Der "Supreme Champion" RZA Orient Express
(PVA Kariim x Orient Queen), im Besitz von Dennis und Pamely Key


Von Liz Salmon


Halimaars Tribute
(Abraxas Halimaar x Bint Ishmael),
Reserve Champion der Kostüm-Klasse,
geritten von Aimee Foster und
im Besitz von Mike und Pam Bennett

Der diesjährige Egyptian Event fand in einer Sauna statt – es herrschten Temperaturen von über 32° Celsius mit einer Luftfeuchtigkeit von mehr als 80%. Allerdings dauerte der Spuk nur zwei Tage bevor ein Wirbelsturm alles abkühlte und es fast zu kalt wurde – es hört sich fast so an als hätte das Event in England stattgefunden! Ganz egal wie das Wetter war, es hatte keinerlei negative Auswirkungen auf die Stimmung der Aussteller und Zuschauer dieser Schau – meiner Lieblingsschau in den USA. Sie im "Kentucky Horse Parks" statt, ein fabelhaftes Gelände. Dieses Jahr leuchtete der Park in sattem Grün, wogegen sich die weißen Zäune leuchtend abhoben und ein perfektes Bild boten.

Die Pyramid Society hatte sich bemüht das ständige Gingern der Pferde zu unterbinden und auf der Anzeigetafel, auf der die Punktzahl der Pferde zu lesen war, wurde in Leuchtschrift permanent daran erinnert. Mehr Pferde als in den letzten Jahren wurden an der langen Leine vorgeführt, doch viele wurden in den Ring gezerrt und wirkten wie junge Hunde, die noch nicht leinenführig waren – ohne Präsenz und mit eingekniffenem Schweif.

Die drei Richter waren Scott Brumfield (USA), Silvia Garde-Ehlert (Deutschland) und Marianne Tengstedt (Dänemark). Der Event ist eine der wenigen Schauen in den USA, bei der das europäische Punktsystem zur Anwendung kommt (wenn auch mit Abweichungen). Die Richter können halbe Punkte vergeben, was sehr hilfreich sein kann. Das Richten verlief recht einheitlich, doch manchmal zu gleich und zu zurückhaltend. Die Noten für Bewegungen und Fundament waren kaum nachzuvollziehen. In den Typnoten hätten die Richter manches Mal ein wenig generöser sein können.


Photo: Gigi Grasso
Insignia Desha (Thee Desperado x Jubillee) 

Die erste Klasse, die ich sah, war die der zweijährigen Hengste ("World Class Two Year old Colts). 17 Hengste wurden vorgestellt, doch meiner Meinung nach besaßen nur die wenigsten Hengstpotenzial – ich sah viele sehr gerade Köpfe. Der Sieger, Insignia Desha (Thee Desperado x Jubillee), war eine Ausnahme – er ist ein extrem typvoller Hengst mit guten Bewegungen. Er bekam eine 19. Er steht im Besitz von Hank DeShazer, Gary und Sandra Fernandes und Bob Miars.


Photo: Jerry Sparagowski
Ansata Malik Shah (Ansata Hejazi x Ansata Malaka)

Die Klasse der dreijährigen Hengste war wieder recht uneinheitlich, doch der Beste kam an die Spitze: der ätherische, sehr typvolle Ansata Malik Shah (Ansata Hejazi x Ansata Malaka) von Don und Judith Forbis. Ihre Pferde haben in der Tat einen ganz eigenen Typ – man kann sie sofort aus der Masse herauspicken.


Antara Shalima (Ansata Hejazi x Sha Latif) mit ihren Besitzern 
Jerry und Nancy Gates und Judith Forbis

Ausserhalb der Arena sah ich dann eine hervorragende Jungstute, die ich sofort fotografierte, noch bevor ich wusste wer sie war. Eine Minute später gewann sie die "Most Classic Head"-Klasse der Stuten. Es war  Antara Shalima (Ansata Hejazi x Sha Latif), im Besitz von Jerry und Nancy Gates. Es ist das erste Pferd, das beide gezüchtet haben. Ein vielversprechender Anfang! Die "Most Classic Head"-Klasse der Hengste wurde von RF El Shaddai (Nabiel x AM Contess Renoir) gewonnen.


