Teil III

Dieses Gestüt war jedoch nicht irgendein beliebiges Gestüt. Es war eines der ältesten in ganz Europa: das ungarische Bábolna, das in der ganzen Welt für sein ägyptisches Zuchtprogramm bekannt war und vielen erfolgreichen Gestüten in aller Welt die Stammpferde geliefert hatte – wie dem "Simeon Stud" in Australien.

 Töchter von Ibn Galal I, Ghalion, Ansata Abbas Pasha, Jamil und Ansata Halim Shah bildeten den Kern der Stutenherde. Mitte der neunziger Jahre entschied Tamás Rombauer (der damalige Gestütsleiter) durch den Einsatz polnischer und russischer Hengste Adel mit Korrektheit zu kombinieren und die Größe und die Gänge seiner Pferde zu verbessern. Er wollte versuchen einen moderneren Typ des Bábolna-Arabers zu züchten. Und wieder zogen die Züchter rein ägyptischer Araber die Augenbrauen nach oben!

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Photo: Carola Toischel

Teszir B in Wels 1997

 Die Resultate von Tamás Rombauers Bemühungen konnte man kurze Zeit später im Schauring besichtigen. Den Anfang machte der Hengst Teyszir B (Magdan x Tamria II), der 1998 die internationale Schau in Bábolna gewann. Dann kam er ins Training und startete erfolgreich auf der Rennbahn, um danach wieder erfolgreich an Schauen teilzunehmen. Wie war das noch mit der vielzitierten "Schönheit und Leistung"? Am diesjährigen Nations Cup nahm er ebenfalls teil und kam in einer ungeheuer starken und großen Klasse (15 Teilnehmer) auf den achten Platz – allerdings mit weit über 80 Punkten! Mit den Jahren ist Teyszir B immer schöner und ausdrucksstärker geworden und stellt heute in der Tat die ideale Kombination aus dem Adel der Mutter und der Korrektheit und der Substanz des Vaters dar – die Erfüllung von Tamás Rombauers Erwartungen. Mit Recht kommt Teyszir B heute in Bábolna als Hauptbeschäler zum Einsatz

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Photo: Schneider

Kubinec (Balaton x Kosmetika)

 Der russische Hengst, der das Gesicht des modernen Bábolna am nachhaltigsten verändern sollte, war Kubinec. Erst hatte er Europas Schauen erobert. Vielen galt er als die ultimative Form des arabischen Pferdes – charmant, typvoll, feurig, mit fliegenden Tritten. Dann hatte er sich als Vererber etabliert.

 Tamás Rombauer verlor keine Zeit und fragte seinen Besitzer Karl-Heinz Stöckle, ob der Hengst einige der besten rein ägyptischen Stuten Bábolnas decken könne. Dieser willigte ein. Die Früchte von Kubinecs "Engagement" wurde als die neue Generation von Bábolna bekannt: Pferde mit langen Linien, mehr Größe und tadellosen Bewegungen. Exzellente Vertreter dieser Verbindung sind die Hengste Malik B (x 221 Ibn Galal I) und El Nabila B (x Elf Layla Walayla).

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Photo: Kórósi

Malik B mit der spanischen Königin Sofia und
dem ungarischen Präsidenten Arpád Göncz

 Malik (arabisch für "König") verdankt sein Name dem Umstand, dass die spanische Königin Sofia kurz nach seiner Geburt Bábolna besichtigte und sich in ihn verliebte. Sie meldete sich als Patin an und so erschien einzig der Name "Malik" passend. Bereits ein Jahr später stand er wieder im Rampenlicht: 1997 war er der Junioren-Champion der internationalen Schau in Wels/Österreich (und Teyszir B gewann das Reserve-Senioren-Championat).  

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Photo: Anders

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  Doch der bekannteste ungarische Hengst der "verkehrten Anpaarung" ist El Nabila B, der Sohn der Multi-Championstute El Layla Walayla. Alleine im Jahr 2000 gewann er zwei deutsche Regionalschauen und war sowohl beim Nations Cup als auch im Europa-Championat Zweiter seiner Klasse (einmal hinter Mosalli, einmal hinter Ekstern). Der gangstarke und unglaublich präsente Hengst ist zur Zeit an Robert Schlereth und seinen Partner Volker Wettengl verpachtet.

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Photo: Escher

Kapella T (Kubinec x Ansata Fay Jamila)

 Einige deutsche Züchter bringen ihre rein ägyptischen Stuten übrigens auch zu Kubinec. Und sie werden regelmäßig mit Champions belohnt – als Beispiele mögen die Stuten Noura (Kubinec x Bint Moufisa) und Kapella T (Kubinec x Ansata Fay Jamila) gelten.

 Aber das Phänomen der "verkehrten Anpaarung" ist nicht auf Europa beschränkt. Vor einigen Jahren begann Baron Zichy-Thyssen einige seiner besten ägyptischen Stuten El Shaklan zuzuführen und heute deckt er viele mit seinem El Shaklan-Sohn ZT Shak Fantasy. In den USA tauchen ab und zu "verkehrte" Pferde auf. Doch scheint dies weniger geplant als in Bábolna, sondern eher zufallsbedingt. Trotzdem sind es erfolgreiche Individuen. Die populärste Erscheinung ist sicher die Stute Psyches Amber Gem, die nach Frankreich importiert wurde und 1995 das Reserve-Junioren-Championat beim Nations Cup und 1997 das Senioren-Welt-Championat in Paris gewann.

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Photo: Escher

Psyches Amber Gem (Padrons Psyche x AK Zabiya)

 Was bleibt  ist die Frage, ob es sinnvoll ist rein ägyptische Stuten mit Hengsten anderer Blutlinien anzupaaren, um (im besten Fall) Fohlen zu bekommen, die möglicherweise korrekter sind und bessere Bewegungen besitzen als die Mütter und im Schauring bessere Chancen haben – aber für ein ägyptisches Zuchtprogramm nicht mehr in Frage kommen. Auf der anderen Seite eröffnen diese Anpaarungen völlig neue Möglichkeiten und entfachen erneut das Interesse an Ägyptern als Quelle für unvergleichlich typvolle Pferde.

 This feature was brought to you in November 2000 by:
www.straightEgyptians.com
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