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Doris
Melzer, Erwin
Escher & Carola Toischel
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Photo:
Erwin Escher
Mosalli, der Supreme-Champion der Hengste
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ZURÜCK
ZU DEN URSPRÜNGEN!
Nach langen Jahren im "Exil" kehrte das Egyptian Event
Europe dieses Mal auf die Rennbahn von Iffezheim bei Baden-Baden
zurück. Willi Poth, der die ersten Egyptian Events in Deutschland
aus der Taufe hob, hatte die Rennbahn Mitte der achtziger Jahre
für die Ägypter entdeckt und dort mit großem Erfolg
einige Schauen in Szene gesetzt. Oft kopiert doch selten erreicht,
setzten sie den Maßstab für alle folgenden Veranstaltungen.
Wieder durch die Eingangstore der Rennbahn zu treten, war ein bisschen
so wie nach langer Zeit Nachhause zu kommen - und sofort setzte
die Vorfreude auf die kommenden Ereignisse ein.
Die Organisatoren waren buchstäblich Tag und Nacht beschäftigt,
um das Event zu einem besonderen Ereignis werden zu lassen. "Wir
arbeiteten mehr als sechs Monate daran", berichtet Ferdinand
Schwestermann, Vorsitzender der Pyramid Society Europe. Ob es sich
gelohnt hat? Darauf dürfen Sie Ihre Schwiegermutter verwetten!
Obwohl die Temperaturen in Fieberhöhe stiegen und die Tribünen
sich aufheizten wie eine Sauna waren sie am Sonntag fast vollständig
besetzt. Besucher kamen in Scharen - und zwar nicht nur aus Deutschland,
sondern aus ganz Europa. Selbst aus Ägypten, Israel, Kuwait,
Qatar und den USA hatten sich einige auf den Weg gemacht, um Europas
Ägypterelite am Start zu sehen. Sprachfetzen aus allen Herren
Ländern schwirrten durch die Luft. Doch nicht nur auf den Tribünen
ging es international zu, auch die Pferde kamen aus aller Welt.
Im Gegensatz zu den zweibeinigen Gästen hatten sie aber nicht
das kleinste Kommunikationsproblem....

Photo:
Carola Toischel
Die Senioren-Championesse Elf Layla Walayla
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EINE
SCHÖNHEIT AUS TAUSENDUNDEINER NACHT
Das
Pferd, das alle anderen ausstach, war die bezaubernde Elf Layla
Walayla (Assad von Ansata Halim Shah x 223 Ibn Galal I), deren Name
"tausendundeine Nacht" bedeutet - und tatsächlich
sieht sie wie eine Märchengestalt aus. Exotischer Typ und ein
wunderschöner Kopf machen diese Stute aus, die in Bábolna
geboren wurde und im Besitz von Nayla Hayek/Schweiz ist. Zart und
sehr feminin, versteht sie es aber sich mit viel Energie und Raumgriff
zu bewegen. Kein Wunder, dass sie zur Senioren-Championesse der
Schau ernannt wurde. Ein Mann neben mir bemerkte stirnrunzelnd,
dass sie keinen extremen Dish habe und darum doch wohl unmöglich
die beste Stute sein könne. Vielleicht sollte dieser Herr noch
einmal nachdenken - denn ein konkaves Profil alleine macht noch
keinen klassischen Kopf aus und "Typ" ist ohnehin mehr
als nur ein hübscher Kopf (auch wenn der natürlich hilft).
Die Richter jedenfalls bewerteten Elf Layla Walaylas Typ einstimmig
mit der Höchstpunktzahl - unter dem Jubel des Publikums zogen
sie dreimal die 20!
Eine
interessante Randbemerkung: Elf Layla Walayla war nicht im Schautraining,
sondern verbrachte die Wochen vor dem Event als zufriedenes und
schmutziges Weidepferd. "Nach der Schau kehrte sie sicher nach
Hause zurück und genießt mittlerweile wieder die gute
Schweizer Bergluft!", berichtet ihre Besitzerin. Gut zu wissen,
dass es immer noch möglich ist mit einem hervorragenden Pferd
zu gewinnen - auch mit wenig Vorbereitung! Aber um der Wahrheit
die Ehre zu geben: Vor ihrem ersten großen Siegeszug in Europa
im Jahr 1998 befand sich Elf Layla Walayla in der Tat im Schautraining.
Jetzt konnte sie sich wohl noch an das ein oder andere erinnern...
IMPERIAL
IMDAL GLÄNZTE TROTZ ABWESENHEIT
Den Reserve-Platz im Championat der alten Stuten erhielt die außerordentlich
schöne Fliegenschimmelstute Loubna, die bei ihrem Klassensieg
ebenfalls dreimal die Note 20 für den Typ erhalten hatte. Sie
stammt vom bekannten Vererber Imperial Imdal (den einige noch von
seinem Auftritt beim Welt-Championat 1986 in Erinnerung haben werden)
aus der Champion-Mutter Imperial Kalatifa (von Imperial Al Kamar).
Sie kam in Israel im Gestüt Ariela-Arabians zur Welt, steht
aber mittlerweile im Gemeinschaftsbesitz von Ariela und Jackie Ware/Großbritannien.
Diese Stute sollte man nicht beschreiben, denn abgegriffene Worte
wie "charismatisch" oder "hochedel" wirken angesichts
dieses Pferdes nur hölzern. Warten Sie, bis Sie sie auf einer
Schau sehen. Ihr Flair, das extreme Gesicht und die großen
dunklen Augen werden für sich selbst sprechen. Loubna hat bereits
einige Championate errungen - und dieser Auftritt war bestimmt nicht
ihr letzter.

