Guest
Apr 28 2004, 09:46 AM
Guten Tag,
in einem Forum von vielen Pferdebeitzern, Tierärzten und Züchtern gibt es doch bestimmt auch viele, die sich mit der optimalen Zusammensetzung vom Pferdefutter auseinandergesetzt haben.
Es geht nicht um Rauh- oder Saftfutter, sondern um die "Kraftfutterkomponente".
Welche Zusammensetzung sollte ein Futter haben und warum...dabei interessiert mich weniger der Anteil an Vitamin A oder B oder Mineralstoffe etc. sondern die Inhaltsstoffe die z.B. Melasse (also Zuckeranteil), Balaststoffe, Rohfaseranteil und Kleberanteil.
Wie werden diese von den Pferden verarbeitet....bis zu welcher Grenze ist Melasse ok...ab welcher droht Überzuckerung ? Wie ist das mit den Balaststoffen.....wieviel Prozent sollte das Futter haben ?
Ich gehe dabei mal von einem normal gefordertem Freizeitpferd aus.
Vielen Dank
bterlaan
Apr 28 2004, 09:57 AM
Ich denke, dass man das Kraftfutter nur in Kombination mit dem Rohfutter richtig beurteilen kann. Davon hängen auch die erwünschten Vitaminen und Mineralien ab. Wenn man zB ein Pferd in einer kalkarmen Gegend hat, soll das ideale Kraftfutter eine andere Zussammenstzung haben als wenn das Pferd in einer kalkreichen Gegend gehalten wird. Man soll das Ganze betrachten, man kann es nicht zerstückeln. Nur meine Meinung.
Guest
Apr 28 2004, 11:30 AM
Hallo,
Heu und Stroh soviel die Pferde mögen.
Ich hatte aber ausdrücklich betont, daß mich grade die Mineralien und Vitamine nicht so interessieren, da diese Inhalte auf jedem Futtersack angegeben sind.
Wie aber ist das mit den Balaststoffen und dem Zuckeranteil ? Bekommen Pferde von zu melassehaltigem Futter Probleme ? Was bewirkt der Kleberanteil im Futter, wie groß darf der sein ?
bterlaan
Apr 28 2004, 11:38 AM
Was ist Kleberanteil? Etwas, das das Futter zusammenklebt? Melasse also? Oder etwas anderes?
Und was sind Ballaststoffe? Es ist bekannt, dass Pferde Stoffe verdauen können (Blinddarm), die für uns Menschen unverdaulich sind. Bei Menschen verstehe ich unter Ballaststoffe solche, die nicht verdaut werden, sowie bestimmte pfalnzenfasern. Was Meinst Du mit Ballaststoffen für Pferde? .
Babette
Apr 28 2004, 01:06 PM
Hallo Bianca,
keine Ahnung wie das mit den Ballaststoffen bei Pferden ist, aber der Kleberanteil, der sich in gewissen Getreidesorten befindet, "verklebt" wohl den Magen und ist daher nicht als Futter zu empfehlen.
Ich glaube in Roggen und Weizen sind hohe Kleberanteile ?
Wer kann das richtig erklären ???.
Anjelen
Apr 30 2004, 10:58 PM
Hi Guest,
ich würde mir an deiner Stelle das FN Buch Zucht und Haltung kaufen, das ist dort gut erklärt und viele Vergleichstabellen sind auch drin.
Liebe Grüße
Guest
Apr 30 2004, 11:05 PM
Billigpellets enthalten oft chemische Bindemittel, die nicht sonderlich gesund sind für den Pferdedarm. <_<
Angela
May 2 2004, 01:19 PM
Hallo Guest,
das Thema "Fütterung" ist ein sehr komplexes, nicht umsonst gibt es etliche dicke Walzer zu dem Thema...

Es gibt auch zum Teil sehr unterschiedliche Meinungen. Was ich schreib beruht auf meine Erfahrungen (bzw. dem, was ich für meine Prüfung nächste Woche gerade durchgelesen habe

...), es kann aber natürlich sein, daß der nächste das ganz anders sieht!
Bei einem leicht gearbeiteten Freizeitpferd ist eine Futterration Heu:Kraftfutter von 1:0,3-0,5 sinnvoll. Ein dazu passendes Ergänzungskraftfutter sollte einen
Rohfasergehalt von ca. 10-15% haben. Je höher der Rohfaseranteil, desto schwerer verdaulich ist das Futter (Rohfaser ist nichts anderes wie "Ballaststoffe"). Bei einem freien zugang zu Rauhfutter ist der Rohfaserbedarf normalerweise gedeckt, so ist ein höherer XF-Gehalt im Kraftfutter nicht notwendig. In der Gesamtration (Kraftfutter & Rauhfutter) soll bei Sportpferde bei leichter Arbeit ein Rohfasergehalt von 27-31% sein, bei steigender Arbeit bzw. Laktation soll der Rohfaseranteil wegen dem steigenden Energiebedarf auf 18-25% sinken. Werden diese Werte unterschritten, kommt es zu Verdauungsstörungen und Koliken, da die Dickdarmflora nicht mehr arbeiten kann.
Rohprotein sollte bei einem ausgewachsenem Freizeitpferd in normaler Arbeit nicht über 10% liegen, ein
Energiewert von 10MJ ist i.d.R ebenfalls ausreichend. Dabei sollte das Verhältnis Rohprotein (in Gramm) : Verdauliche Energie (in MJ) ca. 5:1 betragen. Wichtig ist auch ein ausgeglichenes Ca:P Verhältnis, das dürfte aber bei gutem Heu und normal mineralisiertes Futter der Fall sein.
