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Rückkehr
und Renaissance des arabischen Pferdes auf die arabische Halbinsel
- so heißt ein neues Buch, das in diesen Tagen seine Premiere
feiert.
"Das arabische Pferd ist ein Weltenbürger", steht
in der Einleitung. In der Tat, ist es doch nach einem fast einhundertjährigen
Exodus fast überall auf der Welt Zuhause. Und nun kehrte das
arabische Pferd, das Weltkulturerbe des Orients, wieder an den Ort
seines Entstehens zurück. Wie ist das geschehen? Und sind diese
Pferde noch die Araber, die sie einmal waren? Das sind die Fragen,
die das Buch zu beantworten versucht.

Alle Fotos von
Gigi Grasso
Drei
Experten mit unterschiedlichen Hintergrund haben sich zu einem
Team zusammengeschlossen, um das Projekt "Return and Renaissance"
zu realisieren:
Mohammed Jassim Al-Marzouk, ein leidenschaftlicher Züchter
arabischer Pferde aus Kuwait, ist der Herausgeber und Sponsor des
Buches. Er hat bereits eines der wichtigsten Bücher (in arabischer
Sprache) über die Beduinentradition der Pferdezucht publiziert.
"Ich wollte, dass ein Buch entsteht, in dem wir aller Welt
- besonders aber der arabischen Welt - beschreiben, wie das arabische
Pferd für unsere Kultur und unsere Lebensweise zurückgewonnen
werden konnte."

Turkiya Al Rayyan
(Safir x Rababa)
Al Rayyan/Qatar
Dr.
Hans Nagel, deutscher Züchter arabischer Pferde mit Weltgeltung,
ist der Autor. Er schrieb bereits eines der besten Bücher über
die Zucht arabischer Pferde ( "Hanan").
"Ich traf Mohammed Al-Marzouk in Kuwait und wir sprachen
über das Genpotential arabischer Pferde, die heute wieder bei
den Züchtern der arabischen Halbinsel zu finden sind. Stehen
der arabische Rassestandard und die Pferde von heute noch in Einklang
mit den Arabern, die vor 100 Jahren das Land verließen? Wir
meinten, dass dies ein Thema für ein Buchprojekt sei."
Gigi
Grasso, italienischer Pferdefotograf mit Welterfolg, begeisterter
Züchter arabischer Pferde und Publizist wichtiger Bildbände,
lieferte die Fotografien.
"Es war wirklich eine tolle Idee mit diesem Team ein Buch
zu realisieren. In seiner ganzen Präsentation verbindet es
arabische Kultur und Großzügigkeit mit den Inhalten und
Zuchtkonzepten, die Züchter in aller Welt interessieren werden.
Ich danke Mohammed Al-Marzouk, dass er dieses Buch finanziell möglich
gemacht hat."

Das Königliche
Gestüt in Oman
In
Anbetracht der Tatsache, dass in den letzten zehnJahren die
Pferde arabischer Länder sowohl im Schauring vermehrt zu Europa-
und Welt-Champions gekürt wurden als auch auf vielen Rennbahnen
der Welt siegreich laufen, wurden viele Züchter in den USA
und Europa nachdenklich. Bis vor kurzem waren Araber noch ein Exportschlager
aus den USA und Europa in die arabischen Länder. Es wurde soviel
gekauft, auch kreuz und quer, dass nach außen nicht unbedingt
ein einheitliches Zuchtziel zu erkennen war.

Bint Saida Al
Nasser (Imperial Mahzeer x Saida)
Nasser Stud/Qatar
Doch
in kürzester Zeit standen die Pferde aus Kuwait, Qatar
und Saudi Arabien ganz vorne im Schauring und auch
beim Distanzsport. Geld allein konnte nicht die Ursache für
den schnellen Erfolg sein, denn auch in den USA und Europa hatten
schon viele Menschen versucht durch den Einkauf von Champions eine
Erfolgszucht aus dem Boden zu stampfen. Was in der Regel ein Misserfolg
wurde, denn eine Kollektion schöner Pferde allein hat
noch nichts mit einem konsolidierten Zuchtprogramm zu tun.
Alles ein weiter Weg. Die Frage sei erlaubt, welche Abkürzungen
die Freunde aus dem Orient genommen hatten, um so schnell den "alten
Hasen " der Araberzucht des Okzidents vorführen zu können,
wie sie arabischen Adel und Schönheit - gekoppelt mit Ausdauer
und Intelligenz - bereits in der zweiten oder dritten Generation
ihrer Zucht verfestigt hatten. Vielleicht besitzen sie noch das
"Züchter-Gen" ihrer Vorfahren und kamen schneller
zum Ziel als gewöhnliche Araberliebhaber? Oder ist es der geologische
Faktor, der eine wichtige Rolle spielt? Ein Araber gedeiht sicher
besser in der Wüste als im hohen feuchten Gras der Rheinauen.

Ansata Al Murtajiz
(Ansata Hejazi x Ansata Samsara)
Ezzain Arabians/Kuwait
Was
ist das Ziel eines arabischen Züchters wie Mohammed
Al-Marzouk?
"Ich möchte zurück zum wirklichen arabischen
Pferd. Ich sehe es noch auf den Bildern von Adam, Vernet und
anderen Malern. Es ist ein Pferd mit Feinheit und Adel
in der Ausstrahlung, Eleganz in der Bewegung, aber auch Kraft
und Ausdauer in der Lebensbewältigung. Wenn ich ein
solches Pferd gezogen habe, muss ich es nicht nach Paris zum Weltchampionat
bringen. Ich bin auch stolz und glücklich, wenn ich es Zuhause
habe."
Sollten uns die arabischen Züchter auch bereits an diesem Punkt
überholt haben?
Die Antwort darauf gibt das Buch selbst.

RN Marwa
(Ansata Halim Shah x Baheyat Albadeia)
Al Jazira Stud/Kuwait
Der interessante Text von Hans Nagel, offen und tolerant geschrieben
und auch scharfsinnig analysiert, ist wie immer ein Genuß
und hebt sich von den meist oberflächlichen und positionslosen
Darstellungen der Welt der Schauaraber wohltuend ab.
Die
Gestaltung des Buches lässt keine Wünsche offen.
Feinstes blaues Leder mit Goldtiefdruck, eingeklebt
ein echter kleiner handgewebter Teppich, der als Lesezeichen verwendet
werden kann. 270 Seiten ist das Buch stark, mit gut 150
Fotos und einem spannenden Textteil, der viele Fragen schlüssig
beantwortet - allerdings nur auf englisch. Höchste Punktzahl
auch für den Preis von 90 Euro, der, gemessen an dem
hochwertigen Produkt in der Hand, klar macht, dass die Subvention
für das Buch tatsächlich an den Kunden weitergegeben wurde.
Schukran - Danke!
Monika
Savier
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