PHARRAH - StraightEgyptians.com - Arabische Pferde Online - Arabian Horse Online

E   I   N       Ä  G  Y  P  T  I  S  C   H  E  R      T  R  A  U  M

Das Titelbild zeigt die Pharrah-Enkelin Imperial Im Phayanah

Es war einmal in Amerika. Zu einer Zeit, die weit zurückliegt und nicht mehr wiederkehrt. Eine Zeit, in der Investoren das Scheckbuch zückten und mit einem müden Lächeln Millionenbeträge für ägyptische Pferde auf den Tisch legten. Die große Zeit der "Syndikate" und exklusiven Auktionen. Eine Zeit, in der arabische Pferde wie Kunstgegenstände behandelt und verkauft wurden - blank poliert, von Scheinwerfern angestrahlt, mit Expertisen ausgestattet.

In dieser Zeit erschien auch die Stute Pharrah (Farag x Tamria) auf einer der großen Auktionen: Es war das "Egyptian Event Sale" des Jahres 1983; damals eine der pompösesten Veranstaltungen. Ich erinnere mich noch genau an ihren Auftritt, so ungewöhnlich schön sah Pharrah aus. Elf Jahre war sie alt, und sie schien geradewegs einem dieser alten Gemälde von Adam oder Vernet entstiegen zu sein. Ihr langes, schmales Gesicht erinnerte an ihren Großvater Morafic, ebenso der lange, schlanke, biegsame Hals. Das Gesicht wurde beherrscht von großen, runden, dunklen Augen, in denen sich der Stolz ihrer ägyptischen Ahnen widerzuspiegeln schien. Sie trug sich mit federleichter Noblesse, ihre Bewegungen waren spielerisch leicht und tänzelnd. Alles an ihr stand in einem harmonischen Verhältnis, nichts war zu lang oder zu kurz. Eine Stute, deren makellose Erscheinung das Publikum verstummen ließ.

PHARRA - StraightEgyptians.com
Photo: Johnston
Pharrah (Farag x Kamar)

Dann aber setzte das Bieten ein. Schnell und heftig. Die Käufer rissen sich geradezu um sie. Nur sekundenlang durfte sich ein Bieter bei 120 000 Dollar über den vermeintlichen Zuschlag freuen, denn schon ging es rasend schnell weiter. Man näherte sich der 200 000-Dollar-Grenze, und noch immer flogen die Hände der Bieter in die Luft. 200 000 Dollar! Der Auktionator verschnaufte kurz, dann warf er einen Blick in die Runde. Nur noch wenige waren im Rennen. Würde es weitergehen? Auch ich hielt die Luft an. Wer würde den Zuschlag erhalten, wer würde sich diesen ägyptischen Traum erfüllen? Ein Investor, der sich später nicht um das Wohlbefinden seines Pferdes scheren würde oder ein wirklicher Züchter, der mit Pharrah etwas "anfangen" konnte? Jetzt waren 225 000 Dollar geboten und noch immer ging die Auktion weiter. Dann fiel der Hammer und Pharrah wechselte den Besitzer. "Zum ersten, zum zweiten und zum dritten: 255 000 Dollar, verkauft an Vincent Fortuna!" Applaus brandete auf, die blonde Diane Fortuna flog ihrem Mann überglücklich in die Arme und alle waren zufrieden: Pharrahs Verkäuferin Barbara Griffith ("Imperial Egyptian Stud"), weil der Preis stimmte, die Fortunas, weil sie Pharrah - und nur Pharrah! - haben wollten und schließlich Pharrah selbst, weil sie als werdende Mutter alles lieber zu haben schien als den Streß dieser Auktion und endlich wieder in ihren Stall zurückdurfte!