Die Stute Dorian Oreana 
(Dorian Oran x HF Driade)

Am Abend gab es vier Halfterklassen zu sehen - es begann mit den vierjährigen Stuten. Eine kleine Gruppe mit exzellenten Teilnehmerinnen. Die Siegerin war eine außergewöhnliche, sehr feminine Stute: Isabella HG (Hadidi x Belle Star), auch sie im Besitz von Hank und Sandy DeShazer. Danach kamen die fünf- bis neunjährigen Stuten in den Ring. Sehr gemischt in Typ und Qualität. Einige wenige attraktive Modelle - und der Rest... Die Gewinnerin war eine Klassestute, die ich sehr mochte: Die elegante, typvolle, tief dunkelbraune Stute Dorian Oreana (Dorian Oran x HF Driade), im Besitz von Dorian Weil. Sie konnte sich übrigens sehr gut bewegen.


Der letztjährige "Supreme Champion" Farid Nile Moon war durch 
seine Tochter Farid Nile Dream hervorragend repräsentiert

Die nächste Klasse war sehr groß - 32 Jährlingsstuten trabten in den Ring. Einige waren von exzellenter Qualität, doch die Gewinnerin Farid Nile Dream (Farid Nile Moon x Imperial Maysama) war nicht zu schlagen und erhielt die bis dahin höchsten Noten der Schau. Sie gehört Hank und Sandy DeShazer und ist eine der ersten Töchter des letztjährigen Champions Farid Nile Moon. Was ich von seinen ersten Fohlen gesehen habe, ist durchaus vielversprechend. Die Klasse der 23 Jährlingshengste hatte ebenfalls einige gute Teilnehmer. Southern Star Arabians schöner Brauner SS Atlantis (Thee Desperado x MFA Alaanta) gewann.


Sweet Eloise (Thee Desperado x Kuhaylah Nitaya)
mit Vorführerin Shawn Crews

Am Mittwoch ging es nach dem Lunch weiter - allerdings mit recht kleinen Klassen. Die "Extended straight Egyptian"-Klassen kamen als erstes, es begannen die dreijährigen Stuten. Eine kleine aber feine Klasse, die von der exzellenten Imperial  Imperial Baarakah (Imperial Baarez x Imperial Karmah) gewonnen wurde, die im Besitz von Philip und Gloria Bevins steht. Die Imperial-Pferde sind in ihrer Qualität unglaublich konstant und brillieren darüber hianus auch noch in den verschiedensten Reitklassen. Nur zwei Pferde waren bei den vierjährigen Stuten am Start, doch die Gewinnerin war einfach zauberhaft. Ihre fuchsfarbene Jacke glänzte im Scheinwerferlicht wie pures Gold.  Es war Sweet Eloise (Thee Desperado x Kuhaylah Nitaya) im Besitz von Angie Reynolds. Diese Stute hatte egrade die "Region IX"-Show gewonnen (und zwar durch einstimmigen Richterspruch), was wieder einmal zeigt, dass Ägypter durchaus konkurrenzfähig sind, wenn die Richter fair sind. In Europa klappt es doch auch... 


Steve Dady führte RZA Orient Express zum Titel des 
"Supreme Champions" der Schau

Die KLasse der dreijährigen Hengste hatte acht Teilnehmer, die Qualität war ausreichend. Der Gewinner The Source CC (Salaa El Dine x Mouna) ist ein typvolles, sehr tiefes Pferd im Besitz von Cadron Creek Arabians. Nur vier Hengste waren in der Klasse der Vierjährigen zu sehen und als eindeutiger Sieger glänzte RZA Orient Express (PVA Kariim x Orient Queen), ein typvoller und doch korrekter Hengst, der im Besitz von Dennis und Pamela Key steht. 

Am nächsten Tag (nach den Reitklassen) waren die "Futurities" zu sehen. Bei den zweijährigen Stuten gab es einige sehr schöne Exemplare zu sehen. Aus allen wurde eine "Top Ten" bestimmt, die ins Finale einzog. Darunter auch die schon erwähnte Antara Shalima, die mir gleich zu Beginn aufgefallen war. Welch eine Schönheit - sie hat eine große Karriere vors ich, da bin ich mir sicher! Die zehn Junghengste waren von guter Qualität, hier war der ebenfalls schon erwähnte Insignia Desha dabei. 

Am Donnerstag gab es viel zu sehen. Als erstes 32 Jährlingsstuten (ebenfalls "Futurities"). Wieder einige exquisite Teilnehmerinnen, die ins Finale einzogen. 22 Jährlingshengste traten vor die Richter, unter ihnen ein oder zwei mit wirklicher Hengstqualität. 

