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Full Version: Kastration Im Hohen Alter
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Betz
Hallo,

wollt mich einfach erkundigen was ihr für Erfahrungen bei der Kastration von Hengste im Alter von 20 Jahren gemacht habt. Und wie sich diese nach dem kastrieren anderen Pferden gegenüber verhalten haben. Vor allem wenn sie die Jahre zuvor doch einige Stuten deckten.

Lg Betz
Betz
Kann mir keiner weiterhelfen?????????? sad.gif
paelmchen
Hallo,

persönliche Erfahrungen haben wir leider keine, haben allerdings mit Dr. Nolting ( Equipe Tierarzt) über diese Problematik gesprochen.

Er meinte eine Kastration sei auch im hohen Alter unproblematisch, sollte aber besser in einer Klinik durchgeführt werden.

1. Narkose besser mit Beatmung und Überwachung

2. Bessere Wundversorgung und sauberes Vernähen in Vollnarkose

ciao Roland Palm
sheikhrissan
Guten Abend

Ich kann ihnen nur halbwegs behilflich sein! Mein Hengst damals (27) litt letztes Jahr an was wir glaubten, Hodenkrebs zu sein. Wir hatten es so abgesprochen mit dem Tierarzt, dass wir ihn halbkastrieren wuerden, also der betroffene Hode sollte weg. Wir haben es in dem Stall gemacht, mit Sedation und Betaubung. Das war in Mai. Ich hatte Angst vor einer Vollnarkose in seinem Alter, und wollte auch, dass er wieder zu sich kommen sollte am Stall, mit seinen Pferdefreunde um ihn. Die Wunde war, wie ueblich, nicht genaeht. Innerhalb von einer Woche konnte er wieder geritten werden, und er hat die Operation prima ueberstanden.

Leider musste der Tierarzt beim Operation feststellen, dass es sich nicht um Hodenkrebs handelt, sondern irgendeine andere Art von Tumour, was in seine Bauchhoehle war. Wir wuessten, es war eine Frage der Zeit. Allerdings, hatte er sein Lust fuer's Leben nicht verloren, und liess sich problemlos reiten.

Natuerlich hat er sich nach wie vor wie ein Hengst benommen, in dem er nett mit seine "Damen" geredet hat usw .... weil es doch nur eine Halbkastrierung war.

Sheikh ist in August nach Spanien ausgewandert, um dort in die Rente zu gehen, so zu sagen (obwohl er immer noch ein paar mal in der Woche geritten wurde). Auch diese Fahrt hat er prima ueberstanden. Ganz ploetzlich dann in November ging es ihm nicht gut, und am 9. November war es soweit. Er ist dann eingeschlaefert worden.

Ich hoffe, Sheikh's story hilft ihnen. Wie oben erwaehnt, war die Wunde kein Problem, und das Pferd konnte nach einem Tag leicht an der Longe gearbeitet werden.

Gruss
Julia
PS Ich vermisse ihn so sehr .....
trescastillos
Oldest castration I had done was age 17, no problems whatsoever. The only you have to take in consideration, the older the stallion, the stronger and thicker the vein to the testikel and the musculature to which it is attached. The wound should be stitched completely and it will take much more time to heal.
katarin
...
Andrea Klein1
QUOTE (Betz @ Aug 5 2008, 09:02 AM)
Hallo,

wollt mich einfach erkundigen was ihr für Erfahrungen bei der Kastration von Hengste im Alter von 20 Jahren gemacht habt. Und wie sich diese nach dem kastrieren anderen Pferden gegenüber verhalten haben. Vor allem wenn sie die Jahre zuvor doch einige Stuten deckten.

Lg Betz
*


wenn es aus gesundheitlichen Grünen nicht nötig ist, würde ich eiinen Hengst mit über 20 Jahren nicht mehr kastrieren!
auch wenn es im Fall wie bei Katarin die beste Lösung war!
Betz
[quote=paelmchen,Aug 5 2008, 09:00 PM]

2. Bessere Wundversorgung und sauberes Vernähen in Vollnarkose

Wird nach dem Kastrieren noch vernäht?


[quote=sheikhrissan,Aug 5 2008, 09:27 PM]

Wir haben es in dem Stall gemacht, mit Sedation und Betaubung. Das war in Mai. Ich hatte Angst vor einer Vollnarkose in seinem Alter, und wollte auch, dass er wieder zu sich kommen sollte am Stall, mit seinen Pferdefreunde um ihn.

