese Rassen wird ein Araber schwer schlagen - aber er kann auf jeden Fall mithalten.
Photo: Filsinger Omar Sakrs berühmter Hauptbeschäler Shaheen (El Haddiyah x Bint Bint Hamama) Omar Sakr: Das arabische Pferd ist ein extrem vielseitiger Athlet und kann in jeder Disziplin bestehen. Da er heute aber größtenteils für Schauen gezüchtet wird, gilt er vielen als "Streicheltier", das keinen richtigen Nutzen als Reittier hat. Dem möchte ich widersprechen! Das arabische Pferd ist stark, sehr kratftvoll und vollkommen ausbalanciert und eignet sich sowohl für Rennen (kurze Strecken und Distanzritte) als auch zur Dressur und sogar zum Springen. Wir sollten es natürlich nicht mit anderen Rassen vergleichen, denn seine geringe Größe gereicht dem Araber zum Nachteil. Doch mit einem passenden Reiter - ich denke da an die Körpergröße und Fähigkeiten - bietet sich das arabische Pferd hervorragend für die Hohe Schule an. F: Inzucht! Hat sie eine Bedeutung für Ihr Zuchtprogramm? Nayla Hayek: Nicht zu viel! Omar Sakr: Auf meinem Gestüt arbeite ich grundsätzlich nicht mit Inzucht. Ich nehme an, daß Sie mit Inzucht Anpaarungen von Geschwistern meinen, Vater-mit-Tochter- und Mutter-mit-Sohn-Anpaarungen. Wenn man mit Inzucht arbeitet, muß man Pferde haben, die sich als vererbungssicher erwiesen haben und die darüber hinnaus aus Familien stammen, die frei von Mängeln sind. Darum bevorzuge ich Linienzucht und manchmal die sogenannte "enge Zucht" (Halbgeschwister etc.). Aufgrund des engen Genpools greifen 90% aller Ägypterzüchter auf die Linienzucht zurück. Ich halte die "enge Zucht" für hervorragend geeignet bestimmte Merkmale zu fixieren. Ich versuche ein Pferd zu züchten, das ein bestimmtes Merkmal einmal dominat vererben kann. Das ist meiner Meinung nach überhaupt das, was das Züchten ausmacht: Ein Pferd hervorzubringen, das gewünschte Merkmale dominant weitergibt. Dann kann man das Rätselraten aus seinem Zuchtprogramm streichen.
Stavs Kru Sayd (Simeon Stav x Simeon Shaina) - das Ergebnis einer Vollgeschwisteranpaarung Carmel Rowley: Inzucht macht einen großen Teil unseres ägyptischen Zuchtprogramms aus. Inzucht trägt dazu bei, einen ganz bestimmten Typ hervorzubringen. Einen Typ zu festigen, den ein Pferd dann selbst immer wieder sicher vererbt. Dr. Ulrika Nilsson: Ja und nein. Inzucht und Linienzucht sind sehr wichtig, um bestimmte Eigenschaften zu sichern - aber ohne Outcross bleiben die Pferde auf Dauer nicht von Inzuchtschäden verschont. Wenn man "outcrosst" ist es wichtig genau zu wissen, welcher Outcross wirklich eine Bereicherung für das eigene Zuchtkonzept darstellt, damit man sich das Erreichte nicht ruiniert. F: Welchen Rat würden Sie Züchtern geben, die auch einmal einen Champion züchten wollen? Carmel Rowley: Setzen Sie sich Ziele. Sehen Sie sich Pedigrees an und das Pferd, das sie repräsentieren. Beobachten Sie erfolgreiche Züchter und fragen Sie sie aus. Züchten Sie immer die Art von Pferd, die Sie persönlich schätzen und lieben. Üben Sie sich in Geduld und Hingabe. Oh - ein bißchen Glück kann natürlich nicht schaden!
Photo: Escher Nayla Hayeks Champion-Stute Nahilaa (Shah Nishan x AK Entayah) und ihr Champion-Fohlen Hanaya Nawal (von Hanaya Moheb) Nayla Hayek: Ich glaube nicht , daß "der Champion" das Zuchtziel sein sollte. Ein Pferd zu züchten, daß in der heutigen Zeit Champion wird hängt von vielen Dingen ab. Jeder Züchter hat sein eigenes Ideal. Ich kann jedem Züchter nur raten so viel wie möglich andere Pferde anzuschauen und nicht "stallblind" zu werden. Den guten Hengst eines anderen Züchters zu benutzen, wenn ich glaube es bringt meiner Zucht etwas ist Zuchfortschritt, dies nicht zu tun nur weil es nicht mein Hengst ist, bedeutet für mich einen Schritt zurück!
Photo: Mattson Nafud Shahina (Shahin x Saghira) Dr. Ulrika Nilsson: Seien Sie den eigenen Pferden gegenüber kritisch. Sind Sie wirklich zufrieden mit Ihren Pferden oder züchten Sie mit ihnen nur aus Sentimentalität? Fahren Sie zu anderen Züchtern und sehen Sie sich deren Zuchtprogramme an (nicht auf Schauen, sondern in den eigenen Ställen!), schauen Sie sich an, was deren Zuchtprogramme wirklich hervorbringen. Lernen Sie zu erkennen, welche Pferde in Ihr Zuchtprogramm passen und welche nicht. Wenn Sie einmal falsch liegen, seien Sie mit Ihren Pferden noch kritischer als zuvor. Omar SakrEinem Züchter, der einen Champion hervorbringen will habe ich nichts zu sagen, da die Ansprüche an Schausieger sich ständig ändern... Ich habe viele Champions gesehen, die ich auf keinen Fall in meinem Gestüt haben möchte. Aber einem Züchter, der wirklich klassisch schöne Araber züchten möchte, würde ich als erstes raten, sich vor Modetrends zu hüten... Pedigrees zu verstehen... die erste und zweite Generation eines Pedigrees sehr ernst zu nehmen... sich daran zu erinnern, daß in der Vererbung oft eine Generation übersprungen wird... sich Bilder oder Videos von den Pferden Ihren Pedigrees zu besorgen oder noch besser: diese Pferde zu besuchen und sie kennenzulernen... Man kann kein Züchter für alles und jeden sein... versuchen Sie ein Pferd zu züchten, das sich von anderen unterscheidet... kaufen sie niemals ein Pferd ungesehen... Sie können niemals alles auf einmal an einem Pferd verändern... gehen Sie Schritt für Schritt vor... treffen Sie Ihre Auslese besonders selbstkritisch und streng... Und denken Sie daran, daß Sie ägyptische Araber züchten... versuchen Sie nicht die Geschichte zu verändern... das Ideal stand bereits vor Jahrhunderten fest... das arabische Pferd war immer für seinen Typ, seine Schönheit und Eleganz bekannt... bleiben Sie dabei... akzeptieren Sie, daß Sie die Geschichte bewahren aber nicht verändern sollen... Lernen Sie die verschiedenen Stämme und ihre Eigenschaften kennen... wenn Sie sich entscheiden mit bestimmten Stämmen und Linien zu züchten, achten Sie darauf, daß Ihre Pferde die Charakteristika dieser Linien auch verkörpern... Und schließlich und endlich, auch wenn ich mich wiederhole: züchten und bewahren Sie arabischen Typ... und seien Sie geduldig! |
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