Von Oliver Wibihal

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Photo: www.ShiraYeger.com

Al Ayad
(Moheeb x Al Mamunah)

wurde von Ursula Schell gezogen

„Nun habe ich doch noch meinen Malik gefunden!“ Chen Kedar, die Gestütsleiterin von „Ariela Arabians“ in Israel lächelt und umarmt den schneeweißen Hengst Al Ayad. Sanft legt er ihr seinen Kopf auf die Schultern. „Ich mag ihn sehr“, sagt Chen und Al Ayad antwortet ihr mit einem leisen Wiehern. Chen muss lachen. Offensichtlich beruht die Zuneigung auf Gegenseitigkeit…


Photo: www.Filsinger-Photography.de

Malik
(Hadban Enzahi x Malikah)

Als Chen 1992 auf das Gestüt kam, stand dort der aus Deutschland importierte Hengst Malik (Hadban Enzahi x Malikah von Ghazal) als Beschäler. „Malik war ein Vollbruder im Blut zu Madkour I“, erklärt sie. Obwohl der Hengst schon alt und nicht mehr bei bester Gesundheit war, umgab ihn doch eine ganz besondere Aura. „Ich erinnere mich noch genau an die stolze Art, mit der er sich trug und wie sein Schweif sich sofort hob, wenn er aus dem Stall geführt wurde“, sagt sie. „Er hatte diese unglaublich großen Augen und selbst in seinen letzten Tagen sah man, dass er ein wirklich authentischer Araberhengst war.“


Photo: www.Vesty.com

Maliks Enkel Musalih
(Imperial Imdal x Musaliha)


Unglücklicherweise gab es damals in Israel nicht die richtigen Stuten für ihn. In Deutschland hatte Malik Schausieger wie Ibn Zareefa, Ibn Estasha, Zahda-Yama und natürlich den berühmten Simeon-Beschäler Asfour hervorgebracht. In Israel hinterließ er nur wenige herausragende Nachkommen. „Sein bestes Fohlen war Musaliha (x Nil Nour von Jamil), die wiederum Mutter der internationalen Champions Mosalli und Musalih wurde“, meint Chen. Sie bedauerte immer, dass Maliks Potenzial als Vererber damals nicht ausgeschöpft werden konnte. Doch das Bild des majestätischen silberweißen Hengstes vergaß sie nie…


Photo: www.ShiraYeger.com

Al Ayad in Israel

Vor einigen Jahren besuchte sie auf einer ihrer Reisen nach Europa das Gestüt von Peter Gross (der sein Gestüt auf den Linien von Maliks Vorfahren aufgebaut hatte) und das Filsinger-Gestüt, wo Malik geboren wurde. „Es war so, als ob der alte Malik wieder vor mir stünde“, erzählt Chen begeistert. „Ich war fasziniert von diesen Pferden und begann so viel wie möglich über diese alten Linien zu lernen.“

Obwohl auf dem Ariela-Gestüt einige hervorragende Hengste gezogen wurden, hielt Chen doch immer wieder nach fremden Hengsten Ausschau, um sie in das Zuchtprogramm zu integrieren. In der Vergangenheit wurden Imperial Imdal, Halim Shah I und Ali Valentino angepachtet.

Ungefähr vor einem Jahr machte Frank Spönle sie auf einen jungen Hengst aufmerksam, der bei dem Trainer Philip Looyens in Belgien stand. „Ich kontaktierte Philip und wir verabredeten uns für das Egyptian Event Europe in Baden-Baden.“

„Ich kam mit drei guten Freunden nach Baden-Baden. Wir verließen Israel einige Tage vor der Schau und reisten einige tausend Kilometer, nur um uns Pferde anzusehen. Es war eine wunderschöne Reise. Wir sahen einige wunderbare Pferde und trafen einige der besten europäischen Züchter.“
Am Morgen der Schau ging sie schon in aller Frühe in Philips Stall, um Al Ayad zu sehen. Als der weiße Hengst aus der Box kam und sie stolz und herausfordernd ansah, wusste sie, dass sie ihren „neuen Malik“ gefunden hatte. „Er war genau das, wonach ich gesucht hatte. Nein, perfekt war er nicht – aber wer ist das schon? Perfekte Dinge langweilen mich, nur außergewöhnliche Dinge sind besonders und kostbar. Und Al Ayad ist wirklich außergewöhnlich!“


Photo: www.ShiraYeger.com

Al Ayad

Chen bat Philip bei Al Ayads Besitzerin Monika Wenzel anzufragen, ob sie ihren Hengst für einige Jahre nach Israel verpachten würde. Monika stellte nur zwei Fragen: Welche Stuten Al Ayad in Israel decken würde und wie man auf dem Ariela-Gestüt mit den Pferden umging... Innerhalb weniger Stunden war der Deal perfekt und Chen hatte ihren nächsten Outcross-Hengst!


Photo: www.Eyecatcher-Advertising.de

Al Ayads Vater Moheeb
(El Shahwan x Mahameh)

Al Ayad ist ein Sohn des Hengstes Moheeb (El Shahwan x Mahameh von Ibrahim). Moheebs Mutter Mahameh war die Stammstute von Peter Gross und ohne Zweifel eine der schönsten und femininsten deutschen Stuten ihrer Zeit. Neben Moheeb brachte sie den österreichischen National-Champion Mahadin, den klassisch schönen Mahfouz (beide von Madkour I), der nun in Ägypten steht und den internationalen Champion und Championvererber El Thay Ibn Halim Shah (von Ansata Halim Shah).


