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Eine Vision der Vollendung
20 Jahre sind eine lange Zeit. Man hat seine Erfahrungen gemacht. Man hat aus Fehlern gelernt. Man weiß, was einem gefällt. Und man weiß, was man möchte. Auch in der Pferdezucht. Die Zeiten der Unsicherheit, des Zögerns sind vorbei. Man erkennt Qualität, wenn man ihr gegenüber steht. Genauso geht es dem australischen Züchter Greg Farrell mit seinem Hengst Vision. Er weiß, was er an ihm hat. Seine Fohlen gewannen (und gewinnen) Jahr für Jahr im Schauring und machten das Gestüt "Mulawa" in ganz Australien bekannt. Und seine Töchter sind geachtete Zuchtstuten in einem Land, das die zweitgrößte Araberpopulation der Welt besitzt. Und alles nahm seinen Anfang in Deutschland. An einem nassen, kalten, regnerischen Tag. Greg Farrell und seine Familie bereisten in den achtziger Jahren ganz Europa auf der Suche nach geeigneten Stuten, um sie ihrem polnischen Bask-Sohn Ambition zuzuführen. Natürlich verschlug es sie auch nach Deutschland. Und auf dem Gestüt von Dr. Nagel verschlug es ihnen dann den Atem. Sie standen der aus Polen importierten Bandos-Tochter Euni (x Eunice) gegenüber. Sie sehen und sie kaufen war eins! Tragend von Jamil (Madkour I x Hanan) verbrachte Euni ihre Quarantänezeit in England. Ein Hengstfohlen wurde geboren, daß auf den Namen "Vision" getauft wurde. Als Greg nach England flog, um das Fohlen zu sehen, telegrafierte er seinem Vater: "Stute topfit, Hengstfohlen gehört MIR!" Daran hat sich bis heute nichts geändert. Nach all den Jahren hat Vision seinen Besitzer nicht ein einziges Mal enttäuscht. Natürlich, heute stehen andere Hengste im Vordergrund. Der National-Champion Fame Maker R oder der US-Top-Ten-Hengst TS Al Malik, der kürzlich nach Australien importiert wurde. Aber Vision schuf die züchterische Grundlage, auf der das Gestüt Mulawa heute steht. Visions Erscheinung, seine Schönheit bringen Greg Farrell noch immer zum Schwärmen. "Sein Charisma ist unvorstellbar! Er ist im klassischen Sinne schön zu nennen. Er ist die perfekte Synthese aus polnischen und ägyptischen Blutlinien!" Die Namen seiner Söhne und Töchter werden in Australien mit Begeisterung genannt, haben sie doch auf allen großen Schauen ihre Klasse bewiesen! Alleine der National-Champion von 1996 ist noch allen in guter Erinnerung. Der Hengst Naavah eroberte durch seinen enormen Typ und seine erhabene Bewegungsmanier die Herzen aller Richter im Sturm: Die Entscheidung zum National-Champion fiel einstimmig zu seinen Gunsten aus! Doch seine wahren Qualitäten zeigte Vision, als seine Töchter zu großartigen Zuchtstuten heranwuchsen. Kaum eine, die keinen Champion hervorgebracht hat. Die Siege von Visions Enkeln aufzuzählen, würde zu weit führen. Vielleicht so viel: Es befinden sich alleine drei National-Champions darunter! Einer der bekanntesten ist der Hengst Wanted, der es als einziger schaffte den bekannten US-Import Fame Maker zu besiegen! Wichtiger für Greg Farrell ist aber die Tatsache, daß ihn mit Vision eine Freundschaft verbindet, die seit der Geburt des Hengstes besteht. "Er ist ein echter Charakter! Er funktioniert nicht auf Knopfdruck. Würde er einem unnachsichtigen Trainer in die Hände fallen, würden das beide nicht überleben. Seine Persönlichkeit macht Vision zu einem unter tausend!" Schön, daß Greg Farrell nach diesen langen Jahren von seinem Hengst immer noch so begeistert ist wie am ersten Tag. "Was soll ich machen", grinst er. "Ich bin ein altmodischer Mann, und sein Herz verschenkt man nur einmal!" |