"Wo kommt diese Pharrah eigentlich her?", fragte sich so mancher nach der Auktion, und vor allem: Warum wurde eine solche Schönheit überhaupt verkauft? War da vielleicht ein Makel, ein versteckter Fehler, den man übersehen hatte? Beginnen wir mit Pharrahs Herkunft. Sie wurde am 3. Januar 1972 im ungarischen Staatsgestüt Babolna geboren. Ihr Vater war der Ägypten-Import und langjährige Hauptbeschäler Farag (Morafic x Bint Kateefa). Ein trockener, hochedler und harter Hengst, ein Ebenbild seines berühmten Vaters, nur ohne Morafics extremes Profil. Die Mutter stammte ebenfalls aus Ägypten; es war die Schimmelstute Tamria (Tuhotmos x Kamar), eine Schwester der in Amerika bedeutenden Kahramana (Anter x Kamar).


Photo: Scott Trees
Imperial Phanadah


Als Fünfjährige wurde Pharrah in die USA verkauft und fand 1978 auf dem Imperial Gestüt ihr Zuhause. Dort bekam sie fünf Fohlen in Folge. Das erste war das beste und (bis heute!) einflußreichste: Imperial Phanadah (v. Ibn Moniet El Nefous). Eine Fuchsstute, die der Mutter im direkten Schönheitsvergleich zwar unterlag, sich aber als wahre "Weltvererberin" erwies. Besonders als man sie dem Pascha des Imperial Gestüts zuführte - dem unvergleichlich männlichen und feurigen Ansata Imperial - wurden Töchter geboren, die sich gegenseitig an Ausstrahlung und Schönheit überboten. Es waren die "Glamour-Ladies" Imperial Im Phayanah (im Titel), Imperial Phanilah und Imperial Im Pharida.


Photo: Rik van Lent
Imperial Im Pharida und Imperial Phanilah in Qatar

Ob in Qatar, in Jordanien, in Israel, in Frankreich oder in Amerika - überall standen diese drei Stuten auf dem Siegertreppchen. Die Erfolgreichste war die Fliegenschimmelstute Imperial Phanilah. In Europa machte sie sich durch den Sieg im Welt-Championat von Paris unsterblich. Als nach der Siegerehrung der Applaus aufbrandete, wieherte sie und stieg steil in die Höhe: Ein Denkmal arabischen Adels wie es ein Bildhauer nicht vollendeter hätte darstellen können!


Photo: Susanne Bösche
Imperial Phanilah
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Imperial Phanilah lebt heute auf dem Gestüt "Al Shaqab" des Kronprinzen von Qatar - zeitweilig zusammen mit ihrer braunen Vollschwester Imperial Im Pharida, die mittlerweile verstorben ist. Die ersten Nachkommen der Phanilah haben ebenfalls schon Championate erobert - besonders ihre Tochter Amira Al Shaqab (v. Al Aadeed Al Shaqab), doppelte National-Championesse von Qatar.


Photo: Erwin Escher
Amira Al Shaqab

Imperial Im Phayanah, Schwester von Imperial Phanilah und Imperial Im Pharida hat ihre Zelte in Israel bei Uri Ariely aufgeschlagen. Ihr Sohn Shahir (von dem deutschen Hengst Salaa El Dine) kehrte vor zwei Jahren in die USA zurück und deckte als "Outcross"-Hengst auf dem Heimatgestüt von The Minstril dessen Töchter und Enkeltöchter. Auch Shahir besticht in besonderem Maß durch Ausstrahlung und Adel, wenngleich man in ihm kaum noch die Urgroßmutter Pharrah erkennen kann. Mittlerweile steht er im alleinigen Besitz von "Jamal Egyptian Arabians" in Memphis.


Photo: Stuart Vesty
Shahir

Doch auch auf dem Imperial Gestüt kommt man noch heute nicht ohne Pharrahs Blut aus. Barbara Griffith schätzt die junge Imperial Orrapha (Orashan x Imperial Im Pharida - Vollschwester zu Imperial Phanilah) als eine ihrer besten Zuchtstuten. Deren zweijähriger Sohn Imperial Kamshah (v. Imperial Al Kamar) läßt das Herz eines jeden Araberfreundes höher schlagen. Wenn er leichtfüßig über die tiefgrünen Hügel des Imperial Gestüts tobt und seine Mähne und sein Schweif im Wind wehen, wird einem bewußt, daß das arabische Pferd in der Tat "ein Flieger ohne Flügel" ist: Nur aus Gefälligkeit scheint er den Boden zu berühren...