Die vierjährigen Hengste kamen als nächstes an die Reihe, nur vier nahmen teil, alle von recht guter Qualität. Sieger wurde TH Knight Rider (AK Khazar x Midnight Hour) im Besitz von Joseph und Pamela Emington, der durch seinen hübschen Kopf bestach. Die Klasse der dreijährigen Stuten hatte einige hübsche Teilnehmerinnen und wurde von der vielversprechenden, sehr femininen  HMT Fariha Karim (PVA Kariim x Princess Fariha) gewonnen. 
Als nächster stürmte der ätherisch schöne Ansata Halim Shah-Sohn Nigmh in die Bahn, der die Klasse der zehnjährigen und älteren Hengste gewann. Er geht auf die Dömken-Zucht zurück und bewegte sich hervorragend. Sein Vorführer Ted Carson hielt kaum mit ihm mit, zeigte ihn aber hervorragend. Nigmh steht im Besitz von Karen Henwood. Welche Enttäuschung bei den älteren Stuten nur drei Teilnehmerinnen zu sehen. In anderen Ländern ist das meist eine der stärksten Klassen. Die Gewinnerin war Madrigall (The Minstril x Esprit D'Asadd), im Besitz von Joseph und Pamela Emington. Die  Hengstnachzuchtsammlung  wurde von Imperial Baarez (PVA Kariim x BB Ora Kalilah) gewonnen, dem Hauptbeschäler des Imperial-Gestüts.


Der Hengst Al Salil (Thee Desperado x Mistil) wurde
Reserve-Senioren-Champion 

Die einzige Halfterklasse am Freitag war die der fünf- bis neunjährigen Hengste. Exzellente Qualität, 24 Hengste wurden gezeigt. Der Gewinner war Al Salil (Thee Desperado x Mistil), früher bekannt unter dem Namen "Thee Easterbandit". Ein typvoller Brauner, sehr korrekt. Er gehört Susan Watson.


Mike Neal und die Reserve-Junioren-Championesse
Nakhda Saqqara (CN Jericho x Nisrs Bint Kamal)

Das Finale der "Futurities" fand am Abend statt. Das erste Finale war das der zweijährigen Stuten und wurde von Antara Shalima gewonnnen. Der Sieger der zweijährigen Hnegste war Insignia Desha. Die Siegerin der Jährlingsstuten war Nakhda Saqqara (CN Jericho x Nisrs Bint Kamal), eine kleine aber exotische, sehr feminine Lady im Besitz von M. Kent Mayfield. Thee Bravado (Thee Desperado x Shahadaa TOA), ein sehr attraktiver Junghengst im Besitz von Larry and Carolyn Shelton, gewann die Jährlingsklasse. In der Liberty-Klasse gab es einen eindeutigen Sieger: Es war Ravenwood Jaleel (RG Al Mone x Kismat RSI).


Sie wurden in der Hengstparade präsentiert: 
Ansata Malik Shah (links) und Ansata Iemhotep 

Am Samstag gingen die Teilnehmer der Distanzritte an den Start. 100 Pferde aller Rassen waren zu sehen. Es gab einen Ritt über 25 und einen über 50 Meilen. Beide wurden von reinen Ägyptern gewonnen! 

Zum Schluss ging es an das Verteilen der Championate. Zuerst kamen die Jungstuten an die Reihe. Ich muss gestehen, ich konnte mich kaum zwischen Antara Shalima und Farid Nile Dream entscheiden. Die Richter wählten Antara Shalima als Championesse und Nakhada Saqqara als Reserve-Championesse. Der Junioren-Champion war Insignia Desha, gefolgt von Entebbe CA (Thee Desperado x Shaamisa Mystique) - er war Zweiter in seiner Klasse - als Reserve-Champion. Er steht im Besitz von Steve und Mauri Chase.


Steve Dady mit RZA Orient Express und Insignia Desha

Nun zu den Seniorenstuten. Die Championesse war schnell gefunden: Dorian Oreana gefolgt von Sweet Eloise als Vize-Championesse. Die Supreme-Championesse wurde Dorian Oreana vor Antara Shalima.
Im Hengstchampionat war alles möglich, es war Geschmackssache der Richter. Mein Favorit war Nigmh, doch die Richter wählten RZA Orient Express vor Al Salil. Der Supreme-Champion wurde RZA Orient Express vor Insignia Desha.
Diese Schau ist ein absolutes "muss" in meinem Schaukalender. Sie macht Spaß und es gibt eine Menge zu sehen und zu erleben. Aber halten Sie Ihre Kreditkarte fest - es gibt auch eine Menge zu kaufen! 

 This feature was brought 
to you in July 2002 by:
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