Mit "Kleberanteil" meinst Du vermutlich die
Klebereiweiße, wie sie in Weizen und Roggen vorkommen. Meiner Meinung nach sollte man diese Getreidesorten wenn überhaupt dann nur in geringen Mengen einsetzen, da größere Mengen zu Verklebungen im Magen und Darm führen können (Roggen wird wegen dem bitteren Geschmack ohnehin nicht gerne gefressen). Da Weizenkleie aus der Eiweißarmen Samenschale besteht, gibt es dort keine Probleme mit Klebereiweiße (dafür aber ein sehr ungünstiges Ca:P Verhältnis, muß man bei Mashfütterung berücksichtigen).
Melasse hat eine leicht abführende Wirkung, enthält ca. 50% Zucker und wirkt appetitanregend. Zudem ist es reich an Kalium und Natrium, und bindet Staub im Futter (schonend für Atemwege). In geringen Mengen, wie es z.B. bei melassiertem Rübenschnitzel oder Reformhafer vorkommt, also bis ca. 5%, dürfte es also unproblematisch sein. Laut Lengwenat ist bei reinem Futterzucker sogar ein Prozentanteil von 20% der Gesamtration vertretbar, darüber kommt es zu vermehrter Säurebildung im Magen. Soll das Pferd aber mehr arbeiten, ist ein hoher Zucker bzw. Melasseanteil ungünstig, da die Energie schnell verbraucht wird. Außerdem neigen die Pferde dann zu vermehrtem Schwitzen. Ich mag melassierte Futtermittel aus dem Grund nicht, daß sie im Sommer schnell verderben. Will man sein Futter selbst zusammenstellen, sollte die Melasse kurz vor der Fütterung hinzugegeben werden. Industriell gemischte Futtermittel sind meist mit Propionsäure haltbar gemacht (hört sich schlimm an, ist es aber nicht, wird auch gerne gefressen) worden.
Bei
Pellets (und melassierte Müslis) hat man grundsätzlich das Problem, daß man keine Ahnung hat, was da für ein Müll drinsteckt. Wenn man gesehen hat, mit welchen verschmutzen Maschinen die Pellets zum Teil gepresst werden, dann wird's einem ganz anders. Dann die ganzen Inhaltsstoffe, die mit drin sind: Haferschälkleie, Grünmehle usw. sind eigentlich nur Mühlenabfallprodukte, die zwar wenig wertvoll für Pferde sind, dafür aber mehr Volumen im Futter bringen und natürlich spottbillig sind. Ein weiterer Indikator ist der
Rohaschegehalt eines Futters: Liegt er über 8%, ist es oft ein Zeichen für Verunreinigung bzw. mangelnde Qualität. Rohasche besteht zu einem Teil aus Mineralstoffe, aber zum anderen auch aus undefinierbarem Dreck.
Ganz ehrlich gesagt, wer seine Pferde vernünftig füttern will, kann das mit einer einfachen Hafer oder Gerste/Mineralfutter/Heu Ration optimal tun, das kostet auch wesentlich weniger wie die ganzen hochgepriesenen Mischfutter. Und man weiß ganz genau, was drinsteckt, und welche Qualität die einzelne Komponente hatten, ganzer Hafer kann man natürlich wesentlich leichter beurteilen wie irgendein kleingehacktes, melassiertes Mischzeugs. Bei höherer Leistung kann die Energie ganz einfach durch Mais oder etwas Speiseöl aufgewertet werden. Viele Mischfutter haben sowieso zuviel Eiweiß und Vitamine für ein leicht arbeitendes Pferd (viele Besitzer meinen ja, wenn viel drinsteckt, kann das fürs Pferdle nur gut sein - irrtum), man ist bei der Fütterung einfach weniger flexibel. Auch der Energiegehalt ist oft zu niedrig, man kommt bei normaler Fütterung auf ein Eiweiß:Energieratio von 10:1 statt 5:1, wie man es eigentlich haben will. Aber der Grundstein eine vernünftigen Fütterung ist ohnehin das Rauhfutter - wer gutes Heu oder gute Silage hat, hat schon halb gewonnen.
Ich hoffe, das hat deine Fragen z.T. beantwortet - wenn nicht, einfach nochmal fragen. Ich bin aber ein Paar Tage weg - wie gesagt, habe am Mittwoch selbst Prüfung u.a. in Futtermittelkunde, hoffe, daß ich da die Rationen auch noch im Kopf habe!!
Viele Grüße
Angela
Babette
May 3 2004, 04:08 PM
Hallo Angela,
das war finde ich super erklärt !
Sind die Rohfasern für´s Pferdle sozusagen das, was für den Menschen die Ballaststoffe sind ? Nämlich "Arbeit" für den Magen ?
Guest
May 3 2004, 06:04 PM
Der Dickdarm ist zuständig für die Verdauung der Rohfaser
Guest
May 3 2004, 06:06 PM
P.S. es hängt da noch so einiges dran und Rohfaser ist die Hauptnahrung des Pferdes, da es ein Faserfresser ist. Auch wenn es auf saftigem Weidefutter steht, braucht es dennoch Rohfaser in Form von Heu. Es sei denn der Gehalt im Weidefutter steigt.
Babette
May 4 2004, 07:03 AM
Hallo guest
Wenn es die Rohfaser durchs Heu bekommt, wieso brauche ich die dann im Kraftfutter ?