Wurde der Hengst dabei im Stehen "geschnitten"? Ich will meinen Burschen auch nicht unbedingt woanders hinstellen.

Tut mir echt leid, kann gut verstehen das sie Ihren Sheik sehr vermissen!!!


[quote=katarin,Aug 6 2008, 06:53 AM]

Wenn ich persönlich etwas vermeiden würde, dann eine Narkose bei heißem, schwülen Wetter - zwei der mir bekannten Todesfälle haben das nicht vertragen.

Bei uns werden generell Hengst nur im Herbst bzw. im Frühjahr kastriert und da ist es meist nicht schwül bzw. heiss.



Ehrlich gesagt bin ich mir immer noch nicht sicher, ob ich ihn überhaupt kastrieren lassen soll. Hängt auch ganz von seinem Verhalten ab. wink.gif Ich hab ihn für die heurige Decksaison verpachtet. Und wenn er wieder bei mir ist und er wieder "normal" im Kopf ist, darf er weiterhin Hengst bleiben. Er hat zwar jedes Jahr ein paar Stuten gedeckt und war danach immer ganz easy im Umgang. Nur seit er im "Pachtstall" ist, steht ein wenig neben der Spur! sad.gif Hoffe er kriegt sich wieder ein und ich muss keine Entscheidung treffen!

Vielen DANK nochmal an Euch Alle!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Lg Betz
Christine Wolf
Hi Betz, kann Dich beruhigen, er ist jetzt völlig normal und problemlos, nachdem er seinen Konkurenten nicht mehr sieht und er Tag und Nacht auf die Koppel kann.
Auch steht neben ihm jetzt sein Liebling, eine Jahrlingsstue und seitdem ist er glücklich.
Es hat ihm wohl in der ersten Zeit die Umstellung, Stallwechsel, viele Stuten, andere Deckhengste und vor allem die Trennung von Dir zu schaffen gemacht.
Ich hoffe, dass er die Umstellung zurück zu Dir schneller verkraftet.
LG
Christine
sheikhrissan
Hi

Sheikh wurde doch im stehen kastriert. Ich muss dabei zugeben, dass waehrenddurch er sich einmal auf dem Arm des Tierartztes hingesetzt hat! Das war aber fehler dem Tierarzt, der mir nicht glaubte, er habe dem Pferd zuviel sedation (Beruhrung?) gegeben...

Ich haette mein Hengst nie kastrieren lassen (auch in dem Alter), wenn ich nicht gedacht haette, es waere Hodenkrebs. Ich muss aber auch gestehen, dass mit diesem "Debulking" Prozedur es ihm besser ging, indem er dann keine Oedeme mehr hatte am Hinterbein.

Ich hoffe, mein Bericht war von Interesse.

Gruss
Julia
paelmchen
[quote=Betz,Aug 6 2008, 07:42 AM]
[quote=paelmchen,Aug 5 2008, 09:00 PM]

2. Bessere Wundversorgung und sauberes Vernähen in Vollnarkose

Wird nach dem Kastrieren noch vernäht?
[quote=sheikhrissan,Aug 5 2008, 09:27 PM]


*

[/quote]

Herkömmlicherweise werden die Kastrationswunden offengelassen.Durch den Wundverschluß kann eine schnellere Heilung erzielt werden. Schwellungen werden vermieden, Infektionen treten nicht auf.
Allerdings kann der Verschluß der Operationswunden nur am abgelegten Pferd durchgeführt werden.

Vielleicht "fängt" sich der alte Herr ja wieder, dann ist eine Entscheidung hinfällig biggrin.gif

LG ciao Roland Palm
Betz
[quote=Christine Wolf,Aug 6 2008, 08:06 AM]

Auch steht neben ihm jetzt sein Liebling, eine Jahrlingsstue und seitdem ist er glücklich.
Es hat ihm wohl in der ersten Zeit die Umstellung, Stallwechsel, viele Stuten, andere Deckhengste und vor allem die Trennung von Dir zu schaffen gemacht.
Ich hoffe, dass er die Umstellung zurück zu Dir schneller verkraftet.
LG
Christine


Danke Tina,
das beruhigt mich schon, aber ich kann ja Dein Jährlingsstuti nicht einfach mitnehmen! laugh.gif Hoffe für ihn (und mich!!!!) das er wieder der Alte wird und auch bleibt! Wahrscheinlich spielen wirklich die ganzen Umstände (neuer Stall, viele Stuten ...) eine ganz große Rolle.


Ich hoffe, mein Bericht war von Interesse.