Photo:
Erwin Escher
Mosalli (von Imperial Imdal) - er trabte sich
seinen Weg zum Championat
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Plötzlich
war er da - wie eine Erscheinung aus einer anderen Welt trabte der
silbrig glänzende Hengst in den Ring. Nein, "traben"
ist das falsche Wort und trifft es nicht im Ansatz. Er flog in den
Ring, ein Pulverfass kurz vor der Explosion. Er bewegte sich mit
großer Aufrichtung, die Tritte voller Kraft und Kadenz, doch
nachdem die Spannung gewichen war, trabte er raumgreifend und gelöst
vor der jubelnden Menge auf und ab. Sein Name? Mosalli (Imperial
Imdal x Musaliha by Malik), Loubnas Halbbruder.

Photo:
Doris Melzer
Mosalli
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Mosalli
gewann seine große und qualitativ starke Klasse mit Leichtigkeit
und trabte weiter zum Sieg im Senioren-Championat, das er durch
einstimmiges Richterurteil gewann. Kein anderer Hengst konnte ihm
ernsthaft gefährlich werden. Keiner war so präsent und
stellte sein Selbstbewusstsein so massiv zur Schau wie er, keiner
war so ausbalanciert und harmonisch. Natürlich half ihm auch
seine enorme Power in der Bewegung, für die alle Richter die
"20" zogen. Genau wie Loubna wurde auch er in Israel von
Ariela-Arabians gezogen und steht in deren Besitz, ist zur Zeit
aber an Bettina von Kameke/Gut Grabau verpachtet. Interessanterweise
wurde er von Frau von Kameke im letzten Jahr mit Loubnas Mutter
angepaart und das in diesem Jahr geborene Stütchen guckt genauso
hübsch aus seinem Fohlenpelz wie erwartet.

Photo:
Erwin Escher
Die Imperial Imdal-Enkelin Pyramid Laneya
wurde Reserve-Junioren-CHampionesse
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Imperial
Imdals "Verschickung" nach Israel war ein Aufsehen erregender
Erfolg, was sich unter anderem an den Championatserfolgen seiner
Nachkommen festmachen lässt. Erstaunlicherweise hinterließ
er genauso gute Söhne wie Töchter. Einer seiner erfolgreichen
Söhne ist Laheeb (x AK Latifa), der das Reserve-Europa-Championat
gewann und seinerseits Al Lahab zeugte, den Reserve-Junioren-Champion
des All Nations Cup. An diesem Wochenende präsentierte Al Lahab
der Öffentlichkeit eine seiner ersten Töchter. Es war
die atemberaubend schöne Pyramid Laneya. Extrem im Typ, langbeinig
und auch in der Bewegung hübsch anzusehen, gewann sie das Reserve-Junioren-Championat
und auch die Auszeichnung für den "klassischsten"
Kopf. Sie ist gezogen und im Besitz von Uwe-Jürgen Wagner.