Guest
May 4 2004, 10:31 AM
Wo steht denn das?
Babette
May 4 2004, 10:47 AM
...im Post von Angela :
"Ein dazu passendes Ergänzungskraftfutter sollte einen Rohfasergehalt von ca. 10-15% haben. "
Guest
May 4 2004, 11:09 AM
Nach Kirchgeßner („Tierernährung“, DLG Verlag Frankfurt) versteht man unter Rohfaser den „in Säuren oder Laugen unlöslichen fett-, stickstoff- und aschefreien Rückstand einer Substanz“. Hier handelt es sich im weitesten Sinne um Cellulose, Pentosane, Lignin und andere „Ballaststoffe“. Da Rohfaser nicht gleich Rohfaser ist, können leider auch hier die für das Pferd interessanten ernährungsphysiologischen Verbindungen nicht unterschieden werden. Ein hoher Rohfasergehalt kann auch durch die Verwendung von Stroh erreicht werden, obgleich Stroh ernährungsphysiologisch wesentlich schlechter für das Pferd als Heu ist.
Guest
May 4 2004, 11:32 AM
Hallo Angela,
vielen Dank für die Erklärung, das war genau das was ich wissen wollte.
Zitate aus Büchern sind ja toll, aber ich wollte es auch aus Erfahrung wissen, schliesslich warst du lange genug in großen Gestüten unterwegs !!!
Auf allen Futtersäcken sind immer tolle Angaben über Vitamine und Mineralstoffe, aber über solche wichtigen Sachen nicht.
Und ich möchte nicht wissen, was da verwurschtelt wird - unter dem Deckmäntelchen von "gesundem" Futter !!!
Guest
May 4 2004, 01:10 PM
QUOTE
Zitate aus Büchern sind ja toll, aber ich wollte es auch aus Erfahrung wissen, schliesslich warst du lange genug in großen Gestüten unterwegs !!!
Wäre es da nicht sinnvoller gewesen Angela direkt anzuschreiben, statt im Forum zu fragen, dann hätten sich die anderen ihre "unnötigen" Beiträge sparen können. Im übrigen steht genau das, was Angela schreibt ,auch in der Fachliteratur. Diese mal zu lesen ist mindestens genauso wichtig, wenn man Pferde hält und züchtet, wie das Wissen um Pedigrees und Blutlinien
Guest
May 4 2004, 02:30 PM
Hallo Guest,
tut mir leid, wenn du dir mißachtet vorkommst, so war das nicht gemeint. Schliesslich hat Angela zum Teil auch aus Büchern zitiert.
Mir war nur wichtig, auch Erfahrungswerte zu bekommen.
Ach so: und was Rohfasern mit Pedigrees zu tun haben, musst du mir erst noch erklären ?
Ach nein, laß es lieber !

Nicht daß hier wieder eine "dieser" Diskussionen anfängt
Angela
May 5 2004, 08:14 PM
Hallo zusammen,
bin eben aus Hannover wiedergekommen, schlappe 800km Fahrt

... Praktische Prüfungen sind zum Glück alle gut gelaufen, auch Fütterung
Um kurz auf die Rohfaser Frage einzugehen: Die meisten Futtermittel enthalten einen gewissen Rohfaseranteil, nicht nur Rauhfutter - Weizenkleie und Rübenschnitzel haben beispielsweise einen ziemlich hohen Rohfaseranteil. Ein Pferd, das keine große Leistung bringen soll, kann theoretisch auch von Weidegras alleine (wenn es nicht nur ganz junges Gras ist, sondern auch teilweise etwas stengelig und strukturiert) ernährt werden. Es muß nur dementsprechend mehr aufnehmen, um die gleiche Menge Rohfaser zu erhalten. Wie ein Gast schon richtig erläutert hat, wird die Rohfaser (hauptsächlich Cellulose = Pflanzenfasern) im Dickdarm/Blinddarmbereich von den Darmmikroben abgebaut, dabei entstehen u.a. flüchtige Fettsäuren, die wichtige Energielieferanten für das Pferd sind. Gerade ein Pferd, welches lange, mittelschnelle Arbeit verrichten soll (z.B. Distanzpferd) bezieht einen großen Teil seiner Energie aus diesem Prozess, da die flüchtigen Fettsäuren langsam über längerem Zeitraum entstehen. Im Gegensatz beispielsweise zum Rennpferd, welches schnell verfügbare (und daher hochverdauliche) Energie benötigt.
Ich muß an dieser Stelle leider halbtot ins Bett fallen, ist aber doch ein ganz interessantes Thema (bei der man sich doch eigentlich nicht streiten muß, ne?

) Ein Teil meines Beitrags bezieht sich zwar auf meine eigenen Erfahrungen, aber natürlich beziehe ich mich (vorwiegend) auch auf die Fachliteratur oder auf Futterexperten! Natürlich sollte man bei allem kritisch bleiben und eigene Erfahrungen haben, aber auf die Erfahrungen und Kenntnisse der langjährigen Praktiker kann man einfach nicht verzichten. Wir hatten beispielsweise als Referent im Fach Pferdefütterung Herrn Lengwenat, bei dem wir wirklich viel gelernt haben, und zwar für die Praxis und nicht nur Fachbegriffe aus dem Lehrbuch. Gerade das mit dem Futtersackanhänger ist ein Thema für sich - es gibt genaue Angaben, was draufstehen muß und was nicht, ein Paar wesentliche Dinge wie verdauliche Energie und Kohlehydrate (N-freie Extraktstoffe) stehen eben nicht drin, muß man sich mit einer speziellen Formel selbst ausrechnen... Herr Lengwenat gibt übrigens oft Futterseminare, kann ich absolut empfehlen.
