1982 - 2003

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Imperial Imdals Name stand für Erfolg.
Er war ein einzigartiges Pferd. Nur wenige reichten an ihn heran...


Photo: Polly Knoll

Imperial Imdal auf demEgyptian Event 1992



Am Anfang war das Pedigree
Zur Welt kam er im Jahr 1982 auf dem Imperial Gestüt in Maryland/USA. Gleich von Beginn an stach er heraus. "Er leuchtete zwischen den anderen Fohlen wie ein Stern", erinnert sich seine Züchterin Barbara Griffith. Sein Pedigree kombinierte die beiden Pole der amerikanischen Araberzucht. Sein Vater Ansata Imperial (Ansata Ibn Sudan x Ansata Delilah), selbst ein erfolgreicher Schauhengst, vererbte ihm den wie gemeißelt erscheinenden Kopf, die breite Stirn, die ideal geneigte Schulter, den geschwungenen, kräftigen Hengsthals und eine stolze Haltung.

Photo: Scott Trees

Imperial Imdals Vater Ansata Imperial

In Größe, Linie und Länge des Halses übertraf der Sohn den Vater - Attribute, die er seiner Mutter Dalia (Morafic x Romanaa II) zu verdanken hatte. Dalia war eine auf der Gleannloch-Farm geborene Stute, die sich so unnahbar wie ein Filmstar verhielt, aber über die typischen Merkmale eines Gleannloch-Pferdes verfügte: makellose Beine, eine kräftige Hinterhand, eine gute, leicht geschwungene Oberlinie mit langer Kruppenpartie, leichtfüßige Bewegungen und einen langen, elegant getragenen Hals. Die Verbindung von Imdals Eltern stand offenbar unter dem Motto "Gegensätze ziehen sich an". Zwar lautet ein alter Züchterspruch, dass man Gleiches mit Gleichem paaren soll, doch Barbara Griffith wollte das Beste, was Ansata (Typ) und Gleannloch (Linie und Gänge) zu bieten hatten, miteinander kombinieren. Ihr Plan ging auf - und Imperial Imdal löste das Versprechen ein, das sein Pedigree gegeben hatte.

Photo: Johnny Johnston

Seine Mutter Dalia (Morafic x Romanaa II)

Der Weg an die Spitze
Imdal kam zur Welt, als die Preise für ägyptische Araber in den Himmel schossen und die Decktaxen für bekannte Hengste auf 20 000 Dollar kletterten. Fast monatlich wurden Hengste für Millionenbeträge syndikatisiert und auf Auktionen ersteigerten Investoren für aberwitzige Summen mittelmäßige Pferde. Araber wurden gehandelt wie Aktien. Das war die Zeit, in die Imdal hineingeboren wurde. Als er drei Wochen alt war und über die Weide stelzte, sah ihn die langjährige Züchterin Barbara Vallée, die auf der Suche nach einem zukünftigen Deckhengst war. Sofort war sie von dem kleinen Kerl begeistert, der so anhänglich war, dass sie förmlich dahinschmolz. Bereits als Fohlen hatte Imdal seine Vorliebe für Frauen entwickelt. Ein Charakterzug, der ihn ihr umso liebenswerter erscheinen ließ. "Ich warf einen Blick auf diesen dünnen kleinen Kerl, der sich gerade von einer schlimmen Atemwegsinfektion erholte, und es war um mich geschehen."

Photo: Scott Trees

Imperial Imdal entdeckt die Welt

Doch als sie den Preis hörte, musste sie kräftig schlucken. "Es war der höchste, den ich je für ein Fohlen gehört hatte!" Sie rief ihren Mann an und weil sie sich so in das Fohlen verliebt hatte und er seine Frau liebte, rief er kurz entschlossen bei der Bank an. Die Vallées waren keine Millionäre, darum musste ein Kredit aufgenommen werden. Doch schließlich war alles unter Dach und Fach und Imdal gehörte ihnen. Von da an gab es kein zurück mehr: Imdal war auf dem Weg, die Welt zu erobern! "Es gibt ein paar Momente im Leben, die alle anderen unwichtig werden lassen", erinnert sich Barbara Vallée. "Der Tag, an dem wir Imdal nach Hause holten, hat sich für immer in mein Gedächtnis eingegraben. Er war 11 Monate alt und hatte gerade einen harten Winter überstanden, denn er hatte sich eine Lungenentzündung zugezogen. Trotzdem machte uns sein Anblick schier atemlos. Wir verbrachten endlos lange Tage miteinander und lernten uns kennen. Langsam wurde er wieder vollständig gesund und galoppierte in halsbrecherischer Geschwindigkeit über die Weiden, um dann unvermittelt zu bremsen, den Hals zu wölben und ein markerschütterndes Wiehern auszustoßen. Ich stand oft stundenlang da und beobachtete ihn - bis die Sonne unterging und sich seine Silhouette dunkel gegen den Horizont abzuzeichnen begann. Ein traumhaft schöner Anblick."

