Wie schnell sie ihn vergaßen... von Debra Geiser |
In den achtziger Jahren
war Nabiel einer "der" äyptischen Hengste. Sein Name war Legende, er
zählte zu den ganz Großen. Heute haben die meisten neuen Züchter seinen Namen zwar
schon einmal gehört, doch sie wissen nicht wirklich etwas über dieses Pferd. Nabiel war ein großer weißer Hengst, energisch und kräftig. Sein außerordentliches Stockmaß war für die amerikanischen Züchter seiner Zeit sicher eine entscheidende Zugkraft, denn sie entwickelten gerade ihren sprichwörtlichen "Größenwahn". Aber Nabiel war so viel mehr als nur ein großes Pferd. Er war korrekt, ein Champion, ein typvolles Pferd und ein außergewöhnlich prägender Vererber. All seine Qualitäten machten ihn zu einem Ausnahmehengst, der nur wenige Rivalen zu fürchten brauchte bis heute! |
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Nabiel war das erste Fohlen von Sakr (Sultann x Enayat v. Morafic) und wurde sein größter Erfolg weit bedeutender als Sakrs 123 Championate, die er in Reit- und Show-Klassen gewann. Obwohl Sakr als das gewinnreichste arabische Schaupferd in die amerikanische Geschichte einging, galt er weder als großer Vererber noch als einzigartige Schönheit. Aber er war in Wahrheit doch weit schöner als ihn die zahlreichen bekannten Fotos zeigen ein Erbe seiner exquisiten Mutter. Durch Nabiel hat er sich einen immerwährenden Platz in den Annalen der Araberzucht gesichert und mit seiner Hilfe Substanz und den unverwechselbaren arabischen "Look" vererbt. Nabiels Mutter Magidaa (Alaa El Din x Maysa v. Anter) war eine der besten ägyptischen Zuchtstuten aller Zeiten. Zu ihren Nachkommen gehören alleine drei US-National-Champions und zahlreiche "Class A"-Champions. Magidaas berühmteste Tochter war Bint Magidaa, zu deren Söhnen Ruminaja Ali, Alidaar und Thee Infidel zählen. Ihr Beitrag zur weltweiten Ägypterzucht alleine durch diese Drei ist kaum zu ermessen. |
| Aus der Kombination von Sakr und der eleganten Magidaa erbte Nabiel die Fähigkeit edle, langlinige Fohlen extremen Typs hervorzubringen. Aber ebenso ein substanzvolles, kräftiger gebautes Pferd, das trotzdem über große Typausstrahlung verfügte. Bill und Pat Trapp die Besitzer der "Arabest Stud Farm" erwarben den jungen Nabiel von der Gleannloch Farm. Sie gehörten zu den "kleinen" Züchtern, doch der schlaksige Jährling, der 1972 in Wisconsin ankam, katapultierte ihr Gestüt in den Starhimmel. Nabiel begann eine Serie von Schausiegen, die durch sein "US -National-Futurity-Championat" und zwei Top-Ten-Plazierungen gekrönt wurden. Die Welt begann aufzuhorchen. Bill und Pat besaßen keine große Stutenherde. Jeder weiß, daß Hengste durch ihre Besitzer "gemacht" werden können wenn sie nur genügend Stuten haben, um große Fohlenjahrgänge zu produzieren. Sie können dann die besten Fohlen auswählen, sie fähigen Trainern an die Hand geben und schon ist die Karriere ihres Hengstes in vollem Gang. Bei Nabiel war das anders. Seine Fohlen entsprangen den unterschiedlichsten Anpaarungen. Kleine Züchter, große Züchter sie alle brachten ihre Stuten zu ihm. Und Bill und Pat lehnten niemals eine ab, denn sie brachten es nicht übers Herz jemanden zu beleidigen. Doch diese Fohlen verhalfen Nabiel zu seinem Ruhm, und zu Beginn der achtziger Jahren war er zum führenden ägyptischen Vererber mit den meisten Champion-Nachkommen geworden. Ja, er gehörte sogar zu den zehn Auserwählten, die mehr als 100 Champions gezeugt hatten. Und er hatte es ganz alleine geschafft: seine Fohlen waren die einzige und beste Werbung für ihn! Es gibt wohl kaum einen Hengst, der sich den Titel "Vererber" wahrhaft so sehr selbst erarbeitet hat wie Nabiel. 