Ich verstehe aber durchaus auf was ihr hinaus wollt - es gibt ganz tolle Fachbücher wie den Meyer/Coenen, steht wirklich alles bis ins kleinste Detail drin, ist dafür für Otto-Normalpferdefütterer hier und da etwas unverständlich (mich eingeschlossen)
Guest
May 5 2004, 09:38 PM
QUOTE
Ach so: und was Rohfasern mit Pedigrees zu tun haben, musst du mir erst noch erklären ?
Ganz einfach, dass das Thema Fütterung eigentlich mindestens genauso wichtig ist, wenn nicht sogar wichtiger, wie das Wissen um Abstammungen. Vielleicht wären auch mehr Kommentare zu deiner Frage gekommen, wenn die Leute mehr Ahnung davon hätten, oder? Mein erstes Buch nach dem Kauf des Pferdes war das von Angela zitierte "Pferdefütterung" vom Prof. Meyer. Natürlich steht da auch der Asilaraberband und andere, aber was nützt meinem Pferd wohl mehr...?
QUOTE
Ach nein, laß es lieber ! Nicht daß hier wieder eine "dieser" Diskussionen anfängt
Nun, damit muss man in einem Diskussionsforum rechnen
Guest
May 5 2004, 10:02 PM
Hi Angela !
Herr Lengwenat ist eine Kapazität bezüglich Pferdefütterung.
Wir haben auf sein Anraten hin unsere Fütterung umgestellt von Fertigfuttermitteln, auf ganzen Hafer Gerste und Mais, plus die dazu gehörige Menge Rauhfutter und einem hochwertigen Mineralfutter.
Wir können damit unsere Sportpferde optimal auf den individuellen Leistungsbedarf einstellen.
Das Institut Lengwenat ist auch online präsent:
http://www.ifp-lengwenat.com/ciao roland palm
paelmchen
May 5 2004, 10:10 PM
P.S.
Hoffe Du findest ein paar Tage zum entspannen, nach dem ganzen Stress, und kannst dich auf die Turniersaison mit Deinen Vierbeinern vorbereiten !
ciao roland palm
Guest
May 5 2004, 10:52 PM
Bevor aber jetzt Leute ohne Basiswissen Hafer, Gerste, Mais ohne Bedacht in die Pferde schütten, muss man dazu sagen, dass, wie bei allem die Menge auch beachtet werden muss. Denn das Pferd kann nicht ohne weiteres große Mengen von ganzem Getreide ohne Folgen verdauen. Das Gebiss absolut intakt sein und regelmäßig kontrolliert werden. Hat man Gierschlunde, die nicht richtig kauen, Futterneider z.B. macht es Sinn aufgeschlossenes Getreide zu füttern, da es besser verdaulich ist.
Angela
May 6 2004, 06:20 AM
QUOTE (Guest @ May 5 2004, 11:52 PM)
macht es Sinn aufgeschlossenes Getreide zu füttern, da es besser verdaulich ist.
Es wurde ja bisher allgemein angenommen, daß gequetschtes Getreide besser verdaulich ist wie ganze Körner. Allerdings werden zu dem Thema zur Zeit Untersuchungen durchgeführt (Fr. Dr. Zeyner vom Institut Lengwenat), sind nich nicht ganz abgeschlosen, aber bisher sieht es danach aus, als würde das Quetschen KEINE nennenswerte Verbesserung der Verdaulichkeit bringen. Selbst im Fall von Gerste und Mais. Dafür führt Quetschen zu einer begrenzten Haltbarkeit des Getreides und vermehrter Staubbildung.
Wenn Pferde ihr Futter schlingen, würde ich versuchen, durch Vermischung mit gehäckseltem Heu eine Kautätigkeit zu erzwingen, denn ungenügende Einspeichelung kann zu Verdauungsstörungen führen. Da auch noch gequetschten Hafer zu geben finde ich nicht sinnvoll, da dieser weniger gekaut werden muß wie ganze Körner.
Ist absolut richtig, daß die Mengen das A und O sind - oft wird leider nach d4em Verfahren "je mehr desto besser" verfahren, gerade bei jungen Pferden, mit schwerwiegenden Folgen. Nicht nur langfristig, z.B. Stoffwechselstörungen und Stellungsfehler, sondern auch kurzfristig durch zu hohe Kraftfuttergaben - z.B. Magengeschwüre, Koliken, Magenüberladung und Hufrehe. Eine individuelle Rationsberechnung lohnt sich immer, und sollte immer von Zeit zu Zeit überprüft werden.
Angela
May 6 2004, 06:27 AM
QUOTE (paelmchen @ May 5 2004, 11:10 PM)
P.S.
Hoffe Du findest ein paar Tage zum entspannen, nach dem ganzen Stress, und kannst dich auf die Turniersaison mit Deinen Vierbeinern vorbereiten !
ciao roland palm
Paar Tage zum Entspannen... das wär's... am besten auf die Malediven, hier schneit's nämlich!! (Schnee im Mai ist selbst für den Oberallgäu etwas heftig)

Stress ist noch nicht ganz vorbei, anfang Juni sind noch 6 mündliche Prüfungen (Veterinärkunde, Pferdezucht, Pferdekunde, Betriebswirtschaft, Buchhaltung und noch irgendwas, habe ich vergessen

) Aber auch das geht vorbei, Ich freu mich schon mal sehr auf euer Turnier! (Und übe noch fleißig...)
