Photo: van Lent

Aliha (Indian Silver x AK Atallah)
und Emma Maxwell


Von Oliver Wibihal

Zu Beginn galt sie fast als Sakrileg. Als sich jedoch herausstellte, wie erfolgreich diese Verbindung sein kann, wurde sie immer populärer und schließlich sogar gesellschaftsfähig: Die Anpaarung einer rein ägyptischen Stute mit einem Hengst anderer Blutlinie!

 Im Augenblick sind Pferde dieser Anpaarung gerade in Europa sehr erfolgreich auf Schauen vertreten. Was als "Verirrung" einiger weniger Züchter begann, scheint sich mittlerweile etabliert zu haben

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Photo: van Lent

Aliha und ihre "Familie": Pat, Joanna und Emma Maxwell

 Die Züchter, die den Stein ins Rollen brachten, waren Joanna und Pat Maxwell aus England. Erinnern wir uns: Ich spreche nicht von der Zeit bevor die Pyramid Society gegründet wurde und viele ägyptische Stuten überall auf der Welt mit Hengsten der unterschiedlichsten Herkunft angepaart wurden und manche Blutlinie für die Ägypterzucht von heute verloren ging. Denn das passierte mehr oder weniger zufällig. Ziel der Züchter war es einen schönen Araber zu züchten – von "straight dies" oder "rein das" war damals keine Rede.

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Photo: Escher

Mansul, einer der einflussreichsten Hengste in Deutschland -
seine Mutter war die Malikah-Tochter Mekka (von Saphir) 

  Als Beispiel mögen die deutschen "Ägypterikonen" Malikah (Großmutter von Asfour) und Moheba II (Großmutter von Jamil) gelten, deren erste Fohlen von Hengsten polnischer Linien stammten. Die Resultate waren vorzüglicher Qualität und setzten sich auch in der Zucht erfolgreich durch. Trotzdem entschied sich Malikahs Besitzer, Dr. Erwin Filsinger, seine Stute nur noch mit Hadban Enzahi zu belegen und gründete damit im Jahre 1968 das erste "rein ägyptische" Zuchtprogramm in Europa. Auch wenn es diesen Begriff damals noch nicht gab und weder die Pyramid Society noch der Asil Club existierten.

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Klicken Sie hier, um Alihas Mutter und Vater zu sehen!

  1976 entschieden sich Joanna und Pat Maxwell ihre rein ägyptische Stute AK Atallah (Ansata Ibn Halima x Al Nahr Mon Ami) mit dem Crabbet-Hengst Indian Silver zu belegen. Es war eine Entscheidung gegen den gesunden Menschenverstand. Denn rein ägyptische Pferde waren zu dieser Zeit begehrte Handelobjekte. Sie dominierten die amerikanische Schauszene und erzielten Preise, von denen man bis dato nur geträumt hatte. Doch die Maxwells schwammen gegen den Strom. Sie versuchten die nächste Stufe in ihrem Zuchtprogramm zu erreichen und wollten etwas Neues, etwas Eigenes kreieren. Fast alle europäischen und amerikanischen Züchter schickten ihre Stuten – gleich welcher Abstammung – zu rein ägyptischen Hengsten. Für die Maxwells erschien es da nur logisch den entgegengesetzten Versuch zu wagen. Natürlich war es ein Risiko, doch sie wurden reichlich belohnt: AK Atallah brachte mit der Stute Aliha ihre Meisterleistung zur Welt. Ohne Übertreibung gilt sie als eine der erfolgreichsten Stuten Europas, die Titel wie "Welt-Championesse" oder "National-Championesse" gleich doppelt und dreifach ihr Eigen nennt. Aliha erbte den Charme ihrer Mutter und die Ausstrahlung und die großartigen Bewegungen, für die ihr Vater berühmt war – eine unschlagbare Kombination! Doch ihr größter Erfolg sind ihre Nachkommen. Alleine ihre Tochter Atlantica (von El Shaklan) gewann zahllose Auszeichnungen (inklusive nationale, internationale und Welt-Champion-Titel), absolvierte eine Saison auf der Rennbahn und brachte eine weitere Generation von Champion-Töchtern zur Welt – wie Amazonn oder Ayat.

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Photo: Trees

Ayat (Maleik El Kheil x Atlantica) trabt dem Sieg entgegen

  Maxwells waren die Ersten, aber andere folgten. Gräfin Lewenhaupt in Schweden belegte ihre rein ägyptische Stute AK Kastana mit dem aus Russland stammenden Kapron, Marion Richmond aus Australien schickte Simeon Safanad (Simeond Sadiks Mutter) zu ihrem El Shaklan-Sohn Simeon Sa'ar und Patts setzten ihren Mashour sehr erfolgreich bei ihrer asilen Stute Munja (Shaker El Masri x Mastura) ein. Doch waren dies nicht mehr als kleine, zögerliche Versuche. Aliha blieb lange Zeit das Vorzeigemodell dieser "verkehrten Verbindung" (wie sie von vielen genannt wurde).

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Photo: Toischel

Mahari (Mashour x Munja), eine der 
populärsten Stuten in Deutschland

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