Imperial Kamshah

Warum also trennte sich Barbara Griffith damals von Pharrah? "Es war keine leichte Entscheidung", gibt sie zu, "doch ich besaß drei ihrer Töchter, die ihre Linie fortsetzen konnten." Also keine "versteckten Fehler"? "Nein, absolut nicht! Fragen sie Diane und Vincent Fortuna, ob sie den Kauf je bereut haben!" Eine Frage, die sich erübrigt. Noch heute - viele Jahre nach Pharrahs Tod - gibt es für Diane kein anderes Pferd. "Pharrah war für mich das Ideal einer ägyptischen Stute - schön und sanft, edel und erhaben und die beste Zuchtstute, die man sich wünschen konnte!"



Weitere Nachkommen der Imperial Phanadah:
Imperial Pharouk (v. Imperial Al Kamar) - Championvererber in Qatar
Imperial Pharasha (v. Imperial Al Kamar) - Zuchtstute im Imperial-Gestüt
Imperial Pharaj (v. Imperial Imdal - italienischer Championhengst

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Zwei Pharrah-Söhne wurden auf dem Gestüt der Fortunas geboren. Der erste war Royal Jalliel, ein 1984 geborener Ansata Imperial-Sohn. Ein sanfter Hengst, dessen Charakter eindeutig von der Ruhe seiner Mutter geprägt war. Von Geburt an war er ein echter "Schönling": vollendet harmonisch, vollendet grazil. Ganz die Mutter. Sein Kopf war kürzer als Pharrahs, da schien sein Vater sich durchgesetzt zu haben.


Photo: Polly Knoll
Royal Jalliel
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Der zwei Jahre jüngere Halbbruder Royal Mikhiel (v. Nabiel) schlug ebenfalls mehr nach dem Vater. Ein Kraftpaket, stärker und maskuliner als sein Bruder, feuriger und temperamentvoller als er.Zwar standen beide Hengste im Schauring erfolgreich ihren Mann, doch überflügelte Royal Mikhiel durch sein selbstbewußtes Auftreten und die größeren Linien den älteren Bruder.

Seinen größten Triumph feierte "Mike" auf dem Egyptian Event des Jahres 1991: Ihm legte man die Schärpe des "Reserve Supreme Champions" um den schlanken Hals. Sein Name ist übrigens nicht "arabisch", auch wenn es für unsere Ohren durchaus so klingt. "Mikhiel", erklärt Diane Fortuna, "ist eine Verbindung aus dem Namen meines Sohnes Mike - weil er am gleichen Tag Geburtstag hat - und aus Nabiel, dem Namen seines berühmten Vaters."


Photo: Grasso

Royal Mikhiel
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Beide Hengste standen bis vor wenigen Jahren in Kanada auf dem Gestüt Montebello und deckten Jahr für Jahr eine ansehnliche Zahl Stuten. Nach dem Zusammenbruch dieser Farm wurde Royal Jalliel an Marylin Hay in Minnesota verkauft. Wie immer, so trat auch dieses Mal der Jüngere spektakulärer in Erscheinung: Er wurde nach Jordanien exportiert, in das königliche Gestüt "Jafaar". Dort kann er nun beweisen, was züchterisch in ihm steckt. Das zumindest hat der Ältere schon getan: Zahlreiche seiner Nachkommen konnten im Schauring bestehen. So gewann die kleine Stute Imperial Jaliisa (Royal Jalliel x Glorieta Maarqesa) 1993 das Reserve-Junioren-Championat von Qatar und im gleichen Jahr den Junioren-Titel der "Middle East Championships".