Viele Grüße
paelmchen
May 6 2004, 07:09 AM
Hi Guest !
Das die Fütterung immer individuell an die Bedürfnisse angepasst werden muss, sollte eigentlich für den Pferdebesitzer selbstverständlich sein.
Herr Lengwenat hatte Untersuchungen von freien Universitäten bezüglich der Verdaulichkeit von ganzem Getreide,die keine nennenswerte Verbesserung des aufgeschlossenem Futtermittels zeigten.
Der am haüfigsten gemachte Fehler in der Fütterung sind zu hohe Futtergaben, und es wird leider immer wieder der Grundsatz vergessen: erst Rauhfutter, dann die Kraftfuttergabe.
ciao roland palm
Babette
May 6 2004, 08:13 AM
Hallo Roland, hallo Angela,
ja, so langsam glaube ich auch, daß zuviel gefüttert wird.
Mir wurde grade von einer Dame erzählt, die Ihrer Stute 18 PFUND Kraftfutter am Tag gibt.
Und sie ist überzeugt davon !!!!
Hätte gar nicht geglaubt, daß ein Pferd soviel fressen kann

....wahrscheinlich lassen deren Pferde das Heu stehen *grins*
Die Dame ist übrigens schon sehr lange im Pferdeumfeld zu Hause *schüttel* ...also kein Neuling !!!
Also es gibt wirklich diese Extreme......
Mir sind die Pferde lieber etwas schmaler als zu fett....auch wenn manchem anders gefällt ....
Gruß Babette
Angela
May 6 2004, 08:43 AM
QUOTE (Babette @ May 6 2004, 09:13 AM)
Mir wurde grade von einer Dame erzählt, die Ihrer Stute 18 PFUND Kraftfutter am Tag gibt.
Und sie ist überzeugt davon !!!!
Naja, dann hoffe ich sehr, daß das Pferd mindestens 600kg wiegt und schwere Arbeit leistet... oder eben Milch gibt. Für ein schweres Warmblut, was viel leisten muß, kommt soviel Kraftfutter vielleicht hin (muß aber dann in entsprechend viele kleine Portionen über den Tag verteilt werden!! Höchstens 2kg auf einmal!). Aber sicher nicht für eine Araberstute, die vielleicht auch noch freizeitmäßig geritten wird. Wenn Pferde etwas schmal aussehen, meinen manche Besitzer, sie tun ihre Pferde was gutes, wenn sie sie mit hohen Kraftfuttergaben vollstopfen. Genau das Gegenteil wird dabei erreicht! Der Magen wird überladen, der Futterbrei wird nicht richtig durchsaftet, ein Großteil der Nahrung wird unverdaut wieder ausgeschieden. Durch den übervollen Magen schwappt die Salzsäure im magen in den Drüsenlosen Teil hinüber, wo er nicht hingehört - Ergebnbis, Magengeschwüre. Oder, wenn man richtig Pech hat, kommen die Kohlehydrate unverdaut dorthin, wo sie nicht hingehören - in den Blinddarm. Der Blinddarm wird übersäuert, es bilden sich in Massen Milchsäurebakterien, diese sterben ab - und durch die freigesetzten Endotoxine kann eine Rehe oder eine Kolik ausgelöst werden.
Anjelen
May 6 2004, 12:24 PM
Hallo,
aus Interesse habe ich mir irgendwann mal das besagte FN Buch für Zucht und Haltung ( Ist glaube ich sogar Prüfungsgrundlage für Pferdewirt) durchgelesen. Das kommt mit dem hin was Angela schon gepostet hat. Als wir früher noch nen ganzen Stall voll Pferde hatten, haben wir immer Mischungen aus Rübenschnitzel, Weizenkleie, Bruchmais, Hafer, Grünmehlpellets und Mineralzusatzfutter gefüttert. Das Futter wurde immer nass gefüttert und mit Öl versetzt, dazu gabs dann Möhren. Damit haben wir durchweg gute Erfahrungen gemacht.
Mittlerweile, wo ich nur noch meine zwei Arabs habe, füttere ich Fertigmüsli. Bei zwei Pferden wird einfach irgendwann das Futter schlecht, wenn man da an die sechs Futtersäcke stehen hat. So bin ich dann anfangs auf das Vollkorn D Müsli von der Firma Höveler umgestiegen und füttere zur Zeit das Powermüsli (oder auch P 13 genannt) von Golden Horse. Die Pferde werden viel im Gelände geritten, gehen Distanzen und sehen gut aus, nicht zu dünn und nicht zu dick. Was man aber niemals vergessen sollte ist Heu, Heu, Heu. Der eine Arab ist etwas schwerfuttrig, deswegen kann er den ganzen Tag ans Rauhfutter ran. Selbst wenn die Pferde im Sommer auf einer "fetten Weide" stehen, sollten sie Rauhfutter (auch Stroh) zu bekommen. Für Distanzpferde ist das besonders wichtig, da das Heu oder Stroh im Magen auch als Wasserspeicher fungiert.
Soviel zu meinen eigenen Erfahrungen
Liebe Grüße
Nicole
Gabriele Schweiher
May 12 2004, 01:34 PM
Was kann man denn für ein wirklich gutes Mineralfutter für Arab´s empfehlen, auch für tragende, laktierende Stuten und Fohlen, wenn man nur reine Getreidefütterung hat? Was für Erfahrungen habt ihr mit welchen Produkten? Hab ja schon das eine oder andere ausprobiert, aber mich würden auch noch andere Meinungen interessieren.
