NIMES `99 - StraightEgyptians.com

ERSTES EGYPTIAN EVENT IN FRANKREICH

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Photo: Grasso

Shahil (Maysoun x Shahila) gewann das Senioren-Championat

 

Die guten Nachrichten zuerst: Es war eine schöne Schau in herrlicher Umgebung. Das Publikum stürmte die Arena von Nimes in Frankreich zu Tausenden. Es war das erste Märzwochenende, der Frühling lag schon in der Luft, es war die erste Schau der neuen Saison und überall sah man fröhliche, entspannte Gesichter. Noch hatte der "Schaustreß" keinem den Spaß an der Sache verdorben. Alles war wieder neu und aufregend. So auch diese Schau.

Erstmalig veranstaltete Christiane Chazel ein "europäisches Championat für rein ägyptische Pferde". Die Beteiligung war groß – über 100 Pferde aus Frankreich, Italien, der Schweiz, Deutschland und Belgien - ja sogar aus Ägypten – waren nach Nimes gepilgert. Galt es doch einen prestigeträchtigen Titel zu erringen. Denn wer würde sich nicht gerne "ägyptischer Europa-Champion" nennen?

Die Verleihung dieses Titels lag in bewährten Händen: Walter Schimanski - langjähriger Ägypter-Züchter aus Passion – und die in aller Welt bekannte Judith Forbis waren aus Amerika angereist, um die Pferde zu bewerten. Natürlich wurden auch in Nimes sogenannte "egyptian related"-Klassen angeboten – genau wie beim "großen Bruder", dem Egyptian Event in Kentucky. Zehn Klassen für rein ägyptische und vier Klassen (Jungstuten, Junghengste, Altstuten, Althengste) für "ägyptisch verwandte" Pferde waren im Angebot.

Und nun kommen wir zu den schlechten Nachrichten: Die Qualität der gezeigten Pferde entsprach nicht immer internationalem Standard. Und leider starteten in den "reinen" Klassen etliche Pferde, die dort nicht hingehörten. Damit wir uns recht verstehen: Es geht hier keinesfalls darum, andere Blutlinien abzuwerten. Jeder soll mit den Linien züchten, die ihm am Herzen liegen und die ihm am besten gefallen. Keine Frage. Aber: Wenn eine Schau für rein ägyptische Pferde stattfindet, dann müssen die Pedigrees der startenden Pferde auch "rein" sein. Ansonsten hat eine solche Schau keine Berechtigung! Hier starteten aber in den ägyptischen Klassen mindestens fünf Pferde, die als "related" einzustufen sind. Das Fatale: Einige Pferde wurden zwangsweise in die related-Klassen abgeschoben, andere aber durften unbehelligt unter den Ägyptern starten. Ein Beispiel ist der Hengst Mahal (Ibn Moheba x Ma-Jamila v. Jamil x Mastura v. Saher). Der bekannte Saher (Ghazal x Sahmet) in seinem Pedigree bildete den Stein des Anstoßes. Er gilt aufgrund der Mutterlinie nicht als rein ägyptisch (der Asil Club erkennt ihn jedoch an). Darum hieß es für Mahal Abschied nehmen von den Ägyptern. Immerhin stand er dann aber hinter dem späteren Champion Ben Shai (v. Simeon Shai) auf dem zweiten Platz der "Verwandten". Die Stute Sayoome (Ibn Shaker I x Saymoona) – ebenfalls mit Saher im Pedigree – ging nicht nur selbst an den Start, auch einige ihrer Nachkommen mischten in den Ägypterklassen mit. Sie blieben jedoch unbehelligt. Das nächste Mal sollten die Veranstalter und auch die Besitzer (!) einfach einen Blick in die Pedigrees der Pferde werfen. Das erspart große Peinlichkeiten und viel Ärger!

In der Klasse der dreijährigen rein ägyptischen Stuten lag die bezaubernde Hikuptah Shaylana (Shaik Al Jiwan x Bint Shahila v. Maysoun) ganz vorne. Sie steht im Besitz von Lionel Battaia. Eine kleine Tänzerin, eine schöne Stute fürwahr. Berechtigter Applaus begleitete ihre Ehrenrunde. Und um es gleich vorwegzunehmen – sie gewann auch das Junioren-Championat.

 

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Photo: Grasso

Frasera Futura (Shahil x Ansata Nefer Isis) stand auf dem zweiten Platz

 

Die Zweitplazierte der dreijährigen Stuten war die erstklassige Frasera Futura (Shahil x Ansata Nefer Isis). Ihr Züchter Dr. Santoro dürfte jedoch nicht allzu betrübt über diese Niederlage sein. Gewann doch ihre jüngere Vollschwester Frasera Neferet das Reserve-Championat. Auch sie ist ein bezauberndes, sehr feminines Glanzstück der bekannten Zuchtstätte des Dr. Santoro. Allerdings hat sie schon vor geraumer Zeit den Besitzer gewechselt und gehört nun dem italienischen Züchter Aldi Aldo (ja, der Mann heißt wirklich so!).

