Titelphoto: Doris Melzer

Von Oliver Wibihal

Photo: Doris Melzer

Loubna (Imperial Imdal x Imperial Kalatifa)
im Besitz von Ariela Arabians und
Jackie Ware wurde Senioren-Championesse
und "Best Egyptian of the Year"

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Es ist nicht leicht, die aufregenden Momente des Egyptian Events zu Papier, pardon, auf den Bildschirm zu bringen. Können Sie sich vorstellen, dass es z.B. reines Entertainment war das Gesicht von Chen Kedar (der Gestütsleiterin von Ariela Arabians) zu beobachten, als ihre Stute Loubna präsentiert wurde? Es ist nicht leicht die Emotionen zu beschreiben, die sich darin wiederspiegelten als Loubna schließlich das Championat gewann und im Anschluss daran zum "besten Ägypter des Jahres" ausgerufen wurde.

Photo: Erwin Escher

Loubna (Imperial Imdal x Imperial Kalatifa)


Kaum in Worte zu fassen sind die Sekunden als DF Malik Jamil mit geblähten Nüstern vor den Richtern stand - den Hals gebogen, die Mähne wie Seide in der Sonne glitzernd. All die kleinen Härchen in meinem Nacken begannen sich langsam aufzurichten...

Photo: Doris Melzer

DF Malik Jamil (NK Hafid Jamil x Amouva)


Wie beschreibt man die unglaublichen Bewegungen einer Stute wie Remarqable KA, für die sie von den Richtern mit perfekten Noten belohnt wurde (dreimal die "20")? Wie fasst man das Charisma eines jungen Hengstes wie Pyramid Aalin in Worte, der - wie es sich für einen wahren Araber gehört - erst in der Bewegung seinen vollen Glanz entfaltete? Und was soll man sagen angesichts eines alten Recken wie MA Alishah, der im Ring explodierte und alle anderen (jüngeren) Hengste in seiner Klasse vom Platz fegte?

Photo: Erwin Escher

Der neunzehnjährige MA Alishah (Ruminaja Ali x AK Shagat)
war der älteste Teilnehmer der Schau

Wie soll ich erklären was in mir vorging, als der klassisch schöne und ausstrahlungsstarke (wenngleich in der Oberlinie nicht fehlerfreie) Hengst Nashem Al Sabhah durch den Ring schwebte? Und zwar mit geschmeidigen Tritten, die ein Züchterherz genauso schnell schlagen ließen wie ein Reiterherz. Als die Richter ihn mit den höchsten Bewegungsnoten aller Hengste der Schau nach Hause schickten, war meine Welt in Ordnung. (Sie finden übrigens ein Video von ihm auf unserer Video-Seite.)
Doch es gab auch andere Augenblicke. Der, als mir klar wurde, dass hoch angesetzte und hoch getragene Schweife bei den jungen Pferden scheinbar völlig aus der Mode gekommen zu sein scheinen - von Ausnahmen abgesehen.
Interessante Momente allemal - aber leichter erlebt als beschrieben! Darum habe ich mir gedacht, dass wenig Text und viele Photos die beste Lösung des Dilemmas sind. Wie heißt es doch so schön: "Ein Bild sag mehr als tausend Worte!" In diesem Sinn...

Photo: Doris Melzer

Die Schau
Das historische Ambiente der Rennbahn von Baden-Baden, sicherlich eine der schönsten Bahnen der Welt, machte Das Egyptian Event Europe einmal mehr zu einem glanzvollen Ereignis. Dieses Jahr waren allerdings weniger Teilnehmer als üblich erschienen. Allerdings waren die Pferde, die dann vor die Richter traten, von ausnehmend guter Qualität (von einigen Ausnahmen bei den Junghengsten abgesehen). Pferde aus zehn verschiednen Ländern wurden vorgestellt, darunter auch Pferde aus Ägypten.
Die Gastgeber (Ferdinand Schwestermann, Horst Preuss, Hansjürgen Friedmann) hatten im Vorfeld offensichtlich kräftig die Werbetrommel gerührt, denn die Tribünen waren zumindest ab der Mittagszeit bis zur Decke gefüllt. Viele der Besucher waren keine "Araberleute", sondern waren aufgrund der Ankündigungen in der Lokalpresse vorbei gekommen. Wer weiß, vielleicht infizierten sich einige von ihnen an diesem sonnigen Wochenende mit dem Arabitis-Virus?
Photo: Doris Melzer

Das Rahmenprogramm bestand wieder aus einer Vorführung von Falken und Adlern - und obwohl man diese Vorführungen mittlerweile kennt, ist es immer wieder aufregend diese majestätischen Vögel bei ihren "Beutezügen" zu beobachten. Doch der Clou war eine Schäferin auf ihrem Pferd, deren Hunde es schafften aus einer Herde schwarzer und weißer Enten zwei einfarbige Herden zu "formen". Diese Hunde waren unglaublich - und das Publikum schier sprachlos!
Die "Hengstparade" war ein weite Publikumsmagnet: Neun Hengste aus fünf verschiedenen Nationen präsentierten sich an der Hand (leider nicht im Trab). Die Zuschauer durften ganz nah heran, die Hengste streicheln und bewundern und deren Besitzer "ausfragen". Es war ein berauschender Anblick die Hengste Nase an Nase stehen zu sehen und sie beim Imponiergehabe zu beobachten. Die Zuschauer sparten jedenfalls nicht mit Applaus.

Photo: Erwin Escher

Maydan-Madheen bei der Hengstparade

Leider war nicht ein einziges arabisches Pferd unter dem Sattel zu sehen. Wie, so muss man sich fragen, konnte das passieren? Im letzten Jahr übernahm die "Pyramid Society Europe" noch das Patronat für zwei Distanzritte, dieses Mal hielt man es ganz mit Churchill: "No sports!" Es wäre schön, wenn es im nächsten Jahr anders wäre!

Die Richter

Photo: Doris Melzer

Dr. Gianmarco Aragno - Italien
Photo: Doris Melzer

Silvia Garde-Ehlert -
Deutschland
Photo: Doris Melzer

Walter Koch -
Deutschland
Photo: Doris Melzer

Christina Wale -
Schweden

Das Richten
Das Richten war überaus einheitlich. Ich fürchte allerdings, dass die Richter sich davor drückten wirklich realistische Fundamentsnoten zu geben. In anderen Worten: Sie scheuten sich davor die Besitzer zu verärgern! Die niedrigste Fundamentsnote war die "15" und das war sicher kein realistisches Abbild der Wirklichkeit. Meiner Meinung nach sollten Richter das bewerten, was sie sehen - und nicht das Ego von Züchtern und Besitzern befriedigen. Oder hatten die Organisatoren nur versäumt Schildchen mit den Noten "9" oder "10" zu besorgen?
Alles auf der Welt ist relativ. Das trifft auch auf das Bewerten von Pferden zu. der Drittplatzierte kann Ihr Champion sein, der Viertplatzierte meiner. Der Reserve-Champion mag viel besser zu einer bestimmten Stute passen als der Champion und dei Stute auf dem dritten Platz wird sich vielleicht einmal als die bessere Zuchtstute erweisen als die siegreiche Konkurrentin. Wer weiß schon, wie die Würfel fallen? Das nur zur Erinnerung an Sie (und mich), dass ein Schausieg eine phantastische Sache aber eben nicht alles ist...


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Photo: Doris Melzer

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This feature was brought to you in August 2004 by:
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