Danke für eure Tips!
Guest
May 12 2004, 01:52 PM
Gute Frage, würde mich auch interessieren, ich suche was, wo vermehrt Kupfer drin ist und auch gut verfügbar, da haben unsere immer Defizite (lt. Blutbild), warum auch immer <_<
Muss dazu sagen, habe auch schon einiges probiert u.a. Salvana und trotzdem hatte mein Pferd zudem Zinkmangel. Masterhorse hatte ich auch schon, auch ohne sonderlichen Erfolg. Nösenberger auch, kam ich auch wieder von ab....
Anjelen
May 12 2004, 06:01 PM
Hmm <_< ....SALVANA hatten wir auch früher, allerdings erinnere ich mich das es da mal sowas wie Ungereimtheiten in der Herstellung gab, ist mittlerweile aber schon sehr lange her.
Ansonsten sollen die Produkte von Kräuterwiese Wiechert noch gut sein, da schwören einige drauf....
www.kraeuterwiese.deLiebe Grüße
Nicole
Kristina
May 12 2004, 07:10 PM
Vielleicht haben deine Pferde eine Darmproblem und können das Minneralfutter schlecht aufnehmen. Wenn so viele Futtermarken nicht bewirkt haben würde ich daran zuerst denken.
Guest
May 12 2004, 10:39 PM
@ Kristina: Habe letztes Jahr die Äpfel untersuchen lassen auf Pilze, Parasiten und derartiges...alles o.k. lt. Tierarzt.
Gabriele Schweiher
May 13 2004, 09:21 AM
QUOTE (Tashwai @ May 12 2004, 02:34 PM)
Hab ja schon das eine oder andere ausprobiert, aber mich würden auch noch andere Meinungen interessieren.
Um nochmals auf das Mineralfutter zurückzukommen, ich kann mir bei meinem Futterhändler folgende besorgen: St. Hippolyt, Marstall, Derby, Salvana, Masterhorse. Welches würdet ihr nach euren Erfahrungen denn empfehlen? Hab seither eigentlich immer Fertigmüsli gefüttert, aber nachdem man so erfährt, was da so an unnützen Mühlenabfallprodukten drin ist, nur um Masse und Gewicht zu bekommen, da möchte man sich doch gerne andersweitig umschauen.
Gruß
paelmchen
May 13 2004, 10:43 AM
Füttern zur Zeit Salvana Mineralfutter wie auch Christian von der Recke im Rennstall.
ciao roland palm
ELAcrisi
May 13 2004, 11:43 AM
@Angela
Hast Du zufälligerweise in Eurer Fütterungsvorlesung etwas übr "Tritticale" gehört. Ich weiss nicht, ob dies eine ungarische Bezeichnung ist oder eine botanische, ebenso wenig weiss ich, ob es richtig geschrieben ist. Es soll eine Getreidekreuzung sein, welche herausgezüchtet wurde aus Weizen, Roggen und Gerste. Da der Hektareertrag viel höher ist als beim üblichen Getreide, wird es hier sehr oft angebaut und daher mir auch angeboten, ebenso dessen Stroh.
Frage:
-Ist Tritticale ein Futter, welches für Pferde geeignet ist (Klebefaktor zB), N-Abbauprodukte
- Ist Tritticale eine Strohsorte, welche sich für Pferdeeinstreu und als Rohfaserfutter eignet Spreu/Grannen, Saugfähigkeit.
Habe bisher keine Infos gefunden, habe allerdings auch nicht zu lange gesucht, aber wo Du gerade so im Thema drin bist - meine Fütterungsvorlesungen sind immerhin 25 Jahre zurück, also bin ich sicherlich nicht mehr auf dem neuesten Stand der Dinge und Tritticale hat es damals noch nicht gegeben
Ich bin auch eine Befürworterin von selbst zusammen gemischtem Futter. Meine Zusammenstellung ist Hafer/Gerste/Mais/ Lucerne/Weizenkleihe/Sonnenblumenöl, wobei der Haferanteil 50-60% ausmacht. Zudem kann man je nach Bedürfnis beim einzelnen Tier variieren. Hat man ein Pferd, welches heiss wird mit viel Hafer, füttert man weniger Haferanteil, hat man ein Pferd, welches schwere Langzeitarbeit macht, füttert man mehr Mais, hat man ein Pferd, welches aufgelaufene Beine kriegt, füttert man weniger Mais, hat man ein Pferd mit Hufreheneigung, füttert man weniger Gerste und Lucerne etc. etc. hat man ein Pferd, welches nicht sehr viel Arbeit hat, aber trotz guter Fütterung immer etwas "klapperig", kann man es mit Vollmaiswürfelcobs (ganze Maispflanze inkl. Kolben in Grünzustand geerntet, getrocknet, pelletiert) versuchen, die Pferde werden rund, ohne zu heftig zu werden. Gibt allerdings gelegentlich Pferde, welche davon am Anfang etwas aufgelaufene Beine erhalten.
Dabei sind preislich enorme Unterschiede zwischen diesen Ingredienzien, wenn man aber ein Fertigfutter verfüttert, bezahlt man einen höheren Preis als der Einzelpreis für den teuersten Einzelteil, und dies ebenfalls für die viel billigeren Komponenten. Zudem kann man die Qualität, Reinheit der Futtermittel optisch überprüfen.