Photo:
Doris Melzer
Chen Kedar, Mosalli & Frank Spönle
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Zweifellos
strahlt Imperial Imdals Stern in Europa heller denn je und Chen
Kedar, Managerin des Ariela-Gestüts strahlte ebenfalls - und
zwar über das ganze Gesicht.

Photo:
Doris Melzer
Der Maysoun-Sohn Orashaan überzeugte an
der Hand...
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AN
MAYSOUN KOMMT KEINER VORBEI
Einer der einflussreichsten Ansata Halim Shah-Söhne ist zweifellos
Karin Maiworms Maysoun, mit dem als Vererber immer zu rechnen ist.
Er war für eine Saison nach Großbritannien verpachtet,
doch nun steht er wieder Seite an Seite mit seinem Sohn Orashaan
im Gestüt Maiworm. Orashaan befindet sich zur Zeit im Western-Ausbildung
bei Kai Naehring. Er und seine Schwester zeigten, was Orashaan und
"Baby" (ein Ansata El Salaa-Sohn) bereits gelernt haben
und profilierte sich mit einer souveränen Vorstellung als überaus
sympatischer Pferdemensch, dem das Wohl seiner vierbeinigen Freunde
wichtiger ist als knallige Showeffekte. Eine rundum geglückte,
sehr interessante Schaueinlage. Ein Pferd ist bei Kai Nehring offensichtlich
in guten Händen.

Photo:
Doris Melzer
...und unter dem Western-Sattel
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Söhne
von Maysoun waren die Väter der Junioren-Champions. Mit einstimmigem
Urteil wurde die bekannte Shabbura HP (Maydan-Madheen x Shahneekha
von Anaza Bay Shahh) zur Junioren-Championesse gewählt. Trotz
ihrer Jugend ist die Zweijährige ein alter Schauhase. Sie ist
gezogen und im Besitz von Horst Preuss und besitzt fast schon ein
Pedigree mit Siegergarantie: Ihr Vater war der Supreme-Champion
des Egyptian Events 1998, auf dem ihre Halbschwester mütterlicherseits
- Princess of Egypt - das Junioren-Championat gewann.

Photo:
Erwin Escher
Maydan-Madheen (von Maysoun) wurde
in der Hengstparade gezeigt
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Obwohl
Shabburas Mutter Shahneekha noch relativ jung ist, hat sie doch
schon einige gute Fohlen gebracht und gilt auf ihrem Heimatgestüt
als Königinmutter. Shabbura ist besonders harmonisch, hat einen
gut angesetzten Hals und besonders ausbalancierte Gänge. Ihre
jüngere Vollschwester Sadah-Madheen gewann übrigens das
Fohlen-Championat. Siege liegen in der Familie!

Photo:
Erwin Escher
Die Junioren-Championesse Shabbura HP
von Maydan-Madheen
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Als
der Junioren-Champion verkündet wurde, kam das Ergebnis für
einige Zuschauer etwas überraschend. Aber der erste Eindruck
täuscht oft und bei näherer Betrachtung sieht AR Jamil
Ibn Maymoun (Maymoun by Maysoun x AR Yashmay) durchaus hübsch
aus. "Er ist ein sehr typvoller Junghengst", urteilte
die Richterin Christina Wale aus Schweden. "Ohne Zweifel ist
er sehr arabisch, ich mochte ihn sehr!" Er hat einen gefälligen
Typ, einen sehr langen Hals, eine gute Oberlinie und gute Beine.
Sein Züchter und Besitzer Dr. Radjai freute sich sehr über
diesen Sieg.

Photo:
Erwin Escher
Der Junioren-Champion AR Jamil Ibn Maymoun
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Der
Reserve-Junioren-Champion kam wieder aus Israel und ist ein Junghengst
mit sehr viel Potenzial: Der elegante, wüchsige, sehr hübsche
Massubi (HF Darius x Tamar Manara) war einer der Publikumslieblinge.
Es bedarf keiner Kristallkugel, um ihm eine erfolgreiche Zukunft
vorherzusagen. Er ist gezogen und im Besitz von Tami und Eli Arad.