Danke, war wirklich sehr aufschlussreich und vor allem interessant!!!


[quote=paelmchen,Aug 6 2008, 10:58 AM]
Herkömmlicherweise werden die Kastrationswunden offengelassen.Durch den Wundverschluß kann eine schnellere Heilung erzielt werden. Schwellungen werden vermieden, Infektionen treten nicht auf.
Allerdings kann der Verschluß der Operationswunden nur am abgelegten Pferd durchgeführt werden.


Danke für die Belehrung, hab das wirklich nicht gewusst!!! smile.gif

Lg Betz
El Sabu
In der AWW Nr 4 ist doch ein Artikel über die Kastration. Da steht auch, dass die die OP im Stehen mehr Risiken birgt. Ich persönlichen würde einen Hengst, egal ob jung oder alt, auf jeden Fall in der Klinik operieren lassen und das im Herbst, nicht gerade im Hochsommer wg. der Infektionsgefahr der Wunde durch Fliegen und Kreislaufbelastung durch Hitze.
Betz
@ El Sabu,

danke für den Hinweis im AWW. Ich hab den Artikel gelesen und auch den Bericht im letzten oder vorletzten Cavallo. Aber ich hör mir lieber viele Meinungen an und gehe nicht nur nach Berichten in Zeitschriften. Genausowenig hole ich mir nur von einem Tierarzt Rat. Ausserdem sehen es Tierärzte meist mit anderen Augen als Besitzer.

Ich denke auch das im Herbst bzw früh im Jahr das kastrieren wesentlich günstiger.

Mit der Klinik das sehe ich ein wenig anders. Weg von zuhause bedeutet immer Stress und deshalb muss das nicht unbedingt sein. Ausserdem ist der nächste Tierarzt nicht mal 5 Kilometer entfernt. Einfach nur Ansichtssache!

Glg
El Sabu
@Betz

Natürlich sind die Erfahrungswerte anderer hilfreich, aber die müssen nicht gleichzeitig richtig oder genauso zutreffend sein. Das muss man mit Vorsicht abwägen. Ich erlebte z.B. bei einem Jungpferd eine Kastration im Stall, die bösartig wurde, das Tier lange schmerzhafte Schwellungen hatte und die Wunde ewig suppte. Oder das Schicksal des Hengstes, dessen Kastration zum Tod führte, weil bei der OP im Stehen Teile des Darms in die Bauchhöhle abrutschten und unbemerkt abgestorben sind. Hätte dieses Pferd in der Klinik gestanden, wäre es zu retten gewesen, so stand es zuhause und keiner konnte rechtzeitig reagieren, weil man nicht wusste was los war, als es Schweißausbrüche bekam und zitternd in sich zusammen sackte und starb. Ich wünsche deinem Pferd, dass du die richtige Entscheidung für es triffst.
Betz
[quote=El Sabu,Aug 6 2008, 11:20 PM]
@Betz

Natürlich sind die Erfahrungswerte anderer hilfreich, aber die müssen nicht gleichzeitig richtig oder genauso zutreffend sein. Das muss man mit Vorsicht abwägen.

Das sehe ich genauso. Aber viele verschiedene Erfahrungen zählen für mich einfach mehr, als ein Bericht in einer Zeitschrift. Das Grundrisiko bleibt sowieso bestehen.

Danke für deine Ratschläge!!!!!!!!

lg
CAFRA Arabians
Ich habe vor zwei Jahren einen 10-jährigen, der auch gedeckt hatte, kastrieren lassen; in der Klinik unter Vollnarkose.

Meine Tierärztin und auch der durchführende Klinik-TA stehen auf folgendem Standpunkt: eine Kastration bis zum Alter von 2 Jahren kann (uns sollte) im Stehen durchgefürht werden. Bei älteren Hengsten ist der Leistenspalt breiter und dadurch steigt die Gefahr eines Darmvorfalls. Aussage des Klinik-TAs: wenn die Darmschlinge erstmal auf dem Boden liegt, haben wir ein Problem. Natürlich kommt das selten vor, aber es kommt eben leider vor.

Die OP und die Nachbehandlung bei meinem 10-jährigen war problemlos. Allerdings war ich im Vorfeld darauf hingewiesen worden, daß man hinsichtlich des Hengstverhaltens davon ausgehen muß, daß es pro Lebensjahr des Hengstes einen Monat dauert, bis die Hormone unten sind. Meiner war allerdings nach einer Woche wie ausgetauscht.

Gruß, Barbara Schwarz
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