Dazu haben de Pferde einen Leckstein zur Verfügung, welcher neben den Mineralsaltzen auch Spurenelemente inkl. Selen enthalten. Pferde, welche schweisstreibende Arbeit machen, haben zusätzlich noch einen NACl-Leckstein zur Verfügung - so können die Pferde selektiv wählen. Diese Form ist für Distanzpferde, welche im Training sind, nicht genügend, dort muss aktiv Mineralsalz und Spurenelemente ins Futter vermischt werden.
Dazu gebe ich auch Luzerneheu oder frische Luzerne.
Nicht vollständig!
Christina
Guest
May 13 2004, 12:09 PM
@ Christina mir hat man gesagt, dass Pferde Spurenelemente nicht so gut bis gar nicht über einen Stein aufnehmen könnten, sondern vielmehr über Einweißverbindungen. Außerdem sollen zu hohe Getreiderationen auch Spurenelemente aus der Ration verdrängen.
ELAcrisi
May 13 2004, 05:37 PM
@guest
.. ich sehe schon, es ist wieder einmal Zeit, mich in Fütterungslehre zu vertiefen ...
Eines würde mich aber schon noch interessieren, warum die amerikanischen l60 km Distanzpferde dann so selektiv die Mineralbars aufsuchen während den vet gates.
Wer mehr weiss, ohne dass ich stöbern muss, wäre sehr interessiert, ein link vielleicht?
Christina
Angela
May 15 2004, 03:56 PM
QUOTE (ELAcrisi @ May 13 2004, 12:43 PM)
@Angela
Hast Du zufälligerweise in Eurer Fütterungsvorlesung etwas übr "Tritticale" gehört. Ich weiss nicht, ob dies eine ungarische Bezeichnung ist oder eine botanische, ebenso wenig weiss ich, ob es richtig geschrieben ist. Es soll eine Getreidekreuzung sein, welche herausgezüchtet wurde aus Weizen, Roggen und Gerste. Da der Hektareertrag viel höher ist als beim üblichen Getreide, wird es hier sehr oft angebaut und daher mir auch angeboten, ebenso dessen Stroh.
Hallo Christina,
wir haben Triticale kurz angesprochen, es hieß, es sei vom Kleberanteil ähnlich wie Weizen. Genauere Angaben dazu haben wir nicht bekommen, da es wohl in der Pferdefütterung kaum eingesetzt wird. Ich könnte mir jedoch vorstellen, daß sich das Stroh gut als Einstreu eignet, habe bisher mit Weizen und Roggenstroh nur gute Erfahrungen gemacht.
Viele Grüße
Angela (P.S. bin zur Zeit nur alle 10 Tage im Internet, daher die späte Antwort)
ELAcrisi
May 15 2004, 05:57 PM
Liebe Angela
vielen Dank, genau dies hatte ich befürchtet und daher die Finger davon gelassen.
Weisst Du zufälligerweise etwas davon
Zitat guest 13.5.2004 01.09pm
"@ Christina mir hat man gesagt, dass Pferde Spurenelemente nicht so gut bis gar nicht über einen Stein aufnehmen könnten, sondern vielmehr über Einweißverbindungen. Außerdem sollen zu hohe Getreiderationen auch Spurenelemente aus der Ration verdrängen. "
@ Nicole
vielen Dank für den link. Bin noch nicht fündig geworden, aber ich mit meinem langsamen System kann manchmal verzweifeln. Ist meine mail jetzt angekommen?
Christina
GastGuest
May 15 2004, 06:24 PM
Hallo Christina,
hast du eine Analyse von den Maiscobs oder kannst du mir in etwa sagen, wie die Zusammensetzung ist? Ich meine Eiweiß, Rohfaser, Minneralstoffe ect.
Vielen Dank
NicoleGuest
May 15 2004, 10:34 PM
@Christina und sonstige, die sich dafür interessieren:
Bei einer sehr getreidelastigen Fütterung, bei der die Stärke nicht vollständig im Dünndarm verdaut wird und ein Teil Reststärke in den Dickdarm gelangt, wird das Gleichgewicht der Mikroorganismen verschoben. Die Gasbildung wird erhöht und führt beim Pferd zu Blähungen. Die im Falle eines Stärkeüberschusses entstehende Bildung von Säuren, die den Blinddarm übersäuern, führt zu Verspannungen und Schleimhautreizungen, während die Bildung von Toxinen zu Stoffwechselproblemen und damit die Auslösung einer Hufrehe begünstigt.
Abgesehen davon wird das Dickdarmmilieu durch Gase, Säuren und Toxine erheblich gestört und eine optimale Verwertung der Futterbestandteile ist nicht mehr gewährleistet. Zusätzlich kommt es zu Reizungen, Verdickungen und schließlich zur Entzündung der Darmschleimhäute. Die Folgen sind eine verringerte Resorption von Nährstoffen. Dazu gehören wichtige Mineralstoffe und Spurenelemente. Auch die Vitaminresorption im Dickdarm wird beeinträchtigt. Mikroorganismen in einem gesunden Darmmilieu sind der Lieferant großer Mengen an B-Vitaminen für das Pferd. Ist die Darmflora gestört, kommt es zu Mangelerscheinungen im Vitamin B-Bereich. Dazu gehört u.a. auch das Vitamin B7, besser bekannt als Biotin. Daneben gelten Erkrankungen wie Koliken, Hufrehe u.v.a. als Folgeerscheinung einer gestörten Darmtätigkeit.