Photo:
Erwin Escher
Kam ebenfalls aus Israel: Der
Reserve-Junioren-Champion Massubi
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Der
Reserve-Senioren-Champion der Hengste war der ätherische Farres
(Anaza El Farid x Shameerah), der in seiner Klasse ebenfalls hinter
Mosalli gestanden hatte. Er ist im Ausdruck des Kopfes sicher extremer
als dieser, doch in der Geschlossenheit des Körpers und in
den Gängen schwächer als Mosalli. Der klassisch schöne
Hengst im Besitz von Michael Resch aus Kanada stand nicht zum ersten
Mal auf dem Siegertreppchen.

Photo:
Erwin Escher
Farres, der Reserve-Senioren-Champion aus den
USA
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WIR
MÜSSEN DRAUSSEN BLEIBEN
Zwei Distanzritte wurden in Verbindung mit dem Event ausgerichet
(39 und 80 Kilometer), doch die Mehrheit der Teilnehmer war nicht
hundertprozentig zufrieden mit der Organisation. Das wird im nächsten
Jahr sicher besser werden.

Photo:
Doris Melzer
Zwei Erstplatzierte beim 80-km-Distanzrittes:
Melanie Arnold mit Halim Reyahn (Dalia Halim x Moawada), gezogen
vom Gestüt Rothenberg...
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Leider
wurden nur die Sieger des 80-Kilometer-Rittes im Ring geehrt. Sehr
schade. Nur weil die Sieger der kürzeren Distanz keine Araber
waren? Wir sind uns doch wohl alle einig, dass jeder Sieger eine
Ehrenrunde verdient hat!

Photo:
Doris Melzer
...und Ines
Liskow
mit JKB Masoud
(El Thay Ibn Halim Shah x JKB Masouda)
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EIN
SCHWARZER TAG?
Auf jeder Schau gibt es einen Publikumsliebling oder ein Pferd,
das einem auffällt. Nicht immer steht dieses Pferd dann auch
auf dem ersten Platz. Der schwarze Hengst Rodan El Pharo (Nahabi
x AK Taldinaa) war so ein Pferd.

Photo:
Doris Melzer
Gewinnen ist nicht alles!
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Er wurde letzter seiner Klasse (elfjährige und ältere
Hengste), war aber die Nummer Eins in den Augen des Publikums. Rodan
El Pharo präsentierte mit Abstand die spektakulärsten
Gänge (er schmiss die Beine wie ein Hackney) und die Richter
konnten gar nicht anders als ihn dreimal mit der Höchstnote
zu belohnen. Er bog seinen Hals und trabte mit einer selten gesehenen
Aufrichtung durch die Bahn. Sein Vorführer war gleichzeitig
sein langjähriger Besitzer Franz Bott und die beiden boten
ein Bild absoluter Harmonie und Vertrautheit. Rodan El Pahros neue
Besitzerin Ingrid Hofmann-Kirsch schien sich nicht im mindesten
um den letzten Platz ihres Hengste zu kümmern und umarmte strahlend
vor Freude Hengst und Vorführer. Sie wusste, dass er sich in
die Herzen der Zuschauer getrabt hatte.

Photo:
Carola Toischel
Die "Champions der Champions": Mosalli...
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DER
KRÖNENDE ABSCHLUSS
Nachdem fast alle Preise und Schärpen vergeben waren, blieb
noch eine Frage unbeantwortet: Wer würde der Champion der Champions
werden? Für die Supreme-Championate traten die Grünschnäbel
gegen die Senioren an und Mosalli und Elf Layla Walayla setzten
sich souverän gegen ihre Konkurrenten durch.
Der letzte Akt war die Ehrung des "besten Ägypter des
Jahres". Hier standen sie nun, Hengst und Stute, Nase an Nasse.
Mosalli aufgeregt schnaubend, Elf Layla Walayla sanft und ruhig.
Zwei würdige Supreme-Champions, die beide schon einmal die
gleichen Titel errungen hatten (Mosalli im Jahr 2000, Elf Layla
Walayla 1998). Die Richter brauchten einige Zeit, um zu einer Entscheidung
zu gelangen, aber dann ging ein Raunen durchs Publikum, das sich
in einen Beifallssturm verwandelte: Elf Layla Walayla hatte gesiegt.
Ein gelungener Abschluss eines gelungenen Wochenendes.

Photo:
Doris Melzer
...und Elf Layla Walayla
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Hier
geht's zu den Klassensiegern!
This feature was
brought to you in August 2003 by:
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