Photo: Johnny Johnston

Imperial Imdal als Vierjähriger im Jahr 1986

Imdal veränderte das Leben der Vallées erheblich. Hatten sie bis dahin ein beschauliches Leben mit ihren Arabern geführt, brach durch die überwältigenden Erfolge von Imdal eine wahre Flutwelle auf sie ein. Imdal sollte zu einem der beliebtesten Ägypter in den USA aufsteigen. "Manchmal musste ich mich selber kneifen", gesteht Barbara Vallée, "weil ich es sonst selbst nicht geglaubt hätte. Die Züchter standen förmlich Schlange, um ihre Stuten mit ihm zu decken." Der Grund für seine große Popularität waren seine Schauerfolge, die er schon als Jüngling errang. Zusammen mit seinem Trainer Steve Dady eilte er von Erfolg zu Erfolg, drehte eine Ehrenrunde nach der anderen und wurde bekannter und bekannter. Steve Dady führte ihn zu seinen großen Siegen beim Egyptian Event, wo er gleich zweimal "Supreme Champion" wurde und zum Titel des Reserve U.S. National-Champions im Jahr 1988. Dies war zweifellos der Höhepunkt seiner Schaukarriere und alle, die ihn damals sahen, werden bestätigen, dass ihm und ihm alleine der Titel des Champions zugestanden hätte. Der Applaus, den er erhielt, war ohrenbetäubend, während der Champion mit spärlichem Beifall verabschiedet wurde. In Europa hatte man Imdal bereits zwei Jahre zuvor mit offenen Armen empfangen und ihn beim Salon du Cheval in Paris zum Welt-Champion bestimmt. Übrigens war er der erste Senioren-Welt-Champion rein ägyptischer Abstammung, was damals einer kleinen Sensation gleichkam. Seine Züchterin Barbara Griffith, bezeichnete ihn danach als ihr Meisterwerk: "Er kommt sehr nahe an mein Ideal heran", sagte sie. "Verdammt nahe!"

Photo: Johnny Johnston

1986 gewinnt Imperial Imdal zum ersten Mal das Egyptian Event

Was wirklich zählt
Schautitel sind sicherlich nett und helfen einem Hengst, die ersten Stuten zu bekommen. Doch was bleibt am Ende aller Tage, was zählt wirklich? Die Qualität der Nachkommen! Imperial Imdal enttäuschte auch auf diesem Gebiet nicht. Es stellte sich heraus, dass er zu den wenigen auserwählten Hengsten zählte, die gleichwertige Söhne und Töchter hervorbrachten. In Amerika galt er als Typvererber, in Europa schätzte man an seinen Nachkommen vor allem deren kompaktes Gebäude. Mit einem Wort: Ein Hengst für alle Fälle! Um Ihnen einen kleinen Überblick über seine Nachkommen zu geben, seien die folgenden Fakten aufgezählt: Seine Söhne VA Sirius (gezogen von Barbara Vallée), Hadaya El Tareef (lesen Sie alles über dessen besten Sohn Ibn El Tareef) und Imtaarif gewannen jeweils das Supreme-Championat des Egyptian Events. Ein Rekord, den kein anderer Hengst nur annähernd erreichte.

Photo: Scott Trees

1990 gewinnt Imperial Imdal das Egyptian Event zum zweiten Mal
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Photo: Judith Wagner

Imperial Imdals führender Sohn in den USA ist PVA Kariim
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Doch Imdals Einfluss reicht bis in weitere Generationen: Sein Sohn PVA Kariim stellte bisher schon zwei Event Supreme-Champions - RZA Orient Express und Imperial Baarez, einen exquisiten Hengst, der als Hauptbeschäler den Harem des Imperial-Gestüts betreut und seinerseits bereits eine Junioren-Championesse und eine Reserve Senioren-Championesse des Egyptian Events stellte. Im Jahr 2005 war er beim All Nations Cup in Aachen und beim Welt-Championat von Paris Reserve-Champion.

Photo: Javan Schaller

Imperial Baarez (von PVA Kariim) ist der Hauptbeschäler des Imperial-Gestüts

Auch Europa war vor Imdals Söhnen nicht sicher - sie räumten hier kräftig ab. Zuerst kamen sie aus den USA, wie Moroc (Welt-Champion in Paris), Kaih und Imperial Pharaj (Champions in Italien), später folgte ein ganzes Bataillon von Söhnen, Töchtern und Enkeln aus Israel, die beim Asil Cup, dem Egyptian Event, dem Welt-Championat oder beim Nations-Cup und Europa-Championat mit den Siegerschleifen davon trabten.

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Photo: Rik van Lent Jr.

Imperial Imdal in Megiddo


König Salomons Stallungen
1994 wurde Imdal verladen und flog nach Israel, wo er auf dem Gestüt "Ariela Arabians" für drei Jahre als Hauptbeschäler zu wirken. Imdal hatte bereits in Amerika auf verschiedenen Gestüten gestanden, um Züchtern aus allen Teilen des Landes die Möglichkeit zu geben, ihre Stuten zu ihm zu bringen. Bis 1994 hatte er über 250 Fohlen gezeugt. "Nun ist die Zeit gekommen, ihn ziehen zu lassen", sagte Barbara Vallée 1994. "Er wird einen neuen Kontinent erobern und dort seine Spuren hinterlassen." Natürlich hätte sie ihn nie verkauft, stimmte aber einer langjährigen Verpachtung zu.