Die Nährstoffzufuhr lässt sich nur ungefähr in Zahlen ausdrücken. Mit chemischen Analysen ist man in der Lage, Nährstoffgehalte in einem Grundfuttermittel zu bestimmen. Allerdings schwankt der Nährstoffgehalt in Naturprodukten erheblich. Ebenso ist die Aufnahme dieser Nährstoffe durch den Darm abhängig vom derzeitigen Mangel sowie von der Art der Bindungsform. Organische Verbindungen, möglicherweise von natürlichen Begleitstoffen umgeben, werden schneller resorbiert, als anorganische, salzartige künstliche oder isolierte Verbindungen. Das heißt, daß 150 mg Zink als Zinkoxid weniger Nutzen bringen als 20 mg Zink als Zinkchelat. Damit können Sie sich vorstellen, was dies für die Bedarfszahlen bedeutet!
ELAcrisi
May 16 2004, 09:55 PM
@ Nicole
vielen Dank für die Info - auch die persönliche
So wie es hier geschrieben ist, wusste ich es ebenfalls, hatte vor allem Probleme mit dieser Formulierung:
@ Christina mir hat man gesagt, dass Pferde Spurenelemente nicht so gut bis gar nicht über einen Stein aufnehmen
könnten, sondern vielmehr über Einweißverbindungen. Außerdem sollen zu hohe Getreiderationen auch Spurenelemente aus der Ration verdrängen
Im Dünndarm sind bestimmte Systeme, um aus dem Darmlumen via Darmschleimhaut Stoffe in die Blutgefässe aufzunehmen,. Die einen Mineralstoffe passieren aktiv via Pumpen, die einen via Ionenaustausch, die einen via Diffusionsgefälle und wieder andere über bestimmte Carrier, welche zB. mit Fe+++ beladen werden und so durch die Darmschleimhaut geschleust werden.
Damit ist auch erklärt, warum z.T. ein Uebrmass nicht unbedingt auch grössren Nutzen bringt - sind die Transportsysteme ausgelastet, kann noch so viel mehr im Darmlumen vorhanden sein, es wird den Darm passieren und im Kot ausgeschieden. Ein Zug der voll ist kann nicht noch mehr beladen werden oder im anderen Fall, wenn der Kanal voll ist, geht nichts mehr weiter als bildliche Vorstellung.
Da die Verdauung und Aufteilung in Einzelbestandteile der Nahrung im Mund/Magen/Dünndarm erfolgt, beim Pferd zusätzlich auch noch im Caecum (Blinddarm), kann ich mir gut vorstellen, dass organisch gebunde Mineralstoffe schneller gelöst werden und daher früher im Darmabschnitt zur verdaulichen Verfügung stehen, dort, wo auch die Hauptreserption erfolgt.
Aber das anorganisch gelöste Salze gar nicht verdaut werden können[B] bezweifle ich. Sorry, bin aber wirklich kein Fütterungsexperte.
Da ich meine Doktorarbeit über Selen bei Pferden geschrieben habe, haben wir damals u.a. mit anorganischem Selen zugefüttert und signifiknte Selen-Blutwerterhöhungen in Blut und Milch erhalten.
@Gastguest May 15 2004, 07:24 PM
Bin leider nicht zu Hause. Hier in Ungarn ist es nicht erhältlich. Aber ich werde eine e-mail nach Hause senden und nachfragen lassen - kann ev. einige Tage dauern.
Christina
ELAcrisi
May 16 2004, 10:03 PM
sorry, sollte nicht fettgedruckt erscheinen
GastGuest
May 17 2004, 10:39 AM
Hallo Christina,
ich kann natürlich warten.
Danke
ELAcrisi
May 18 2004, 05:39 PM
Hi gastguest
hier die versprochene Zusammensetzung, wie sie auf dem Sack steht (keine pellets, cobs, Durchm. ca.8-10 cm ):
Maispflanzenpellets Gehalt pro KG TS
Nettoenergie NEL 6.2 - 6.4 MJ
Absorbierbares Protien APD 87g
Rohprotien RP 8%
Rohfaser RF 20%
Gruss
Christina
Hallo!
Hätte auch eine Frage zur Fütterung: ich habe gehört, daß Mais nach jahrelanger Fütterung Lebervergiftungen hervorrufen kann. Stimmt das?
Vielen Dank im voraus!
Hab noch etwas vergessen:
Die Lebervergiftung bezieht sich auf Mais, der als ganzes Korn bzw. "gequetscht" gefüttert wird. Lt. Aussage soll der Mais hypothermisch aufgeschlossen und gewalzt sein - nur dann ist er für das Pferd gut verwertbar.
Was ist an diesen Aussagen dran?
Guest
Jun 29 2004, 09:31 PM
Ich war schon bei Futtervorträgen und da hieß es, dass zuviel unaufgeschlossener Mais bzw. die Getreidestärke über längere Zeit den Darm und Körper übersäuert und das Pferd Muskel- bzw. Gelenkprobleme bekommen kann. Ein Säureüberschuss geht immer mit großem Mineralstoffverbrauch einher, weil Mineralstoffe gebraucht werden, um Säuren im Körper zu neutralisieren, die dann wiederum den Knochen, Stoffwechsel (Leber) usw. fehlen. Kommt es hierdurch zu Mangelerscheinungen, wirkt sich das auf den gesamten Organismus aus, dem diese Bausteine für Zellaufbau, Erneuerung und Entgiftung fehlen. Säuren bilden auch harnsaure Kristalle im Gelenkbereich (siehe auch vorangegangene Postings).
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