Im Jahr 1990 schlug das Schicksal in Form einer Feuersbrunst grausam zu. Die Farm der Fortunas und einige ihrer Pferde fielen den Flammen zum Opfer. Das Gestüt liegt in Santa Barbara, sehr idyllisch in einem Tal inmitten von Wäldern. Dieses Tal wurde für sechzehn Pferde zur Todesfalle. Diane und Vincent Fortuna sahen das Feuer auf ihre Farm zurasen und versuchten, so viele Pferde wie möglich auf den einzigen LKW zu bringen und sich und einen Teil der Pferde zu retten. Es war ein Wettlauf gegen die Zeit. In buchstäblich letzter Sekunde entkamen sie dem gewaltigen Feuersturm, der weite Teile Santa Barbaras zerstörte. Zurück blieb - mit fünzehn weiteren Pferden - Pharrahs jüngste und letzte Tochter Royal Farrah (v. El Halimaar). Was hätte aus ihr werden können...


Photo: van Lent
Royal Khalifa

Heute züchten die Fortunas nur noch mit der Pharrah-Tochter Royal Pharriel (v. Nabiel), deren Töchtern und einem Sohn, dem Schimmel Royal Phariel (Royal Jalliel x Royal Pharriel). Durch die Inzucht auf Pharrah weist er große Ähnlichkeit mit ihr auf, und man sollte ihn im Gedächtnis bewahren. Er braucht sicher noch einige Zeit der Reife, aber dann muß man ihn sich unbedingt noch einmal ansehen!

Die Stute Royal Bint Pharrah (v. Ansata Imperial) wurde von den Fortunas vor zwei Jahren nach Washington verkauft. Auch sie ist im arabischen Raum durch herausragende Nachzucht vertreten. Ihre Tochter Royal Khalifa (v. El Halimaar) ist einer der besonderen Lieblinge von Sheikh Nawaf Bin-Nasser Al Thani in Qatar. Ihr temperamentvoller Sohn Harp (v. Imperial Madheen) - arabisch für "Krieg" - erkämpfte sich dort im Jahre 1993 das Junioren-Hengst-Championat.

Pharrah starb 1991. Ihre Schönheit war und ist mit Worten kaum zu beschreiben. Sie war wie ein Traum, die Vision zeitloser Eleganz. Man mußte sie wohl erlebt haben, ihr weiches Maul berührt, ihr Schnauben gehört, ihren Blick aus ausdrucksvollen Augen aufgefangen haben. Erst dann wußte man, daß Träume manchmal doch Wirklichkeit werden...

Phillip Hollerbusch   Research: Martha Murdoch

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Pharrah

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Farag

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Morafic

Nazeer

Mansour x Bint Samiha

Mabrouka

Sid Abouhom x Moniet el Nefous

Bint Kateefa

Sid Abouhom

El Deree x Layla

Kateefa

Shahloul x Bint Rissala

Tamria

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Tuhotmos

El Sareei

Shahloul x Zareefa

Moniet El Nefous

Shahloul x Wanisa

Kamar

Nazeer

Mansour x Bint Samiha

Komeira

Nabras x Layla
 

Ihre Nachkommen:

'76 AK Komeira (von Ibn Galal), Fuchsstute - Mutter von Champions


'77 Hal Phalcon (von Ibn Galal-14), Schimmelhengst


'79 Imperial Phanadah (von Ibn Moniet El Nefous), Fuchsstute - Mutter von Champions


'80 Imperial Napharr (von Moniet El Nafis), Fuchshengst


'81 Imperial Na Pharo (von Moniet El Nafis), Schimmelhengst - Champion


'82 Imperial Pharalima (von Ansata Ibn Halima), Schimmelstute


'83 Imperial Imphudala (von Ansata Imperial), Fuchsstute


'84 Royal Jalliel (von Ansata Imperial), Schimmelhengst - Champion


'85 Royal Bint Pharrah (von Ansata Imperial), Fuchsstute - Mutter von Champions


'86 Royal Mikhiel (von Nabiel), Schimmelhengst - Champion und Vater von Champions


'87 Royal Pharriel (von Nabiel), Fuchsstute


'89 Royal Farrah (von El Halimaar), Schimmel - starb als Jährling