Photo: Rik van Lent Jr.

Imperial Imdal in Israel

"Unsere Suche nach einem überragenden Hengst hatte endlich ein Ende gefunden", sagt Chen Kedar, Managerin des Ariela-Gestüts. "Imdal war ein Hengst, würdig den Stallunmgen eines König Salomons." Die berühmten Stallungen des Königs sollen sich in Megiddo befunden haben und die wenigen Steine, die heute noch davon künden, erinnern daran, dass Israel in der Antike die Heimat einer der größten Sammlungen kostbarer arabischer Pferde war. Kein Zweifel, dass Imdal zu diesem Ort passte. Die Jahre in Israel vergingen rasend schnell, doch sein Einfluss wird für lange Zeit bestehen bleiben. "Er wird der Nazeer von Israel genannt", sagt die israelische Züchterin Tzwiah Idan. Ein Blick auf die Erfolge seiner Nachkommen in Israel macht deutlich, dass dies keine Übertreibung ist.

Photo: Rik van Lent Jr.

Wer ist dieses vielversprechende Fohlen?
Es ist Laheeb (Imperial Imdal x AK Latifa),
einer der ersten Söhne Imdals in Israel


Seine Söhne und Töchter dominierten den israelischen Schauring - und sie gewinnen bis heute die wichtigsten Schauen. In Israel gezüchtete und nach Europa exportierte Nachkommen wie Sinjabi (Junioren-Champion Kauber Platte), Mosalli (zweimaliger Champion des Egyptian Event Europe), Al Maraam (Nations Cup Reserve Junioren-Champion; mittlerweile wieder in Israel), Laheeb (Reserve Junioren-Champion des Europa-Championats; ebenfalls zurück in Israel) oder Loubna (Champion-Stute des Elite-Cups) machten ihrem Vater alle Ehre.

Photo: Rik van Lent Jr.

Al Maraam (Imperial Imdal x Vision HG) ist einer
von Imperial Imdals einflussreichsten jungen Söhnen

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Laheeb (Imperial Imdal x AK Latifa) war der erste rein ägyptische Hengst, der von allen polnischen Staatsgestüten eingesetzt wurde und eine seiner ersten Töchter - Emira - gewann im Jahr 2001 das Junioren-Championat und das Supreme-Championat der polnischen Nationalschau. Weitere in Polen gezogene Laheeb-Nachkommen errangen Championate. "Was soll's", werden sie denken, "hübsche Gesichtchen und wacklige Beine!" Falsch gedacht. Hübsche Gesichter haben sie tatsächlich, darüber hinaus aber auch genügend Herz, Biss und Kraft, um auf der Rennbahn zu bestehen. Auf der Rennbahn in Warschau konnten sich bereits fünf von Laheebs Nachkommen platzieren (immer unter den ersten Drei) und seine schnelle Tochter Wieza Babel war zwei Jahre zuvor zur Junioren-Championesse der Nationalschau des Jahres 2001 gewählt worden.

Photo: Kerstin Anders

Al Lahab (Laheeb x Vision HG) gewann zahlreiche
Championate in Europa und ist nun auf dem Weg
in das amerikanische Gestüt "Om El Arab"

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Die letzten Jahre
Nach seinem Israel-Gastspiel kehrte Imdal wieder in die USA zurück. Er nahm sein Wanderleben wieder auf und stand auf verschiedenen Farmen. Schließlich fand er einen permanenten Platz auf der Chapel-Farm des ehemaligen Vorsitzenden der Pyramid Society, Bob Fauls. Dort stand er Seite an Seite mit seinem Sohn Hadaya El Tareef. Er wurde wieder einmal beim Egyptian Event gezeigt, wo er der Star der Hengstparade war und von einer begeisterten Menschenmenge umringt wurde. Viele kannten ihn seit Jahren, etliche hatten ihn noch nie leibhaftig vor sich gesehen. Obwohl er fast 20 Jahre alt war, sah man ihm sein Alter nicht an. Noch immer wirkte er frisch und lebendig, stand aufrecht wie ein Mann. Doch sein Gesicht war mit dem Alter immer trockener und markanter geworden. Wie ein guter Wein, so brauchte auch er die Zeit der Reife. "Ich wollte ihn nur einmal berühren", sagte eine Frau bewegt und kämpfte mit den Tränen. "Ich habe noch nie eine Legende gestreichelt!" "Ich wünschte, er würde ewig leben", flüsterte eine. Leider konnte Imdal ihr diesen Wunsch nicht erfüllen. Am 5. Dezember 2003 fand man ihn morgens im Stall. Er war friedlich eingeschlafen.

Oliver Wibihal


Photo: Fred Bennett III

This feature was brought to you in February 2004 by
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