1982 wurde er syndikatisiert und zum ersten Mal in seinem Leben deckte er fast ausschließlich rein ägyptische Stuten. Viele Champions des Egyptian Events (die nicht in der Statistik von oben eingerechnet sind) gingen daraus hervor. Und 1985 gewannen die Nabiel-Söhne Sabiell und Royal Mikhiel das Supreme- und das Reserve-Supreme-Championat dieser Schau. Seine Töchter plazierten sich ebenfalls beim Event und sind die Mütter der Champions von heute. Bemerkenswert an Nabiel ist die Tatsache, daß man sowohl gute Söhne als auch gute Töchter unter seinen Nachkommen findet. Sogar seine Schausieger auf höchster nationaler Ebene sind fast genau zur Hälfte Stuten und Hengste. Egal, ob Nabiel in der Vater- oder der Mutterlinie eines Pedigrees erscheint sein Einfluß ist offensichtlich. Er war eine hervorragende Quelle für schöne Köpfe, lange Hälse, Korrektheit, Präsenz und Adel. Er bot sich darüber hinaus zum "Outcrossen" an, da er nicht über Gebühr ingezogen war und sein Pedigree nur eine relativ geringe Dosis Nazeerblut enthielt.
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| Doch nicht zu
vergessen ist seine Persönlichkeit: Nabiel war ein Hengst, der Respekt forderte
und keine falsche Behandlung vertrug. Er sah sich selbst als Herrscher und erwartete, daß
die Dinge so abliefen, wie er sich das vorstellte. Mit Frauen kam er am
besten aus. Interessant, daß er zeitlebens von ihnen zum Decken geführt wurde. Er schien
das zu bevorzugen. Obwohl stark und kraftvoll, war Nabiel stets empfänglich für nette
Worte und liebevolle Behandlung. Sein Spieltrieb war ungewöhnlich ausgeprägt und
er war berühmt für sein leidenschaftliches Herumspielen mit dem Stück eines
Autoreifenschlauchs, das er heiß und innig liebte. Als ich Nabiel zum letzten Mal sah, ging es ihm schlecht. Er hatte sich gerade von einem Rehe-Anfall erholt. Es war ein kalter Novemberabend in Neu Mexiko und er hielt ein Schläfchen in seinem Stall. Doch als er hörte, daß ich eine Karotte in zwei Hälften brach, spitzte er die Ohren und in seinen Augen spiegelte sich die Vorfreude. Er kam so schnell ihn seine alten, schmerzenden Füße trugen nach vorne zur Stalltür. Sanft berührte sein weiches Maul meine Hand und vorsichtig nahm er sich die Karottenstücke. Ich flüsterte ihm zu, daß er noch immer der König sei. Aber er war Nabiel. Und er wußte es. |
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Der Auserwählte von Polly Knoll
Was Schönheit, Kraft und Anmut betraf, so war er der Auserwählte... |
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| Als Nabiel ein Jahr alt war, wählte ihn sich der Züchter Bill Trapp auf der Gleannloch Farm aus und kaufte ihn. Er hatte eine weise Entscheidung getroffen. Dieser große, extrem schöne Schimmelhengst war von Anfang an ein "Gewinner" und brachte wunderschönen Nachwuchs. Fotos von ihm, die ihn als jungen Hengst zeigen, sind sehr eindrucksvoll. Doch als reifes Pferd wurde er noch schöner. Einige meiner Bilder von ihm vor allem auch die ohne Halfter sind ungeheuer ausdrucksstark. Aber dieses hier ist eines meiner Lieblingsbilder. Alle Fotos: Polly Knoll |
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