Photo: S. Vesty

D I E    K Ö N I G I N    A U S    D E R    T R A U M Z E I T    A U S T R A L I E N S

 



So fing alles an: Safanad als Fohlen

Vom Augenblick ihrer Geburt an war Safanad zu Großem ausersehen. Sie kam auf dem "Simeon Stud" von Marion Richmond zur Welt und von ihrem ersten Fohlen an stand fest, daß sie eine ganz besondere Zuchtstute sein würde. Ja, daß die "arabischen Geschichtsbücher" einmal über ihre Zuchtleistungen berichten würden. Simeon Safand wurde am 10. November 1980 in Australien geboren, dem Land der Sonne und der Weite. Ihre Mutter war die Fuchsstute 27 Ibn Galal V (Ibn Galal x Hosna), die den Weg nach Sydney von Bábolna/Ungarn aus angetreten hatte. Alleine mit ihren Zucht- und Schaurekorden könnte man Seiten füllen.

Safanads Mutter 27 Ibn Galal V

Ein Bild von 27 Ibn Galal V hat sich in mein Gedächtnis eingebrannt: Als diese unglaublich vitale Fuchsstute mit hoch erhobenem Kopf und weit geöffneten Nüstern durch den Paddock des Simeon-Gestüts trabte. Ihr Schritt war lang und leicht, die Hufe berührten kaum den Sand, ihr Schweif wehte über dem Rücken. Sie sah elegant und stolz aus, obwohl sie hochtragend war. Ihre Tochter Safanad ist nicht nur bekannt für ihre große Schönheit, sondern auch für ihren "funktionalen" Körper - den sie sicherlich ihrer Mutter zu verdanken hat. Sie ist Mitglied einer Dynastie, die rund um die Welt enorme Erfolge feiert. Die australische Züchterin Lorraine Kauffmann erinnert sich an die junge Safanad: "Als wir sie zum ersten Mal sahen, war Safand gerade ein Jährling. Leider haben wir sie als Fohlen 'verpaßt'. Ich kann mich erinnern, daß sie reizend aussah, sehr fein, aber noch ein bißchen unentwickelt. Um ganz ehrlich zu sein: richtig beachtet haben wir sie nicht! Das nächste Mal sahen wir sie anläßlich der 'Futurities'. Und obwohl das schon Jahre zurückliegt, kann ich mich noch genau daran erinnern. Sie war einfach atemberaubend, eine schwarze Bronze, die absolute Weiblichkeit und der personifizierte Typ. So perfekt in den Proportionen, der Kopf wie gemeißelt - eine Jungstute zum Träumen. Ich weiß nicht einmal, ob sie überhaupt gewonnen hat - doch das ist auch nicht wichtig. Sie hat auf jeden Fall alle Erwartungen zehnfach übertroffen!"


Photo: Sparagowski
Safanads Großmutter, die bekannte Rappstute Bint El Bataa (Nazeer x El Bataa)

Safanads Vater Sankt George stammte von Ansata El Salim aus der bekannten Rappstute Bint El Bataa (Nazeer x El Bataa), die Richard Pritzlaff aus Ägypten nach Amerika importiert hatte. Ein Punkt, der Safanad so einmalig macht ist die Tatsache, daß Sankt George tragischerweiße sehr jung starb und nur drei rein äygptische Nachkommen hinterließ. Safanads Schaukarriere endete übrigens bereits in ihren Anfängen, da sie sich verletzte und nicht mehr gezeigt werden konnte. Was wieder einmal bestätigt, daß Schauerfolge für ein wirkliches Zuchtpferd keinerlei Bedeutung haben. Auch für Safanad nicht, die Jahr für Jahr ein Klassefohlen nach dem anderen zur Welt brachte.


Photo: Little
Simeon Shai, Safanads erfolgreichster Sohn im Schauring

Es wäre schon eine große Untertreibung zu sagen, daß Safanads erstes Fohlen "bekannt" ist. Tatsache ist, daß Simeon Shai den Grundstein für Safanads Ruhm legte. Shais Vater ist Ra'adin Royal Star (ET Crown Prince x Om Khamsa), ein Hengst der in den USA gezogen und nach Australien importiert wurde. Australier kannten Shai schon lange bevor seine neuen Besitzer Ron Palelek und Bruce Clark ihn im Jahr 1989 nach Amerika mitnahmen. Er hatte schon eine beeindruckende Liste an Championaten gewonnen. 1991 schlug Shai dann alle Rekorde: Er war der erste und einzige Hengst, der innerhalb von zehn Monaten das National-Championat von Amerika, von Kanada, den Supreme-Champion-Titel von Scottdale und das Welt-Championat des "Salon du Cheval" in Paris gewann.

Der kleine Simeon Shai mit seiner Mutter

Ich erinnere mich noch an den kleinen Simeon Shai. Es war im Jahre 1984 als die Besitzer des Simeon-Gestüts für alle WAHO-Teilnehmer einen "Tag der offenen Tür" veranstalteten. Shai trabte zusammen mit seiner Mutter durch den Paddock und versuchte mit ihren Bewegungen Schritt zu halten.


Photo: Gigi Grasso
Simeon Seren (von Simeon Shai), ein geschätzter Vererber in Australien

Shai wurde einmal als "typvoll, braun und schön" bezeichnet - und genau das ist er auch. Seine australischen Fohlen sind von faszinierender Einheitlichkeit und sehr typvoll. Die Farmen, die ihn eingesetzt haben können seinen Erfolg noch heute an den Championaten ablesen, die seine Nachkommen regelmäßig gewinnen. Der Einfluß des "Shai Typs" läßt sich bis in die dritte Generation verfolgen. Auch in den USA hat Simeon Shai seine Spuren hinterlassen. Zuerst durch seine Kinder und nun auch durch seine Enkel. Sie bestätigen Besitzer und Züchter, die von Anfang an davon überzeugt waren, daß Shai nicht nur ein großer Showstar sondern auch ein großer Vererber sein würde. Und ein Pferd mit großer Persönlichkeit ist er obendrein!

Simeon Shuala (von Simeon Shai),
australische National-Championesse und selbst Mutter australischer Champions

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