
Welt-Championat
6. - 8. Dezember 2002
News
vom 04.03.2003
Der Hengst Al Aadeed Al Shaqab wurde nach zwei positiven
Doping-Tests disqualifiziert, seine Titel wurden ihm aberkannt.
Das heißt, dass der ursprüngliche Reserve-Champion
den Champion-Titel erhält; der Drittplatzierte rückt
auf den Reserve-Platz.
Neuer Welt-Champion 2002:
Hlayyil Ramadan
Neuer Reserve-Welt-Champion 2002:
Khidar
|
Vielen Dank an Eric, Emma, Scott, Frank, Michael und all die anderen Trainer und Vorführer, die diese Schau zu einem Augenschmauss machten. Es machte Spaß so viele schöne Pferde zu sehen, die zwar voll Spannung standen und mit Elan ihre Runden trabten, dabei aber nicht verängstigt oder verstört wirkten. Natürlich gab es Ausnahmen, aber es war kein Vergleich zu vergangenen Jahren in Paris. Was jedoch wirklich an Lärmbelästigung grenzt ist das Scheppern und Rasseln der vielen Helfer, die strategisch verteilt an jeder Ecke der Bahn positioniert sind und das jeweilige Pferd “wachmachen” sollen. Eine unnötige nervliche Belastung für die Zuschauer und vor allem für die Pferde, die dadurch ohnehin nur aus dem Takt gebracht werden.
Allerdings gab es dieses Mal viele Pferde zu sehen, deren Stärke das fulminante Gangwerk war. Einer der beeindruckendsten “Traber” war ohne Zweifel Premier (von Monogramm) und ich bewundere seine Besitzerin und Vorführerin Emma Maxwell, dass sie mit ihm Schritt halten konnte. Mit seinen fliegenden Tritten brachte Premier das Publikum zum toben. Dieser Trab ist “Poesie in Bewegung”. Überflüssig zu erwähnen, dass er in die “Top Ten” einzog. Er war das Pferd, bei dessen Vorführung ich Gänsehaut bekam.
Ein anderer leidenschaftlicher Traber kam wiederum aus England: Der mit leichten, schwungvollen Bewegungen ausgestattet Imperial Kamilll (von Imperial Al Kamar), der von Jahr zu Jahr besser aussieht. Hoffentlich erkennen die britischen Züchter sein Potenzial und setzten ihn ein. Seine Kinder, die auf dem Imperial-Gestüt geboren wurden (wo er zur Welt kam und die ersten Jahre als Beschäler wirkte), sind mehr als vielversprechend.
Ein dritter Hengst aus England (wie die anderen jedoch nicht in England geboren) flog durch die Arena und nahm durch seine Aufrichtung und Bewegungslust für sich ein: der Braune FL Sayawan. Es scheint als hätten die Briten ein Auge für ganggewaltige Pferde...
Die Richter machten in
diesem Jahr den Eindruck als seien sie sich restlos einig gewesen.
Offensichtlich schwebte ihnen allen das gleiche Ideal eines arabischen
Pferdes vor – und das war der ägyptische Typ. Darunter litten besonders
die Pferde aus Polen, wie von einigen Besuchern kritisch angemerkt
wurde. Doch erinnern Sie sich an das Jahr 2000: Damals gewannen die
polnischen Pferde (Emmona, Ekstern, Zagrobla und Kwestura) praktisch
alle Championate und verwiesen die Ägypter auf die Plätze. Und sind
wir ehrlich, wenn es um wirkliche Qualität geht – oder sagen wir besser:
um die Kombination von Qualität des Pferdes, Vorbereitung und Präsentation
– dann spielen Blutlinien oder Herkunftsland keine Rolle. “Aber warum
gingen dann alle Championate in ein einziges Land?”, wie oft zu hören
war. Eine gute Frage, doch wie die Richter Klaus Beste und Nayla Hayek
synchron antworteten: “Wir haben die besten Pferde ausgewählt. Sicher
wäre es klüger gewesen einige Championate an andere Länder zu vergeben.
Aber wäre das den Pferden aus Qatar gegenüber gerecht gewesen? Qualität
sollte zählen, nicht Politik!” Niemand, der in Paris dabei war und Al Aadeed Al Shaqabs Präsentation erlebt hat wird bestreiten, dass er der verdiente und wahre Welt-Champion ist. Ganz offensichtlich war es seine Schau! Alles passte: Er war in exzellenter Kondition, selbstbewusst zeigte er sich Richtern und Publikum. Es war unmöglich ihn zu übersehen. Ich werde Ihnen den Hengst nicht im Detail beschreiben – denn ein Bild sagt so viel mehr als jedes geschriebene Wort. Nur so viel: Nie sah ich einen schöneren Hengst als ihn – und das schließt seinen Vater mit ein. Herzliche Glückwünsche an Scheich Hamad Al Thani, den Manager des Al-Shaqab-Gestüts. Das Welt-Championat war ein einziges großes Fest für ihn!
Das
Königliche Gestüt von Jordanien wurde durch den Hengst Hlayyil Ramadan
repräsentiert, der schon einige Championate für sich verbuchen konnte.
Dieser elegante Enkel von Salaa El Dine führte sich nicht so überdreht
auf wie andere Hengste und wirkte daher auf den ersten Blick etwas
unauffällig. Bei näherem Hinsehen entpuppt er sich als ausbalanciertes,
harmonisches Pferd mit einem wunderschön modellierten Gesicht und
riesigen dunklen Augen. Er ist nicht rein ägyptisch gezogen (hat einen
kleinen aber feinen Anteil spanischen Blutes und ist daher nicht “straight”)
und wird darum in Europa wohl keine große Anhängerschar finden, denn
ohne entsprechendes “Label” läuft heute in der Araberzucht nichts
mehr. Wie wäre es denn einmal mit einigen neuen Etikettierungen wie
“pure Qualität” oder “straight beautiful”!?
Das
Reserve-Championat der Stuten fiel wieder an Qatar, dieses Mal an
das Al Nasser-Gestüt mit seiner schneeweißen Elfe Bint saida Al Nasser.
Sie ist der Grund dafür, dass wir alle den Namen ihres Vaters Imperial
Mahzeer (von Imperial Madheen) kennen. Sie ist eine zauberhafte Stute
und hat den Titel mehr als verdient.
Einige
der Pferde in den verschiedenen “Top Ten”-Gruppen hätten ein Championat
verdient. Doch wie auf jeder Schau gibt es auch in Paris Niina Hartmann
![]() Al Aadeed Al Shaqab Alle Fotos von Erwin Escher Hier geht es zu den TOP TEN Pferden |
This feature
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