Photo: Carola Toischel

Der österreichische National-Champion
Mahadin

(Madkour I x Mahameh)

Al Ayads Mutter Al Mamunah (Maysoun x Amina Bint Aqaba) bereichert mittlerweile die Stutenherde des Al Zobair-Gestüts in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Ihr Vater Maysoun gilt als einer der einflußreichsten Ansata Halim Shah-Söhne in Europa und ist der einzige Ägypterhengst, der gleich sieben gold-prämierte Söhne vorweisen kann! Al Mamunahs Mutter Amina Bint Aqaba stammt vom charismatischen Mahomed, einem Vollbruder zu Malik, und geht in der Mutterlinie auf die herbe Schönheit Afifa (Morafic x Hemmat) zurück, die von Carl-Heinz Dömken nach Deutschland geholt wurde.


Photo: www.ErwinEscher.com

Al Ayads Halbschwester Rayhana Alzobair
(Ansata Selman x Al Mamunah)
Junioren-Championesse, Sharjah National-Schau 2005

Al Ayad ist ein ausdrucksstarker Hengst mit einem trockenen, sehr schönen Kopf und kleinen, nach innen gedrehten Ohren und großen Augen. Viele Pferde dieser Linie neigen zu Pigmentverlust, aber unter Moheebs weißem Fell schimmert die Haut dunkel wie Kohle. Er hat eine groß angelegte, schräge Schulterpartie und einen hoch angesetzten, schön getragenen Hals mit feinem Genick.
„Was ich am meisten an ihm mag, ist seine außerordentlich hohe Schweifhaltung und die Art, wie er sich trägt, sobald er aus dem Stall kommt. Er trägt seinen Kopf immer hoch erhoben und sein Schweif zeigt kerzengerade in die Luft, wenn er vor ‚seinen‘ Stuten angibt. Jeder erkennt in ihm den feurigen Ägypter.“ Ein beredtes Zeugnis dafür, dass „Schönheit ihre Existenzberechtigung in sich selbst trägt“.


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Al Amal AA
(Halim Shah I x The Vision HG)
wartet auf Al Ayad

„Wir haben ein relativ kleines Gestüt mit maximal acht Zuchtstuten. Unser Zuchtprogramm basiert hauptsächlich auf zwei Stuten – es sind AK Latifa (Ibn Moniet El Nafous x Siralima) und The Vision HG (The Desperado x Belle Staar).“ AK Latifa ist die Mutter des bekannten Hengstes Laheeb (von Imperial Imdal) und lässt sich auf die Dahman Shahwan-Linie der Stute Bint Sabah zurückverfolgen. Aus dieser Linie stehen die Stuten Luiba (Vollschwester der bekannten Loubna) und Latifah AA (Al Maraam x Imperial Kalatifa) und einige Jungstuten auf dem Gestüt. The Vison HG ist die Mutter einiger erfolgreicher Hengste wie Al Maraam (von Imperial Imdal) und Al Lahab (von Laheeb) und brachte außerdem den vielversprechenden Hengst Al Hadiyah AA (von Laheeb). Sie entstammt der Saklawi Jedran-Linie und geht über die Stute Radia auf die Ghazala-Familie zurück. The Vision lieferte drei Töchter für die Zuchtstutenherde: Al Baraqai AA (von Baahir), Al Amal AA (von Halim Shah I) und Al Halah AA (von Laheeb). Natürlich wird Al Ayad auch die Stute Maar Bilahh belegen, die Mutter von Imperial Mahzeer (Beschäler des Al Nasser-Gestüts in Qatar) und ungekrönte Königin des Gestüts. Einige weitere interessante Damen warten ebenfalls schon gespannt auf den neuen Galan aus Deutschland...

Was erwartet Chen von Al Ayad? „Wir wünschen uns einen höher angesetzten Hals in unseren Pferden“, sagt sie freimütig. „Und wir hoffen, dass er seine unglaubliche Präsenz an seine Fohlen weitergibt – ein ‚Extra‘, das im Schauring heute besonders wichtig ist!“


Photo: Carola Toischel

Al Ayad

auf dem Egyptian Event Europe im Jahr 2005

Natürlich ist Al Ayad selbst ebenfalls kein Unbekannter im Schauring. Im Jahr 2002 war er Reserve-Junioren-Champion der Schau in Winterlingen und Junioren-Champion des Egyptian Events. Vor einem Jahr startete er wiederum beim Egyptian Event und wurde Dritter seiner Klasse – hinter dem späteren Senioren-Champion Sahib und dem Reserve-Champion Simeon Sharav.
Wenn alles planmäßig verläuft, wird Frank Spönle ihn in diesem Jahr bei der Israelischen Nationalschau zeigen. Bis dahin wird er von Deby, seiner persönlichen Pflegerin, verwöhnt und täglich geritten. Sie bildet ihn im Western-Stil aus. Beim Training ist er mit großer Aufmerksamkeit dabei und macht eine gute Figur. Sein einziges Ziel scheint es zu sein, seiner Reiterin zu gefallen!


Photo: www.ShiraYeger.com

„Al Ayad hat ein extrem ausdrucksstarkes Gesicht. Man kann daran ablesen, wie er sich fühlt“, sagt Chen. Meistens, so scheint es, fühlt er sich in seinem neuen Zuhause pudelwohl. „Er ist ein liebenswertes Kerl und wir sind sehr glücklich ihn hier bei uns in Israel zu haben.“


This feature was brought to you in May 2006 by:
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