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E i n   H e n g s t   f ü r   a l l e   F ä l l e

Photo: van Lent
Photo: van Lent

Emma Maxwell und Crusader


Als Fohlen tollte er unbekümmert über die Weiden in Schweden. Heute ist er der wichtigste Beschäler auf der bekannten „Lodge Farm" der Familie Maxwell in England. Crusader - ein internationaler Hengst! Doch es geht noch weiter: Er selbst kam zwar in Schweden zur Welt, doch sein Vater ist der in Deutschland stationierte Salaa El Dine (Ansata Halim Shah x Hanan). Crusaders Mutter stammt aus Amerika - es ist die „Über-Mutter" der schwedischen Ägypterzucht, die erfolgreiche AK Kastana (v. NA Ibn Moniet). Unter ihren Fohlen befinden sich eigentlich nur Champions!

Bereits als Absetzer verliebten sich Pat, Joanna und Emma Maxwell in Crusader und konnten kein Auge von ihm lassen - das war im Jahr 1990. Also beschlossen sie, ihn zu kaufen. „Zuhause wuchs und wuchs er", erzählt Joanna Maxwell, „und als er ein Jährling war sah er aus wie eine Spinne!" Trotzdem gewann er auf Anhieb in Towerlands (A-Schau) das Junioren-Championat - gegen Schaugrößen wie Monitor! Im Alter von nur zwei Jahren führte ihn Emma Maxwell, international anerkannte Trainerin und Vorführerin, zum Championatssieg bei den britischen Nationals und zum Reserve-Champion-Titel in Paris.

1993 war eines von Crusaders anstrengendsten Jahren: Er deckte über 20 Stuten und absolvierte nebenbei noch ein Renntraining. In Holland ging er zum ersten Mal an den Start. Er war das einzige Pferd ohne Rennerfahrung und der Boden war naß und schwer, durchsetzt mit großen Pfützen. Die Distanz war kurz, nur 1.300 Meter. Das Feld blieb lange Zeit geschlossen, doch vor den letzten 400 Metern setzte Crusader sich ab und gewann ohne die geringsten Ermüdungserscheinungen - und zwar mit über einer Länge Vorsprung!

Crusader
Photo: Grasso

Heute ist Crusader einer der größten Ägypter weltweit. Denn mit seinem Stockmaß von gut 1,60 m schlägt er die meisten seiner Konkurrenten. Doch bei aller Größe ist ihm ein einzigartiger Typ gegeben. Das sahen auch die meisten Richter so und ernannten ihn im „Senioren"-Alter zum britischen National-Champion und zum Welt-Reserve-Champion. „Für uns", erklärt Joanna Maxwel, „verkörpert er den 'Morafic-Look' auf einzigartige Weise!" Eine Überzeugung, die sie mit vielen Crusader-Bewunderern teilt: die gleichen langen Linien, die Eleganz, Harmonie und nicht zuletzt dieselbe ungebremste Männlichkeit, die man auch an Morafic bestaunen konnte. Allerdings verfügt er über die besseren Nerven. Nervosität? Aggressivität? „Vollkommene Fehlanzeige", konstatieren seine Besitzer. „Er ist eines von Emmas liebsten Reitpferden." Mit ihm treibt sie sogar die Rehe zusammen, die sich auf der Farm befinden. „Kein Problem für Crusader!"
Doch nicht nur als Reitpferd findet Crusader regelmäßig seinen Einsatz. Wichtiger noch - und natürlich viel lieber - verrichtet er seinen „Dienst" als Deckhengst im Gestüt der Maxwells. Und die Früchte dieses Einsatzes sind auch in Deutschland zu finden. Besonders die Vollschwestern Heloisa und Helaliya (x Heloua) konnten einige wichtige Siege auf ihrem Schau-Konto verbuchen. Heloisa, 1996 geboren und ein Jahr älter als die Schwester, wurde als Jährling auf dem Europa-Championat in Verona mit dem Klassensieg belohnt. Die „kleine" Schwester eroberte das Junioren-Championat von Langenfeld. Auf der gleichen Schau sicherte sich die junge Stute Tamborine (Crusader x Tombora) übrigens den Klassensieg, während Sabrina (Crusader x LM Sadunga) in Kaub die Richter für sich begeistern konnte und das Fohlen-Championat gewann. Es werden nicht die letzten Siege der Crusader-Kinder in Deutschland gewesen sein!

Crusader wurde nach Sharjah verkauft!
Letzte Meldung: Anfang 2005 verstarb er dort.

Oliver Wibihal

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