Die Qualität der jungen Damen übertraf die der jungen Herren um ein vielfaches. Trotzdem standen im Championat der Juniorenhengste zwei beachtliche Persönlichkeiten an der Spitze: Paola Pellegrinis bekannter MP Nar’e (Shahil x Bint Bafadi v. AK Bafadi) vor Jean Marc Dubois‘ Desert Edfou (Ahmous x Thebes), dessen Mutterlinie auf die Moniet El Nefous-Enkelin Moneera zurückgeht.

Den Sieg der Senioren-Stuten sicherte sich mit großer Grazie und blendender Schönheit die Fliegenschimmelstute Flaby‘s Shammari (Sar Ibn Moniet x Maari Moniet). Eine der ganz wenigen Töchter des wunderschönen Ibn Moniet El Nefous-Sohnes Sar Ibn Moniet in Europa. Sie steht im Besitz der französischen Züchter Anne Avian und Claude Dominique. Eine klassische, hochedle Stute mit ausdrucksvollem Gesicht und tiefem, mütterlichem Körper. Sie war genau zehn Jahre älter als die Reserve-Championesse Farah El Din (UP Ibn Galal Son x Bint Doniazad). Eine Fuchsstute, athletisch und "spritzig", aber nicht ganz so edel und typvoll wie die Siegerin. Sie gehört Mathilde Andrianoff/Frankreich.

 

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Photo: van Lent

Der bekannte Ibn Barrada stand auf dem dritten Platz seiner Klasse

 

Den Höhepunkt bildeten auch in Nimes die Hengstklassen. Schnaubend und tänzelnd betraten die Hengste den Ring und beäugten eifersüchtig die Konkurrenten. "Wer ist der schönste im ganzen Land?", schienen sie zu fragen. Die Entscheidung war bald gefallen: Der blendende Schimmel Shahil (Maysoun x Shahila) aus dem Gestüt "La Frasera" von Dr. Santoro durfte den Titel mit nach Italien nehmen. An ihm bestechen immer wieder der hohe Adel, der elegante Hals und die schwungvollen Bewegungen. Daß er darüber hinaus auch als Vererber ein große Nummer ist, beweisen seine erfolgreichen Nachkommen – auch auf dieser Schau! In seiner Klasse hatte er die Ägypten-Importe Omran El Thani (Aybac x Eshk) und Ibn Barrada (Gad Allah x Ibn Barrada) auf die Plätze verwiesen.

 

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Photo: Grasso

Der Reserve-Champion Mashar (Madkour I x Asra Medina)

 

Der überaus edle und fein modellierte Mashar (Madkour I x Asra Medina) erhielt nicht nur bei seinem Klassensieg tosenden Applaus. Auch als er die Schärpe des Reserve-Champions erhielt, klatschten die Zuschauer begeistert Beifall. Er ist ein ägyptischer Hengst wie aus dem Bilderbuch: Trocken und edel das Gesicht, das Fell fein und dicht, die Beine glasklar und der Schweif tatsächlich getragen wie die "Fahne des Propheten". Ein großartiger Bursche, der den Reserve-Titel wahrhaft verdient hatte. Keiner freute sich mehr als sein sympathischer Besitzer Christian Sorio aus Italien. Übrigens sind beide Hengste in Deutschland gezüchtet.

 

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Photo: Sachs

Shaik Al Jiwan, der Sieger der Nachzuchtsammlung

 

Die Klasse der "Hengstnachtzuchtsammlung" sorgte für eine Überraschung. Hier stand nämlich nicht der Favorit Shahil an der Spitze. Nein, Walter Schimanski entschied sich für den kleinen Schimmel Shaik Al Jiwan (Ansata Omar Halim x Ansata Wanisa). Auch er lebte einmal in Deutschland, fand hier aber kaum Beachtung. In Frankreich scheint sich das geändert zu haben. Seine Nachkommen überzeugten jedenfalls. Die bereits erwähnte Hikuptah Shahylana bezauberte genauso wie die Siegerin der "related"-Junioren-Stuten, Hikuptah Jade. Zu erwähnen ist auch noch die Drittplazierte der Dreijährigen, Hikuptah Zahwa. Alle drei Stütchen wurden von Lionel Battaia gezogen, in dessen Besitz sich Shaik Al Jiwan jetzt befindet. Da scheinen die Richtigen zusammengekommen zu sein!

Adrienne Camuas

 

Für eine vollständige Ergebnisliste klicken Sie hier!

 

Leider sind uns die zugesagten Photos von dieser Schau nicht rechtzeitig zugegangen. Wenn Sie einen der Champions fotografiert haben, freuen wir uns, wenn Sie uns die Bilder e-mailen.