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Full Version: Temperament Und Leistung
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Anne Cuhlmann
Hallo zusammen,

ich lese gerade ein sehr interessantes Buch zur Pferdebeurteilung: Hans Joachim Köhler:
Pferdekenner und Fehlergucker. Hans Joachim Köhler hat über Jahrzehnte hinweg das Team der Verdener Reitpferde-Auktionen geleitet und aus diesen Erfahrungen mit Reitern und Pferden heraus dieses Buch geschrieben. Ich habe hier einige sehr interessante Passagen zu Charakter und Temperament von Reit- und Zuchtpferden gefunden.

„Jener leistungsbonitierte Phlegmatikus kommt einer temperamentlichen Idealvorstellung am nächsten, der nach dem Motto „Mehr sein als scheinen“ nur dann voll aus sich herausgeht und alles gibt, wenn er dazu aufgefordert wird. Dieser Typ gibt sich nicht unnötig aus, ist aber hellwach, wenn es gilt, und arbeitet dann in angenehmer Gelassenheit gleichsam automatisch, ohne sich mehr zu verbrauchen, als es die Zielsetzung erforderlich macht. Der Gegentyp findet sich im Kikeriki der – stets in Pose- in unrationeller Aufwendigkeit seinem Strohfeuer-Temperament freien Lauf lässt und sich oft schon dann verausgabt hat, wenn es erst eigentlich losgehen soll.“

Zusätzlich ist für den Hengst folgendes zu finden:

„Der Hengst soll seine Männlichkeit in selbstbewusstem, kraftvollem, herrischen Ausdruck zeigen, ohne sich dabei unbeherrscht, ungestüm oder gar ausgeflippt zu geben. Noble, überlegen Würde charakterisiert den geistig wertvollen Beschäler, der sich in seiner Männlichkeit nur dann voll engagiert und ausgibt, wenn er beim Deckakt gefordert wird. Hengste die sich grundsätzlich so wild und haltlos benehmen, als wollten sie die ganze Welt befruchten, sind nicht nur lästig im Umgang, sondern neigen bisweilen dazu im entscheidenden Augenblick den „milden Beischlaf eines kommandierenden Generals“ zu vollziehen. Diese Typen halten sich schlecht im Futter, sind aufgeschürzt in der letzten Rippe und gönnen sich, boxenlaufend, nicht die nötige Ruhe. Erziehung kommt nur bis zu einem gewissen Grade zum Zuge.“


Wie steht ihr dazu, manchmal beschleicht einen der Eindruck, dass gerade bei der Präsentation von arabischen Hengsten gerade der hier abgelehnte Typ gefragt ist. Einem Hengst, der einfach nur ruhig und aufmerksam herumsteht, wird im allgemeinen sofort ein mangelhafter Hengstausdruck bescheinigt. Oder der Besitzer konstatiert bedauernd, dass der Hengst sich auf Schauen einfach nicht so richtig zeigt.

Ich bin sehr gespannt auf Eure Meinung. smile.gif

Herzliche Grüße

Anne Cuhlmann
Kristina
Wie du schon schreibst sollen auch die ruhig rum stehenden Hengste im richtigen Augenblick voll aus sich herausgehen, sprich sich auf einer Show auch präsentieren. Wenn wir etwas in der Araberzucht nicht gebrauchen können sind das " Schlaftabletten".

MfG Kristina
Guest
QUOTE
Wie du schon schreibst sollen auch die ruhig rum stehenden Hengste im richtigen Augenblick voll aus sich herausgehen, sprich sich auf einer Show auch präsentieren. Wenn wir etwas in der Araberzucht nicht gebrauchen können sind das " Schlaftabletten".


Also ich habe die Erfahrung gemacht, dass unsere dies erst mit zunehmendem Alter und steigendem Selbstbewusstsein machten. Zuvor waren sie auch wie Schlaftabletten, brav an der Hand, für die Schau zu brav, weil sie es eben für zuhause, im täglichen Umgang und unterm Sattel so gelernt haben. Aber wehe man fordert sie zum Spiel auf, dann gehen die voll aus sich heraus. Ich würde meinen "Alten" heute gerne nochmal vorstellen, ganz ohne Bewertung, er hat enorm an Ausstrahlung und Ausdruck gewonnen, sagt jeder, der ihn von früher -als Schlaftablette- kennt.
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